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Greenpeace entert Öl-Plattform im Nordpazifik

Umweltaktivisten protestieren auf einer von Shell betriebenen Bohrinsel gegen die Ölförderung in der Arktis: Es gebe keine wirksamen Verfahren, um Öl aus vereisten Gewässern zu bergen, kritisiert die Umweltorganisation.

Klettern für die Umwelt: Ein Greenpeace-Aktivist erklimmt die 40 Meter hohe Öl-Plattform im Nordpazifik. Bild: Twitter / SRF (7. April 2015)
Klettern für die Umwelt: Ein Greenpeace-Aktivist erklimmt die 40 Meter hohe Öl-Plattform im Nordpazifik. Bild: Twitter / SRF (7. April 2015)

Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace sind auf eine Ölplattform im Nordpazifik geklettert. Die sechs Umweltschützer seien 1500 Kilometer nordwestlich von Hawaii auf die Plattform des Shell-Konzerns gestiegen, um gegen jegliche Ölförderung in der Arktis zu protestieren, teilte Greenpeace mit.

Die Plattform Polar Pioneer werde derzeit von einem Spezialschiff in die Arktis gebracht. Die Bohrplattform gehört dem texanisch-schweizerischen Ölbohrdienstleister Transocean. Transocean betrieb für BP auch die Ölplattform Deepwater Horizon, die 2010 im Golf von Mexiko in Flammen aufging. Die Aktivisten hätten Verpflegung für mehrere Tage bei sich, hiess es. Shell hatte im Januar angekündigt, eine Milliarde Euro in das Arktis-Projekt zu investieren.

«Immer wieder kommt es bei Ölbohrungen im Meer zu schweren Unfällen. Das hat erst vergangene Woche die Explosion einer Plattform im Golf von Mexiko erneut gezeigt», sagte Larissa Beumer, Arktis-Expertin von Greenpeace. Und weiter:

«Shells geplante Ölsuche unter den extremen Bedingungen in der Arktis ist deshalb unverantwortlich.»

Larissa Beumer

Vor der Küste Alaskas seien heute noch immer die Ölreste vom Unfall des Tankers Exxon Valdez vorhanden, hiess es. Die Arktis gehöre zu den ökologisch sensibelsten Regionen. Weltweit gebe es kein wirksames Verfahren, um ausgelaufenes Öl in vereisten Gewässern zu bergen. Auch in der russischen Arktis bedrohe die Ölindustrie die Natur. Der Konzern Gazprom fördere in der Petschorasee Öl.

Shell akzeptiert «illegale Taktiken» nicht

Eine Sprecherin von Shell bestätigte, dass die Demonstranten «illegal» auf die Bohrinsel gelangt seien. Durch ihr Verhalten brächten die Aktivisten die Mannschaft der Polar Pioneer und sich selbst in Gefahr.

Riskanter Aufstieg: Greenpeace Aktivisten klettern auf die arktische Öl-Plattform. Video: Youtube / ODN (7. April 2015)

«Wir respektieren ihren Standpunkt und legen Wert auf Dialog», ergänzte die Sprecherin. Jedoch werde das Unternehmen keine «illegalen Taktiken» tolerieren. «Stunteinlagen» gefährdeten lediglich Shells «Vorkehrungen» für eine «sichere und verantwortungsvolle» Suche nach Ölvorkommen im Polarmeer.

SDA/pst

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