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Coronavirus weltweit +++ Hongkong riegelt Stadtviertel ohne Vorwarnung ab +++ Irland verlängert Lockdown

Seit Beginn der Pandemie hat die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionen die 100 Millionen Marke geknackt. Internationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In Grossbritannien und Südafrika ist eine mutierte Variante des Coronavirus aufgetaucht. In immer mehr Ländern wird die offenbar ansteckendere Mutation nachgewiesen.

  • Die USA bleiben das am stärksten betroffene Land; gefolgt von Indien, Brasilien, Russland und Frankreich.

  • Weltweit sind gigantische Impfprogramme angelaufen (Zum Vergleich).

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LIVE TICKER

Arzt in Italien soll Covid-Patienten getötet haben

In Norditalien ist ein Mediziner festgenommen und unter Hausarrest gestellt worden, weil er zwei Corona-Patienten getötet haben soll.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, den Kranken im März, während der ersten Corona-Welle in Italien, vorsätzlich einen Muskelblocker verabreicht zu haben, der zum Tod der beiden geführt habe, teilte die Polizei mit. Der Arzt arbeitete in einem Krankenhaus in der Nähe der Stadt Brescia. Die Ortschaft liegt in der damals hart von Corona getroffenen Region Lombardei.

Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wollte der Arzt damit Betten und Kapazitäten beim Krankenhauspersonal frei bekommen. Die Ermittler hatten nach eigenen Angaben einige Wochen später den Hinweis erhalten, dass der Tod der beiden Patienten herbeigeführt worden sei. In der Folge exhumierten Experten die Leichen der Verstorbenen, um sie zu untersuchen, und wiesen das Anästhetikum nach. In der Regel wird es demnach verwendet, um Menschen zu intubieren oder zu sedieren, und kann bei falscher Dosierung zum Tod führen. Am Montag stellte die Polizei den Mann unter Hausarrest, am Freitag soll er laut Ansa verhört werden.

In Italien starben seit dem Beginn der Pandemie mehr als 86'000 Menschen mit Sars-CoV-2. Die Behörden registrierten bislang mehr als 2,485 Millionen Corona-Infektionen. Am Dienstag wurden rund 10'600 Neuinfektionen verzeichnet und etwa 540 Corona-Tote.

Dutzende Verletzte bei erneuten Protesten im Libanon

Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen hat es im Libanon erneut Zusammenstösse zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gegeben. Mindestens 45 Menschen wurden bei den Ausschreitungen in Tripoli im Norden des Landes in der Nacht zu Mittwoch nach Angaben des libanesischen Roten Kreuzes verletzt. Mindestens neun Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Die Demonstranten warfen Molotowcocktails, Feuerwerkskörper und Steine auf die Sicherheitskräfte. Diese gingen mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Protestierenden vor, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Tripoli gehörte bereits vor der Pandemie und ihren wirtschaftlichen Auswirkungen zu den ärmsten Gegenden des Libanon.

Bereits am Montag waren bei Ausschreitungen in Tripoli 30 Menschen verletzt worden.
Bereits am Montag waren bei Ausschreitungen in Tripoli 30 Menschen verletzt worden.
Foto: Keystone

Seit die Regierung Anfang des Monats einen Lockdown verhängt hat, haben viele Einwohner von Tripoli kein Einkommen mehr. «Ich kann nicht einmal Brot nach Hause bringen», sagte der Demonstrant Abdullah al-Bahr, Vater von drei Kindern. «Wir werden entweder an Hunger oder am Coronavirus sterben.» Bereits am Montag waren bei Ausschreitungen in Tripoli 30 Menschen verletzt worden.

Ein ursprünglich bis zum 25. Januar angesetzter Lockdown im Libanon war zuletzt bis zum 8. Februar verlängert worden. In dem Mittelmeerstaat mit sechs Millionen Einwohnern breitet sich das Coronavirus derzeit stark aus. Seit Pandemie-Beginn wurden mehr als 285'000 Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen, mehr als 2400 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

Der Libanon steckt in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Das libanesische Pfund befindet sich seit dem Sommer im freien Fall. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt nach Angaben der UNO unter der Armutsgrenze.

