King Roger erlöst die Schweizer Delegation

Roger Federer sichert mit seinem Einzug in den sonntäglichen Tennis-Final der gerupften Schweizer Delegation die erste Medaille. Und der Baselbieter vergass diesen Fakt nicht.

  • loading indicator

Roger Federer hat der Schweiz an den Sommerspielen in London eine erste Medaille gesichert. Nach den vielen Negativerlebnissen der letzten Tagen brachte er im Stil eines Chefs die Schweizer Mission wieder auf Kurs. Der Weltranglistenerste stellte dabei einen weiteren Rekord auf: Das 3:6, 7:6 (7:5), 19:17 im Halbfinal über Juan Martin Del Potro (Arg) kam im zeitmässig längsten Best-of-3-Spiel der Tennisgeschichte zu Stande (4:26 Stunden). Zwei Stunden lang befand sich Del Potro klar im Vorteil, der grössere Siegeswille, der bessere Aufschlag (24 Asse) und die bessere Ausdauer entschieden aber zu Gunsten Federers, der zwölf Mal den Aufschlag durchbringen musste, um die Partie nicht zu verlieren. Im zweiten Wimbledon-Final innerhalb eines Monats trifft Federer am Sonntag wiederum auf Andy Murray. Im Grand-Slam-Turnier von Wimbledon hatte Federer Anfang Juli gegen Murray nach Satzrückstand in vier Sätzen gewonnen.

Federer dachte nach dem denkwürdigen Halbfinal sofort an das Schweizer Team. «Ich bin froh, dass ich den Weg zur Medaille gefunden habe. Ich hoffe, dass dies positive Emotionen für das ganze Olympia-Team bringen wird», erklärte der Champion gegenüber SRF.

Antrieb für das Team?

Der Schweizer vergass auch den grossartig aufspielenden Gegner aus Argentinien nicht. «Ich war für ihn sehr traurig. Er sollte sehr stolz auf seine Leistung sein, ich habe ihn noch nie so konstant stark gesehen, schon gar nicht auf Rasen», erklärte der Sieger später an der Medienkonferenz. Federer zeigte sich sehr glücklich darüber, dass er nun einen Ruhetag geniessen kann. «Ich bin nicht nur körperlich, sondern vor allem mental sehr erschöpft.»

Es bleibt zu hoffen, dass Federers Aura und Erfolge nun auch den letzten Kick für die anderen Schweizer Olympioniken geben. Wer weiss, vielleicht schlagen ja am Samstag schon die Triathletinnen um Nicola Spirig zu. Und Siebenkämpferin Ellen Sprunger schien schon am Freitag von Federers Leistung beflügelt. Die Westschweizerin befindet sich nach dem 1. Tag auf nationalem Rekordkurs.

baz.ch/Newsnet

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt