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Hatte Prince vor einer Woche eine Überdosis?

Rätselraten um den Tod von Prince. Vor ein paar Tagen wurde der Künstler wegen einer Grippeerkrankung ins Spital eingeliefert – die Website «TMZ» behauptet was anderes.

Sein Tod erschütterte die Welt: Prince performt hier bei den Billboard Music Awards in Las Vegas. (19. Mai 2013)
Sein Tod erschütterte die Welt: Prince performt hier bei den Billboard Music Awards in Las Vegas. (19. Mai 2013)
Chris Pizzello/Invision/AP
Wurde 57 Jahre alt: Prince bei einem Auftritt am Super Bowl in Miami. (4. Februar 2007)
Wurde 57 Jahre alt: Prince bei einem Auftritt am Super Bowl in Miami. (4. Februar 2007)
Chris O'Meara, Keystone
Ein Fan trauert vor dem First Avenue Club in Minneapolis. (21. April 2016)
Ein Fan trauert vor dem First Avenue Club in Minneapolis. (21. April 2016)
AP/Renee Jones Schneider
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Der am Donnerstag überraschend gestorbene US-Popstar Prince ist laut der Promi-Website «TMZ» knapp eine Woche vor seinem Tod wegen einer Überdosis behandelt worden. Nach der nicht geplanten Zwischenlandung seiner Maschine am vergangenen Freitag in der Stadt Moline im US-Bundesstaat Illinois sei dem 57-Jährigen dort im Krankenhaus ein sogenannter Save Shot gespritzt worden – das übliche Gegenmittel gegen eine Überdosis an Opiaten, schrieb die Promi-Website am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf mehrere Quellen in Moline.

Demnach wollten die Ärzte, dass Prince 24 Stunden zur Beobachtung in der Klinik bleibt. Der Star habe das Krankenhaus aber nach drei Stunden wieder verlassen, weil er kein Privatzimmer bekommen habe. Vergangene Woche hatte es laut Medienberichten geheissen, Prince sei wegen einer Grippe in das Krankenhaus gebracht worden. Demnach fühlte er sich nach einem Konzert in Atlanta derart unwohl, dass sein Privatjet in Moline zwischenlanden musste. Zuletzt hatte Prince aus gesundheitlichen Gründen Medienberichten zufolge auch zwei Konzerte abgesagt. Am Samstag erschien er zu einer Tanzparty in Paisley Park, wo seine Aufnahmestudios stehen.

Erfolglose Wiederbelebungsversuche

Prince war am Donnerstag nach Angaben der Polizei leblos in einem Aufzug von seinen Paisley-Park-Studios nahe Minneapolis aufgefunden worden. Die Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos, um 10.07 Uhr (Ortszeit) wurde er für tot erklärt.

Die Polizei schliesst ein mögliches Fremdeinwirken nicht aus. Allerdings sei es noch viel zu früh, um dies zweifelsfrei festzustellen, sagte der Hilfssheriff im Bezirk Carver County im US-Staat Minnesota. Dass es ein Fremdeinwirken gegeben haben könnte, werde aber derzeit «weder vermutet noch nicht vermutet», fügte er hinzu.

Songwriter, Arrangeur und Instrumentalist

Der als Prince Rogers Nelson am 7. Juni 1958 in Minneapolis geborene Sänger, Songwriter, Arrangeur und Instrumentalist galt als einer der einfallsreichsten Musiker seiner Generation. Er verarbeitete Einflüsse von James Brown, den Beatles und Jimmy Hendrix. Von Hendrix übernahm er seinen Gitarrenstil, beim Gesang wechselte er zwischen nasalen Klängen und erotischem Falsett.

Seinen Durchbruch feierte er Ende der 1970er Jahre mit dem Hit «Wanna Be Your Lover». Zu seinen bekanntesten Alben im folgenden Jahrzehnt gehören «1999» und «Purple Rain». Weitere Erfolge waren die Titel «Little Red Corvette», «Let's Go Crazy» und «When Doves Cry».

Wegweisend für die 80er

2004 wurde Prince in die Rock 'n' Roll Hall of Fame aufgenommen. Er habe eine Synthese aus schwarzem Funk und weissem Rock geschaffen, die Wegbereiterin für die Musik der 80er Jahre gewesen sei, hiess es zur Begründung. «Von Anfang an waren Prince und seine Musik androgyn, listig, sexy und provokant.» Beeinflusst hat er unter anderem Grössen wie Sinead O'Connor und Cyndi Lauper.

Prince selbst kämpfte verbissen um seine künstlerische Unabhängigkeit und stritt sich mit seiner Plattenfirma nicht nur um die Kontrolle über sein Werk, sondern sogar um seinen Namen. Aus Protest gegen Warner Bros. schrieb er sich einst das Wort Slave (Sklave) über sein Gesicht. Vor wenigen Jahren schloss er dann erneut einen Vertrag mit Warner - allerdings zu anderen Bedingungen. «Was jetzt eingetroffen ist, ist genau die Stellung, in der ich immer sein wollte», sagte er 2014 der AP dazu.

Nach der Todesnachricht versammelten sich im Regen die ersten Trauernden vor Princes Studio in Paisley Park. Der 32-jährige Steven Scott sagte, er sei am Samstag bei der Tanzparty mit Prince gewesen. Dessen Botschaft sei gewesen, dass sich die Menschen lieben sollten. «Er hat die Leute aus den richtigen Gründen zusammengebracht», sagte Scott.

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