Hongkong riegelt Stadtviertel ohne Vorwarnung wegen Corona ab

Angesichts eines sprunghaften Anstiegs der Corona-Infektionen haben die Behörden in Hongkong besonders betroffene Stadtviertel ohne Vorwarnung abgeriegelt. Die in den Vierteln lebenden Menschen werden obligatorisch auf das Coronavirus getestet, wie örtliche Medien berichteten. In der Nacht zum Mittwoch riegelte die Polizei mehrere Mietshäuser in Yau Ma Tei ab, ohne die Bewohner vorher zu benachrichtigen.

Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam erklärte, diese Vorgehensweise sei notwendig, um sicherzustellen, dass die Menschen ihre Häuser nicht verlassen, um einem Corona-Test zu entgehen. «Ich danke den Anwohnern im Sperrgebiet für ihre Kooperation», schrieb sie am Mittwoch im Online-Netzwerk Facebook.

Bei dem Einsatz am Dienstagabend seien etwa 330 Menschen in 20 Häusern auf das Coronavirus getestet worden, dabei sei ein Infektionsfall festgestellt worden. Wie die Behörden mitteilten, könnten in den kommenden Tagen weitere Abriegelungen nötig sein.

Die chinesische Sonderverwaltungszone hat aufgrund rigoroser Massnahmen bislang nur rund 10'000 Corona-Infektionen und etwa 170 Todesfälle registriert. In den vergangenen Wochen kam es jedoch besonders in ärmeren Viertel immer wieder zu Ausbrüchen.

Obwohl Hongkong als eine der reichsten Städte weltweit gilt, ist die Kluft zwischen Arm und Reich dort besonders gross. Aufgrund der horrenden Mietpreise leben häufig zahlreiche Menschen auf engstem Raum zusammen.

Starbucks leidet unter Corona-Krise

Die weltgrösste Café-Kette Starbucks leidet angesichts der Coronavirus-Pandemie weiter schwer. Im Geschäftsquartal bis Ende Dezember brach der Gewinn gegenüber dem Vorjahreswert um 30 Prozent auf 622 Millionen Dollar ein.

Dies teilte Starbucks am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Die Erlöse fielen um knapp fünf Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar. Verglichen mit dem Vorquartal ist das zwar schon eine deutliche Verbesserung, dennoch hatten Analysten im Schnitt mit höheren Einnahmen gerechnet.

Der am Finanzmarkt viel beachtete flächenbereinigte Umsatz ging weltweit ebenfalls stärker als erwartet zurück, auch wenn die Prognosen für den US-Heimatmarkt und das wichtige China-Geschäft leicht übertroffen wurden. Konzernchef Kevin Johnson zeigte sich angesichts der anhaltenden Belastungen durch die Coronavirus-Krise mit den Ergebnissen zufrieden und sprach von einer fortschreitenden Erholung.

Irland verlängert Lockdown

Irland verlängert seinen derzeitigen Corona-Lockdown bis zum 5. März. Damit bleiben die Schulen, die für die Versorgung der Bürger nicht wesentlichen Geschäfte sowie die Restaurants und Pubs bis zu diesem Datum geschlossen, wie Regierungschef Micheal Martin am Dienstag mitteilte. Die Botschaft an die Bürger sei sehr einfach, sagte er: «Bleiben Sie zu Hause, verreisen Sie nicht!»

Erstmals verhängt Irland auch eine generelle Quarantäne-Pflicht für Reisende, die aus dem Ausland eintreffen, wie Vize-Regierungschef Leo Varadkar ergänzte. Die meisten Einreisenden können die Zeit der Isolation zu Hause oder anderen Orten ihrer Wahl verbringen. Einreisende aus Südafrika und Brasilien sollen hingegen in von der Regierung festgelegten Unterkünften isoliert werden. In diesen beiden Staaten sind Mutanten des Virus aufgetreten, von denen angenommen wird, dass sie besonders ansteckend sind.

Biden bestellt 200 Millionen zusätzliche Corona-Impfdosen

Durch die deutliche Aufstockung der nationalen Impfstoff-Bestände will die US-Regierung des neuen Präsidenten Joe Biden die Corona-Impfungen im Land deutlich beschleunigen. Biden kündigte am Dienstag (Ortszeit) in Washington an, die Vereinigten Staaten wollten zusätzliche 200 Millionen Impfdosen kaufen – jeweils 100 Millionen von den Unternehmen Moderna und Pfizer.

Die Lieferung der zusätzlichen Impfdosen werde bis zum Sommer erwartet. Damit solle der Bestellumfang von 400 auf 600 Millionen Impfdosen erhöht werden, sagte Biden. Dies sei genug, um bis zum Ende des Sommers 300 Millionen Amerikaner zu impfen, hiess es aus dem Weissen Haus. Die USA haben rund 330 Millionen Einwohner. Pro Kopf sind zwei Impfdosen nötig.

US-Präsident Joe Biden liess sich selbst vor laufenden Kameras gegen das Coronavirus impfen. (11. Januar 2021)
US-Präsident Joe Biden liess sich selbst vor laufenden Kameras gegen das Coronavirus impfen. (11. Januar 2021)
Foto: Alex Wong (AFP)
Über Corona-Symptome gelogen: Ein Jahr Haft für Frau in China

In China ist eine Frau zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, weil sie vor einem Flug Corona-Symptome verschwiegen hatte. Wie die staatliche Zeitung «Global Times» am Mittwoch berichtete, hatte die 37-Jährige Chinesin im vergangenen Frühjahr vor einem Flug aus den USA nach China ein fiebersenkendes Medikament eingenommen.

Sie gab ihre Symptome demnach erst bekannt, nachdem sie in Peking gelandet war. Dort wurde sie später positiv auf das Coronavirus getestet. 63 enge Kontakte der Frau mussten sich danach in Quarantäne begeben.

Ihre Handlungen hätten gegen Antiepidemie-Vorschriften verstossen und stellten ein ernstes Risiko für die Ausbreitung des Virus dar, urteilte ein Pekinger Gericht bereits im vergangenen Oktober, wie die «Global Times» nun berichtete.

China gehört zu den Ländern mit den weltweit schärfsten Corona-Regeln. Bereits seit dem Frühsommer gilt die Pandemie als weitestgehend unter Kontrolle. Am Mittwoch wurden landesweit 75 neue Infektionen gemeldet.

Island stellt erste Impfzertifikate zum Reisen aus

Island will seinen Bürgern nach einer Corona-Impfung mit einem digitalen Zertifikat Reisen ins Ausland erleichtern. Die ersten Nachweise seien ausgestellt worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. 4800 Isländer hätten bereits zwei Impfstoffdosen erhalten und könnten das Zertifikat somit beantragen.

Ziel sei es, die länderübergreifende Bewegungsfreiheit zu erleichtern. Reisende könnten den Nachweis an der Grenze vorzeigen, um von den jeweiligen Einreisebeschränkungen ausgenommen zu werden, erklärte das Ministerium. International anerkannt ist ein solches Impfzertifikat allerdings nicht. Island, das dem Schengen-Raum angehört, will Europäern mit vergleichbaren Nachweisen die Einreise erlauben.

Weltweit bereits mehr als 100 Millionen bestätigte Corona-Infektionen

Seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr ist die Zahl der weltweit nachgewiesenen Corona-Infektionen auf mehr als 100 Millionen angestiegen. Das ging am Dienstag aus Daten der US-Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Erst vor etwa einem Monat, am zweiten Weihnachtsfeiertag, war die Schwelle von 80 Millionen Infektionen überschritten worden. Die Zahl der bekannten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus liegt inzwischen bei mehr als 2,1 Millionen. Experten gehen sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen weltweit von hohen Dunkelziffern aus.

Die meisten bestätigten Infektionen gibt es mit gut 25 Millionen in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Dort gibt es auch mehr bestätigte Todesfälle als in jedem anderen Land: mehr als 423'000. In Indien sind inzwischen rund 10,7 Millionen Infektionen nachgewiesen worden, in Brasilien 8,8 Millionen. In Europa wurden die meisten Infektionen bislang in Grossbritannien gemeldet (3,7 Millionen), gefolgt von Frankreich (3,1 Millionen) sowie Spanien (2,6 Millionen) und Italien (rund 2,5 Millionen).

Eine Krankenschwester kümmert sich um einen Corona-Patienten auf der Intensivstation eines Spitals in Paris. (26. Januar 2021)
Eine Krankenschwester kümmert sich um einen Corona-Patienten auf der Intensivstation eines Spitals in Paris. (26. Januar 2021)
Foto: Alain Jocard (AFP)
Irland verlängert Corona-Lockdown bis zum 5. März

Irland hat seinen Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis zum 5. März verlängert. Das kündigte der irische Premier Micheál Martin am Dienstag in Dublin an. Für die kommenden sechs Wochen gelte weiterhin, dass die Menschen zuhause bleiben und sich nicht ausserhalb eines Radius von fünf Kilometern rund um ihren Wohnort bewegen sollten.

Derzeit sind wegen des Lockdowns Geschäfte, Schulen und die Gastronomie weitestgehend geschlossen. Einreisende aus Hochrisikogebieten wie Brasilien oder Südafrika müssen sich fortan in eine 14-tägige Quarantäne begeben, das gleiche gilt für Menschen, die ohne negativen Corona-Test ins Land reisen.

Grossbritannien überschreitet Marke von 100'000 Corona-Toten

In Grossbritannien sind seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 100'000 Menschen an oder mit dem Virus gestorben. Nach Angaben des Londoner Gesundheitsministeriums vom Dienstag erhöhte sich die Zahl der Toten um weitere 1631 und erreichte damit 100'162. Grossbritannien ist damit das erste Land in Europa, das diese Marke überschreitet.

«Meine Gedanken sind bei jedem, der eine geliebte Person verloren hat», sagte Gesundheitsminister Matt Hancock. «Hinter diesen herzzerreissenden Zahlen stehen Freunde, Familien und Nachbarn».

Die Hoffnungen Grossbritanniens, das derzeit die dritte Corona-Welle erlebt, richten sich vor allem auf die Impfkampagne. Inzwischen erhielten bereits 6,8 Millionen Menschen eine erste Impfdosis. Die Anti-Corona-Politik der Regierung von Premierminister Boris Johnson ist seit Beginn der Pandemie umstritten.

Krisensitzung zum Impfstoffstreit der EU mit Astrazeneca

Im Streit um knappe Corona-Impfstoffe versucht die Europäische Union am Mittwoch erneut, den Hersteller Astrazeneca zur raschen Lieferung vertraglich zugesicherter Mengen zu bewegen. Die EU-Kommission hat Vertreter des Konzerns zur Krisensitzung mit Experten der EU-Staaten geladen.

Hintergrund ist die Ankündigung der britisch-schwedischen Pharmafirma, nach der für diese Woche erwarteten Zulassung zunächst weniger Impfstoff zu liefern als vereinbart. Statt 80 Millionen Impfdosen sollen nach EU-Angaben bis Ende März nur 31 Millionen ankommen. Den angegebenen Grund – Probleme in der Lieferkette – will die EU nicht gelten lassen. Sie fordert Vertragstreue.

150'000 Tote in Mexiko

Als viertes Land der Welt hat Mexiko die Marke von 150'000 bestätigten Todesfällen infolge der Coronavirus-Pandemie überschritten. Nach Statistiken, die das Gesundheitsministerium des Landes am Montag meldete, stieg die Gesamtzahl auf 150'273. Den bisherigen Höchststand an Covid-19-Todesopfern, die innerhalb von 24 Stunden gemeldet wurden, hatte das Land vergangenen Donnerstag erreicht: es waren 1803. Viele Krankenhäuser in Mexiko sind derzeit voll.

Am Sonntag hatte Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador bekanntgegeben, dass er positiv auf das Coronavirus getestet worden sei und wegen leichter Covid-19-Symptome behandelt werde. Er hatte in den Tagen zuvor mit zahlreichen Menschen Kontakt gehabt, ohne eine Maske zu tragen.

Weil dazu auch der oberste Pandemie-Experte der Regierung, Hugo López-Gatell, gehörte, war dieser am Montag bei der allabendlichen Corona-Pressekonferenz im Präsidentenpalast ausnahmsweise nicht anwesend, sondern per Video zugeschaltet. Der Präsident habe leichtes Fieber gehabt, sagte er. Zum Schutz von dessen Privatsphäre würden keine weiteren Details genannt.

Deutschland rechnet mit Zulassung von Astrazeneca nur für unter 65-Jährige

Die deutsche Regierung rechnet einem Medienbericht zufolge mit einer Zulassung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca in der EU nur für Menschen unter 65 Jahren. Wie die «Bild»-Zeitung (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf interne Gespräche zwischen der Regierung und den Bundesländern berichtete, ist der Grund für eine mögliche Nicht-Zulassung des Impfstoffs für Senioren offenbar die niedrige Wirksamkeit. Das Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns wird voraussichtlich am Freitag von der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen.

