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Velo-Offensive im ParlamentNun sollen Basler richtig Velofahren lernen

Gleich sechs Velo-Vorstösse hat der Grosse Rat überwiesen. Die Palette reicht von neuen Veloverbindungen mit Unterführungen bis hin zur Förderung der Velofahrkompetenz. Das letzteres nötig ist, zeigt eine Bussenbilanz der Polizei.

Der Basler Grosse Rat überwies am Mittwoch sechs Vorstösse zur Förderung des Veloverkehrs.
Der Basler Grosse Rat überwies am Mittwoch sechs Vorstösse zur Förderung des Veloverkehrs.
Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Der Basler Grosse Rat hat am Mittwoch sechs Vorstösse zur Förderung des Veloverkehrs an die Regierung überwiesen. Mit einer Ausnahme geschah dies jeweils mit grossem Mehr.

Die Vorstösse enthalten Forderungen, die von besseren lokalen Velorouten von Quartier zu Quartier, über einen Bau eines neuen unterirdischen Veloparkings auf der Gundeldinger Seite des Bahnhofs SBB bis zur Förderung der Velofahrkompetenz in den Primarschulen reichen. Sie alle wurden mit Mehrheiten von über vier Fünftel der Stimmen oder gar stillschweigend überwiesen.

Mit einem vergleichsweise knappen Verhältnis von 45 zu 35 Stimmen wurde ein SP-Vorstoss für sichere Veloverbindungen über die Basler Ringstrassen überwiesen. Die Regierung hatte sich gegen die Überweisung dieses Vorstosses ausgesprochen, der den Bau von Velo-Unter- oder Überführungen an neuralgischen Stellen, wie etwa beim Spalentor vorschlägt.

Solche Unterführungen seien Relikte einer Verkehrsplanung aus den 1960er- oder 1970er-Jahren, sagte Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels (SP). Die Verfasser des Vorstosses entgegneten, dass diese Vorschläge nicht in Stein gemeisselt seien. Es gehe aber um das Prinzip, verkehrsreiche und damit gefährliche Kreuzungen für den Veloverkehr auch mit baulichen Massnahmen sicherer zu machen.

Velofahrer wegen Missachtung der Fussgängerzonen gebüsst

Am gleichen Tag wie der Grosse Rat in die Velo-Offensive ging, hat die Basler Polizei Bilanz von zehn Verkehrskontrollen in der Basler Innenstadt gezogen, die in den vergangenen 14 Tagen am Rheinsprung, am Spalenberg, in der Freien Strasse und in der Steinenvorstadt vorgenommen wurden. Im Fokus stand die Einhaltung des allgemeinen Fahrverbots in den Fussgängerzonen.

Damit haben vornehmlich die Velofahrer ein Problem: 92 Velo- und drei Motorfahrzeuglenkende erhielten wegen Nichtbeachtens des Signals «Fussgängerzone» eine Ordnungsbusse. 20 Velofahrende wurden gebüsst, weil sie das Signal «Einfahrt verboten» ignoriert hatten. Viele gebüsste Personen hätten vor Ort wenig Einsicht gezeigt, heisst es im Communiqué das Justiz- und Sicherheitsdepartement am Mittwoch. Hingegen seien Passanten dankbar für die Kontrollen gewesen.

Die Polizei stellte auch acht Ordnungsbussen wegen Nichtbeachtens des Signals «Verbot für Motorwagen» und eine Busse wegen Fahrens ohne Licht aus.

SDA/amu

20 Kommentare
    Schoenbi

    Genau so wichtig, wie die Sicherheit und der Platz für Velofahrer auf unseren Strassen, ist meiner Meinung (als Velofahrer) auch die Disziplin, Belehrung und wenn nötig Bestrafung von uns Radlern. Was mich, wenn ich im Auto unterwegs bin, allerdings am meisten auf die Palme bringt, ist, wenn extra neben der Strasse ein Fahrradweg vorhanden ist, aber (wenn auch nur wenige) ein/e Velofahrer/in trotzdem auf der Strasse fährt. Dort wo es separate Wege hat, soll das Fahren auf der Strasse einfach verboten sein und gebüsst werden.