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Alarmierender UNO-Bericht Nordkorea hat klammheimlich aufgerüstet

Diktator Kim Jong-un hat entgegen aller Zusagen an US-Präsident Donald Trump sein Atomwaffen- und Raketenarsenal ausgebaut. Und arbeitet dabei mit dem Iran zusammen.

Die Gipfeldiplomatie des früheren US-Präsidenten Donald Trump ist gescheitert: Nordkorea setzt mehr denn je auf militärische Stärke.
Die Gipfeldiplomatie des früheren US-Präsidenten Donald Trump ist gescheitert: Nordkorea setzt mehr denn je auf militärische Stärke.
Foto: AFP

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un hat im vergangenen Jahr das Atomwaffen- und Raketenarsenal seines Landes weiter ausgebaut. Das geht aus dem jährlichen Bericht eines vom UNO-Sicherheitsrat eingesetzten Expertengremiums hervor, das die Einhaltung der Sanktionen gegen das kommunistische Land überwacht. Indirekt bescheinigten die Fachleute damit das Scheitern der Gipfeldiplomatie des früheren US-Präsidenten Donald Trump. Dieser hatte bei mehreren Treffen versucht, Kim dazu zu bewegen, sein Atomwaffenprogramm aufzugeben.

Noch Anfang Januar hatte Trumps damaliger Aussenminister Mike Pompeo auf Twitter verkündet, dass der Gewinn dieser Treffen «unbestreitbar» sei. Er verwies darauf, dass Nordkorea seit Beginn der Gespräche weder Atomwaffen noch ballistische Raketen von interkontinentaler Reichweite getestet habe. Das bescheinigten auch die UNO-Experten. Allerdings habe Pyongyang im selben Zeitraum Tests neuer Raketenmodelle und deren Produktion angekündigt, ebenso wie die Entwicklung taktischer Atomwaffen.

Biden schliesst mehr Druck nicht aus

Die neue US-Regierung von Präsident Joe Biden strebt laut dem Aussenministerium einen neuen Ansatz in der Nordkorea-Politik an. Sie überprüft in Konsultationen mit Verbündeten in der Region zwar das Potenzial für neue diplomatische Initiativen, schliesst aber auch stärkeren Druck auf Pyongyang nicht aus.

In dem Bericht heisst es, Kim Jong-un habe weiter spaltbares Material für Atomwaffen produzieren lassen, die Nuklearanlagen des Landes unterhalten und die Infrastruktur für sein Raketenprogramm ausgebaut. Auch habe Nordkorea weiter versucht, Material und Technologie für Massenvernichtungswaffen im Ausland zu beschaffen.

Raketensysteme mit kurzen, mittleren und interkontinentalen Reichweiten: Militärparade in Pyongyang Mitte Januar.
Raketensysteme mit kurzen, mittleren und interkontinentalen Reichweiten: Militärparade in Pyongyang Mitte Januar.
Foto: AFP

Die Experten halten zudem fest, was auf Militärparaden ohnehin sichtbar war: Nordkorea habe neue Raketensysteme mit kurzen, mittleren und interkontinentalen Reichweiten vorgestellt, ebenso eine U-Boot-gestützte Rakete. Zwar sind die bei Paraden gezeigten Flugkörper meist Attrappen, von denen nicht klar ist, ob sie tatsächlich fliegen. Allerdings weisen eine Vielzahl von Tests etwa von Triebwerken und Raketen kürzerer Reichweiten auf umfassendes und aktives Entwicklungsprogramm hin.

Der Bericht zitiert zudem die Einschätzung eines Mitgliedsstaates, wonach Nordkorea vermutlich in der Lage ist, Raketen verschiedener Reichweiten mit einem Atomsprengkopf zu bestücken. Unklar sei allerdings, ob das Land die technisch komplizierte Herausforderung gelöst habe, den Gefechtskopf vor der enormen Hitze zu schützen, die bei Wiedereintritt in die Erdatmosphäre entsteht.

Besondere Aufmerksamkeit dürfte in Washington auf der Zusammenarbeit zwischen Nordkorea und dem Iran liegen.

Besondere Aufmerksamkeit dürfte in Washington künftig auf der Zusammenarbeit zwischen Nordkorea und dem Iran liegen. Wie es in dem Bericht heisst, haben die beiden Länder ihre Zusammenarbeit bei Langstreckenraketen ausgeweitet. So habe Nordkorea «kritische Komponenten» geliefert und nordkoreanische Techniker Unterstützung beim Bau einer Trägerrakete geleistet.

Der Iran hatte am 1. Februar eine dreistufige Rakete vom Typ Zoljanah ins All geschossen. Nach iranischen Angaben kombinierte der bisher leistungsstärkste im Iran hergestellte Flugkörper Flüssig- und Feststofftriebwerke, was eine Nutzlast von 220 Kilogramm ermögliche. Trägerraketen sind Interkontinentalraketen technisch ähnlich, weshalb westliche Staaten Raumfahrtprogramme wie im Iran als zivilen Deckmantel für die Entwicklung militärischer Raketen ansehen.

Der Iran weist die Erkenntnisse der UNO zur Zusammenarbeit mit Nordkorea zurück. Diese beruhten auf «falschen Informationen und gefälschten Daten».

11 Kommentare
    Gion Saram

    Kim und sein verstorbener Vater haben ihre Lektion gelernt. Diktatoren die über keine Massenvernichtungswaffen verfügten wie Saddam Hussein oder Muammar al-Gaddafi nahmen ein hässliches Ende in einem Erdloch oder auf dem Schaffot. Um genau dies zu verhindern, will und muss Kim nun um jeden Preis sich genau solche Waffen beschaffen. Aus seiner Sicht ein völlig logischer und vernünftiger Vorgang, denn wie sollte er sonst seine Macht und seine Dynastie erhalten? Und solange seine Untertanen bereit sind ihm dies zu erlauben wird dieses Regime auch weiterhin existieren. Ein Regime wie in Nordkorea stürzt nur durch eine Revolte der innersten Machtzirkeln, so wie damals Ceaucescu in Rumänien. Von aussen was zu ändern dürfte ziemlich aussichtslos sein.