Wie die «Bild» berichtete, rechnet die deutsche Regierung mit einer Wirksamkeit des Impfstoffs bei Menschen über 65 Jahren von unter zehn Prozent. Das würde bedeuten, dass Senioren mit dem Astrazeneca-Vakzin nicht geimpft werden dürften. Der Impfstoffhersteller weist den Bericht als «komplett falsch» zurück.

Fast vier von fünf über 80-jährigen Briten geimpft

In Grossbritannien haben fast vier von fünf der über 80-Jährigen bereits eine erste Corona-Impfdosis bekommen. 78,7 Prozent dieser Gruppe habe eine Impfung erhalten, teilte Gesundheitsminister Matt Hancock am Montag in London mit. Insgesamt sind im Land mittlerweile 6,6 Millionen Menschen mit der ersten Dosis geimpft worden. Derzeit sei die Lieferung der Impfdosen das grösste Problem, so Hancock. Dennoch waren im Land am Montag mehr als 30 neue Impfzentren eröffnet worden.

Es sei jedoch nicht an der Zeit, den aktuellen harten Lockdown zu lockern. «Es sind derzeit mehr Menschen an Beatmungsgeräten als zu jedem anderen Zeitpunkt in dieser Pandemie», sagte Hancock. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS stehe weiter extrem unter Druck. Pro 100'000 Einwohnern zählte Grossbritannien in den vergangenen sieben Tagen rund 390 Neuinfektionen. Die erste Impfung erfolgte am 8. Dezember.

Sie war die Erste: Die 90-jährige Margaret Keenan liess sich Anfang Dezember in Grossbritannien impfen. (8. Dezember 2020)
Sie war die Erste: Die 90-jährige Margaret Keenan liess sich Anfang Dezember in Grossbritannien impfen. (8. Dezember 2020)
Foto: Jacob King (Keystone)
Moderna- Impfstoff wirkt gegen Corona-Mutation

Der US-Biotechkonzern Moderna geht davon aus, dass sein Covid-19-Impfstoff auch gegen die ansteckendere britische und südafrikanische Variante des Coronavirus schützt. Das Vakzin erzeuge virusneutralisierende Antikörper auch gegen die beiden neuen Varianten, teilte Moderna am Montag mit.

Zwar sei bei der südafrikanischen Variante eine Reduktion neutralisierender Titer festgestellt worden. Ihr Niveau liege aber immer noch deutlich über der Schwelle, die als schützend angesehen werde. Es sei daher zu erwarten, dass der Impfstoff nach der Verabreichung von zwei Dosen gegen die bisher nachgewiesenen Varianten wirke.

Gleichwohl wolle Moderna sicherheitshalber ein klinisches Programm starten, um die Immunität gegen neu auftretende Varianten zu stärken, hiess es. So soll vor allem speziell gegen die südafrikanische Variante ein verstärkter Impfstoff entwickelt werden.

Merck & Co stoppt Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen

Der US-Pharmakonzern Merck & Co ist bei der Entwicklung eines möglichen Covid-19-Impfstoffs gescheitert. Das Unternehmen wird seine Entwicklung von zwei Impfstoffkandidaten beenden, wie Merck am Montag mitteilte.

Die beiden Vakzine hätten in frühen klinischen Studien nur Immunantworten erzeugt, die niedriger ausgefallen seien als die bei ehemaligen Covid-19-Patienten. Die Ergebnisse seien zudem schwächer gewesen als die anderer Covid-19-Impfstoffe in klinischen Studien. Merck will sich nun nur noch auf Medikamente zur Behandlung von Covid-19 konzentrieren.

Die Merck-Aktie drehte nach Bekanntgabe der Nachricht vorbörslich ins Minus. Auch die US-Aktienfutures gerieten leicht unter Druck.

Verschärfte Maskenpflicht in Österreich in Kraft getreten

In Österreich gilt seit Montag eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln. Die verschäfte Maskenpflicht gilt für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren. Ausnahmen gibt es nur für schwangere Frauen und aus anderen medizinischen Gründen. Zusätzlich gilt nun ein auf zwei Meter ausgeweitetes Abstandsgebot.

