Zum Hauptinhalt springen

«Das ewige Herumsitzen macht mich verrückt»

Einsamkeit, Kälte und mieses Essen: Gegenüber Redaktion Tamedia beschreibt der Greenpeace-Aktivist Marco Weber seinen Alltag im russischen Gefängnis. Und sagt, was er am meisten vermisst.

Seit über einem Monat sind Sie jetzt im russischen Murmansk inhaftiert. Wie geht es Ihnen? Manchmal fühle ich mich einsam und verzweifelt. Dann denke ich an die Unterstützung, die von draussen auf mich zukommt: ­Familie, Freunde oder Greenpeace geben mir Kraft. Sie helfen mir, die Sache gelassener zu sehen, sodass ich nicht ständig auf die Uhr schaue. Die Realität ­versuche ich auszublenden. Mir eine Haftstrafe von 10, 15 Jahren ­vorzustellen, ergibt in meiner ­Situation keinen Sinn.

Haben Sie Kontakt mit Ihrer Familie und Freunden? Meine ersten Telefonanfragen wurden aufgrund einer Formalität zurückgewiesen. Erst nach 35 Tagen konnte ich meinen ersten Anruf machen. Doch nach 15 Minuten wurde die Verbindung unterbrochen, und ich konnte mich nicht einmal von meiner Freundin verabschieden. Alle zehn Tage stehe ich in Kontakt mit dem Konsulat.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.