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Graffiti-Gruppe schmuggelt kritische Slogans in Homeland

Mit Sprüchen wie «Homeland ist ein Witz, und wir haben nicht gelacht», beschmieren die Künstler das Filmset. Dumm nur, dass die Produzenten kein Arabisch verstehen.

Kritik an den Wänden: Hauptdarstellerin Claire Danes im neuen Trailer der Serie «Homeland».
Kritik an den Wänden: Hauptdarstellerin Claire Danes im neuen Trailer der Serie «Homeland».
Screenshot

Eigentlich sollten sie bloss die Filmkulissen eines syrischen Flüchtlingscamps für die Serie «Homeland» sprayen. Stattdessen entschied sich die engagierte Graffiti-Gruppe, den Drehort mit versteckten Botschaften zu versehen – zum Ärgernis der Produktionsfirma.

Schon lange steht die Serie «Homeland» in der Kritik: Die Produzenten scheinen es mit der Wahrheit zur Geschichte der Palästinenser und Afghanen nicht ganz so genau zu nehmen. Schenkt man der Serie Glauben, so versucht die al-Qaida im Namen des Irans Rache an den USA zu nehmen, schreibt «Hebaamin.com». Drei Künstler aus Ägypten und Berlin geben nun unmissverständlich zu verstehen, was sie von der Agenten-Serie halten.

Aus Künstlern wurde Aktivisten

Anstelle der gewünschten Schriftzüge schmuggelten die Graffiti-Künstler versteckte Botschaften an die Wände. Die Filmemacher schienen von der schlechten Propaganda nichts mitbekommen zu haben, denn die Schriftzüge wurden so ausgestrahlt. Wer Arabisch lesen kann, und genau hinsah, konnte daher Mitteilungen wie «Homeland ist rassistisch», «Homeland ist ein Witz, und wir haben nicht gelacht» oder «Homeland ist eine Wassermelone», was umgangssprachlich etwas, wofür man sich schämen muss, bedeutet lesen.

Mit dieser Aktion wurden aus den Künstlern Aktivisten, berichtet «Zeit Online». Die aus Kairo stammende Künstlerin Heba Amin schreibt auf ihrer Webseite, sie habe mit den versteckten Botschaften auf die einseitige und fehlerhafte Darstellung von Arabern, Afghanen und Pakistanis in der beliebten US-Serie aufmerksam machen wollen.

«Wir bewundern diese künstlerische Art der Sabotage», sagt Homeland-Erfinder Alex Gansa. Trotzdem hätte man sich gewünscht, dass die Graffiti zuerst geprüft worden wären. Wer die Gruppe arrangierte und wer für die Abnahme der Graffiti zuständig war, ist bis anhin unklar.

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