Seit Ende Dezember gelten in Österreich wieder strenge Corona-Beschränkungen. Geschäfte, Restaurants, Sportstätten, Kinos und Museen sind ebenso geschlossen wie Schulen. Trotzdem ist die Zahl der Corona-Infektionen bisher nicht spürbar zurückgegangen. Der Inzidenzwert liegt derzeit bei rund 130 pro 100.000 Einwohner, die Regierung hat aber eine Zielmarke von 50 ausgegeben.

FFP2-Masken blockieren fast alle Aerosole und bieten daher einen besseren Schutz als OP- oder Stoffmasken. Die Pflicht zum Tragen dieser Masken gilt nun in österreichischen Supermärkten, Arztpraxen und in Dienstleistungsbetrieben wie Auto-Werkstätten.

Spekulationen um erneuten Corona-Lockdown in Frankreich

In Frankreich mehren sich die Spekulationen um einen möglichen dritten Lockdown wegen der Corona-Pandemie. Die Sonntagszeitung «Journal du Dimanche» hatte berichtet, dass Präsident Emmanuel Macron noch in dieser Woche landesweite Ausgangsbeschränkungen verkünden könnte.

Frankreichs Regierung betont unterdessen, dass noch nichts entschieden sei. «Es gibt zu diesem Zeitpunkt noch keine Entscheidung», sagte Europa-Staatssekretär Clément Beaune am Montagmorgen im Gespräch mit Radio Classique.

Zurzeit gibt es eine Ausgangssperre ab 18 Uhr.
Zurzeit gibt es eine Ausgangssperre ab 18 Uhr.
Keystone

Ähnlich äusserte sich Regierungssprecher Gabriel Attal. Er sagte dem Sender France 3, man wolle schauen, ob die abendlichen Ausgangsbeschränkungen ab 18 Uhr Wirkung zeigten. Die Verbreitung des Virus schreite in Frankreich derzeit voran, ohne dass es einen exponentiellen Anstieg gebe, so Attal. Im Schnitt liegt die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen etwa bei 20 000. Im vergangenen Dezember lag sie zeitweise bei der Hälfte. Macron hatte damals als Ziel nicht mehr als 5000 Neuinfektionen pro Tag ausgerufen.

In Frankreich gab es bereits zwei Mal sehr strikte Ausgangsbeschränkungen – im vergangenen Frühjahr und Herbst. Seit gut einer Woche gilt im ganzen Land die abendliche Ausgangssperre ab 18 Uhr. Supermärkte sind dann geschlossen, Spaziergänge oder Sport an der frischen Luft untersagt. Gerade am späten Nachmittag kommt es seitdem in etlichen Supermärkten zu riesigen Anstürmen und Gedränge.

Infektion in Neuseeland

In Neuseeland verzeichnen die Behörden erstmals seit Monaten wieder eine Corona-Infektion. Betroffen sei eine 56-Jährige, die am 30. Dezember von einer Auslandsreise zurückgekehrt sei, teilte die Regierung mit.

Während der zweiwöchigen Zwangsquarantäne sei die Frau zunächst zwei Mal negativ getestet worden. Doch nach der Quarantäne sei bei einem weiteren Test die südafrikanische Variante des Virus nachgewiesen worden. 15 engere Kontaktpersonen seien identifiziert und kontaktiert worden. Ihr Ehemann sei negativ getestet worden.

SDA/AFP/red

3599 Kommentare
    Paul Weder

    "Hongkong riegelt Stadtviertel ohne Vorwarnung ab". Das Vorgehen in China mit der Philosophie der "Nulltoleranz" ist äusserst effizient, garantiert den Bürgern Sicherheit und der Wirtschaft einen Boom, wie es ihn noch nie gegeben hat. Der Konsum hat sich verlagert in den Bereich des Online-Shopping. Aber auch Branchen, welche viele Kundenkontakte haben, florieren weiterhin und gehen nicht in Konkurs. Dieses Vorgehen ist so dermassen effizient im Vergleich zur Durchseuchungsstrategie im Westen, dass man es hier ebenfalls irgendwann wird kopieren müssen. Und vermutlich werden sogar die Wirtschaftsverbände selber die Nulltoleranz-Philosophie über ihren Bundesrat erzwingen wollen. Die Musik spielt heute in Asien. Man muss von dort kopieren lernen, wenn man es nicht besser kann und hintennach hinkt. Die Schweizerische Hotelleriebranche ist durch die Wintersport-Philosphie mit Durchseuchungs-Bedingung auf jedenfall bereits ruiniert.