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«Ich bin ein Idiot»

Der Formel-1-Chef Bernie Ecclestone äussert sich zu seinem 100-Millionen-Deal, mit dem er sich vom Bestechungsvorwurf freikauft.

Nicht vorbestraft: Bernie Ecclestone nach dem Ende des Prozesses vor dem Landgericht München.
Nicht vorbestraft: Bernie Ecclestone nach dem Ende des Prozesses vor dem Landgericht München.
Michael Dalder, Reuters
Mit 100 Millionen freigekauft: Ecclestone spricht vor der Urteilsverkündung mit seinem Anwalt Sven Thomas (l.)
Mit 100 Millionen freigekauft: Ecclestone spricht vor der Urteilsverkündung mit seinem Anwalt Sven Thomas (l.)
Michael Dalder, Reuters
In der alljährlichen Liste der reichsten Briten, die von der «Sunday Times» erstellt wird, liegt Ecclestone mit einem Vermögen von rund 2,2 Milliarden britischen Pfund auf Platz 13. (2011)
In der alljährlichen Liste der reichsten Briten, die von der «Sunday Times» erstellt wird, liegt Ecclestone mit einem Vermögen von rund 2,2 Milliarden britischen Pfund auf Platz 13. (2011)
Tobias Hase, Keystone
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Gestern wurde klar, dass der Formel-1-Chef Bernie Ecclestone seine weisse Weste behält: Seit April stand er in München wegen des Vorwurfs der Bestechung vor Gericht, nun wurde das Verfahren eingestellt. Dafür muss Ecclestone allerdings tief in die Tasche greifen: Eine Rekordsumme von 100 Millionen Dollar hat er zu zahlen – innerhalb der nächsten sieben Tage.

Damit ist der 83-jährige Brite laut gängiger Auffassung gut davongekommen, und verkraften dürfte er die Summe ebenfalls: Die Formel 1 hat ihm ein Milliardenvermögen eingebracht, lange galt er als einer der reichsten Männer Englands.

Trotzdem scheint Ecclestone mit dem Deal nicht wirklich glücklich zu sein. «Ich bin ein ziemlicher Idiot», sagte er gemäss der britischen Zeitung «The Guardian».

Zwar sei er erleichtert über die Einstellung des Verfahrens: «Ich habe dreieinhalb Jahre Ärger, Reisen, Treffen mit Anwälten und weiss Gott was noch hinter mir. Ich bin froh, dass es vorbei ist.»

Die Wochenenden durchgearbeitet

Der gestrige Tag habe sowohl eine gute und wie auch eine schlechte Seite: «Das Gute ist, dass der Richter mich mehr oder weniger freigesprochen hat und die Staatsanwaltschaft keine schlüssigen Beweise gegen mich fand.» Und doch bereut er offenbar den Deal, weil dieser nicht mit dem Richter, sondern mit der Staatsanwaltschaft abgeschlossen worden sei. «Doch auf jeden Fall ist es vorbei, und ich bin froh darüber», bilanzierte er.

Mit der Einstellung des Verfahrens gegen ihn dürfte Bernie Ecclestone seinen Job als Formel-1-Chef behalten. Für den Fall einer Verurteilung war erwartet worden, dass die an der Rennserie beteiligten Rennställe ihn zum Rücktritt drängen würden.

Seine Arbeit litt offenbar bereits jetzt unter den zahlreichen Terminen, die mit dem Verfahren verbunden waren. Noch drei Monate, und es hätte schlecht ausgesehen, erklärte Ecclestone. Er habe die Wochenenden durchgearbeitet, um das aufzuholen, was er während der Woche verpasst habe. Doch nun werde er zu dem zurückkehren, was er am besten könne: die Formel 1 zu führen.

«Kein Freikaufen»

Die bayerische Staatskasse kann sich nun auf 99 Millionen Dollar freuen. Eine Million Dollar bekommt die Deutsche Kinderhospizstiftung. Gerichtssprecherin Andrea Titz sagte, nach ihrer Kenntnis handle es sich um die höchste Zahlung, die ein Angeklagter bislang in Deutschland leisten musste.

Ecclestone selber will nicht von einem Freikaufen von der Justiz sprechen. Solch eine Sichtweise könne er nicht verstehen, sagte er gegenüber der deutschen Zeitung «Bild». Grundsätzlich finde er die Möglichkeit einer Einstellung gegen eine Geldzahlung gut. «So laufen die Dinge nun mal in Deutschland», sagte Ecclestone. «Es ist sicher ein wenig unglücklich, so viel Geld zu bezahlen. Aber noch unglücklicher ist es, das Geld nicht zu haben.» Eigentlich finde er dieses «kapitalistische System» gut.

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