Zum Hauptinhalt springen

Prinz Andrews zweifelhafte Kontakte zu einem Pädophilen

Kurz vor der Hochzeit von Prinz William sorgt ein anderes Mitglied der Königsfamilie für weniger schöne Schlagzeilen. Der Onkel von William müsse sein Amt als Sonderbeauftragter aufgeben, fordern Politiker.

Wegen der Bekanntschaft mit einem verurteilten US-Milliardär unter Druck: Prinz Andrew.
Wegen der Bekanntschaft mit einem verurteilten US-Milliardär unter Druck: Prinz Andrew.
Keystone

Forderungen wurden laut, Prinz Andrew, der 51-jährige zweite Sohn der Queen, müsse sein Amt als britischer Sonderbeauftragter für internationalen Handel und Investitionen aufgeben. Nun meldete sich der britische Wirtschaftsminister Vince Cable zu Wort.

Prinz Andrew werde entscheiden müssen, ob er diese Aufgabe weiter ausüben könne, sagte Cable am Montag in einem BBC-Radiointerview. «Natürlich wird es Gespräche mit ihm darüber geben, was er künftig tun wird», betonte der Minister. Da der Herzog von York aber kein Angestellter der Regierung sei, habe diese auch keine Befugnis, ihn zu entlassen, erklärte er. Es liege also an ihm, ob er weitermache.

Aussenminister William Hague hat unterstrichen, dass er «volles Vertrauen» in die Arbeit des Prinzen habe, er fügte im BBC-Interview aber auch hinzu, dass er noch keine Zeit gehabt habe, sich mit den jüngsten Vorwürfen zu befassen.

Andrew und die 17-Jährige

Prinz Andrew war vor allem wegen seiner Bekanntschaft mit einem verurteilten US-Milliardär in die Kritik geraten. Dieser hat wegen Kontaktanbahnung mit einer Minderjährigen zu Zwecken der Prostitution im Gefängnis gesessen. Britische Zeitungen veröffentlichten ein Foto, das Andrew Arm in Arm mit einer damals 17-Jährigen zeigte, die nach eigenen Worten von dem US-Geschäftsmann für erotische Massagen gebucht worden war.

Der Milliardär hatte sich 2008 schuldig bekannt und wurde zu 18 Monaten Haft und einem weiteren Jahr unter Hausarrest verurteilt. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, mehrere Mädchen unter 18 Jahren für Nacktmassagen bezahlt zu haben, bei denen es auch zum Sex gekommen sei.

Prinz William steht darüber aber hinaus auch wegen Kontakten zum Sohn des libyschen Staatschefs Muammar al-Ghadhafi, Saif al-Islam, in der Kritik und weil er wenige Wochen vor den Unruhen in Tunesien den Sohn des inzwischen gestürzten Präsidenten Ben Ali empfangen haben soll. Der Parlamentsabgeordnete Chris Bryant hatte in der vergangenen Woche offen gefordert, dass Andrew als Sonderbeauftragter für den Aussenhandel entlassen werden solle.

Buckingham Palast wiegelt ab

Der Buckingham Palast bemüht sich um eine Glättung der Wogen und betonte am Sonntag, dass Andrews Kontakte nach Libyen und Tunesien lediglich Teil seiner Aufgabe als britischer Sonderbeauftragter für den Aussenhandel gewesen seien. Prinz Andrew hatte dieses Funktion 2001 übernommen.

Schon früher hatte der Sohn der Queen aber für Schlagzeilen gesorgt - nicht zuletzt mit der Scheidung von seiner Ex-Frau Sarah «Fergie» Ferguson. Diese musste im vergangenen Jahr einräumen, dass sie einem vermeintlichen Geschäftsmann gegen Bezahlung Kontakte zu ihrem Ex-Mann angeboten hatte.

dapd/pbe

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch