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UBS verkauft einen Basler StandortNiemand weiss, was jetzt mit dem Hammering Man passiert

Die Grossbank UBS fokussiert ihre Tätigkeiten an der Gartenstrasse und in der Aeschenvorstadt. Rund 500 Basler Mitarbeitende müssen aus dem Gebäude ausziehen.

Der frühere Prestigebau des Schweizerischen Bankvereins am Aeschenplatz hat bei der UBS ausgedient. Er wird deshalb verkauft.
Der frühere Prestigebau des Schweizerischen Bankvereins am Aeschenplatz hat bei der UBS ausgedient. Er wird deshalb verkauft.

Am Vormittag erhielten die 1400 Beschäftigten der Grossbank die Nachricht, dass viele von ihnen in den nächsten Monaten ihren Arbeitsplatz zügeln müssen. «Wir überprüfen und optimieren unser Immobilienportfolio laufend», heisst es in der UBS-Mitteilung, die der BaZ vorliegt. Dazu gehöre es auch, die Gebäude dem Flächenbedarf anzupassen. «Deshalb planen wir auf Mitte 2021 einen Verkauf unseres Gebäudes am Aeschenplatz 6.» Nötig wurde der Schritt auch deswegen, weil am Aeschenplatz saniert werden muss.

Dort schwingt seit dem Jahr 1989 der 13,5 Meter hohe und acht Tonnen schwere Hammering Man seinen Hammer. Dieser gehört der UBS Art Collection. Schöpfer des Werks ist der Amerikaner Jonathan Borofsky, der auch in anderen Wirtschaftsmetropolen wie Frankfurt oder New York weitere Skulpturen dieser Art aufstellen liess. Der Hammering Man gilt als der fleissigste Arbeiter Basels. Vor allem zu Beginn sorgte er in der Rheinstadt aber auch für rote Köpfe. Es ist offen, was mit dem Hammering Man in Zukunft passiert. Nach Informationen der BaZ will sich der Kanton dafür einsetzen, dass er am bestehenden Standort bleiben kann.

Wenige Meter hinter dem Gebäude am Aeschenplatz wird der UBS-Standort an der Gartenstrasse aufgewertet.
Wenige Meter hinter dem Gebäude am Aeschenplatz wird der UBS-Standort an der Gartenstrasse aufgewertet.

Kein Personalabbau geplant

Der Aeschenplatz 6 war früher Hauptstandort des ehemaligen Schweizerischen Bankvereins, später wechselte die Grossbank an die Aeschenvorstadt 1, wo sie aufwendig die Kundenhalle sanierte, jetzt dort ihr Flaggschiff hat und ihre Kundinnen und Kunden empfängt.

Das Gebäude am Aeschenplatz wurde zwischen 1984 und 1988 vom damaligen Schweizerischen Bankverein gebaut, nachdem das alte Gebäude gesprengt worden war. Zuvor war die ehemalige «Nationalzeitung» im Gebäude domiziliert, ab 1977 die «Basler Zeitung» (nach der Fusion mit den «Basler Nachrichten») von 1943 bis 1983 zu Hause. Danach zügelte die Zeitung nach Kleinhüningen an die Hochbergerstrasse, bis sie 2001 wieder an den Aeschenplatz in die alte Börse zurückkehrte.

Aktuell betreibt die UBS in Basel drei Standorte. Neben dem Aeschenplatz 6, der jetzt verkauft wird, und dem Hauptgebäude in der Aeschenvorstadt, gibt es den Standort an der Gartenstrasse 9. Hier werden in Zukunft sämtliche Middle- und Backoffice-Einheiten der Region Basel beherbergt sein. Das Gebäude erlaube mit der bestehenden Flächenaufteilung eine hohe Flexibilität und biete den nötigen Platz für die Bankarchive sowie das Bankenmuseum, heisst es. Demnach müssen auch Mitarbeitende aus den verbleibenden Standorten teilweise ihren Arbeitsplatz zügeln.

Gepackt wird bei der UBS aber nicht von einem auf den anderen Tag. Ziel sei es, das Gebäude am Aeschenplatz bis spätestens Juni zu verlassen, heisst es in der Mitarbeiterinformation. Die Konsolidierung auf zwei Gebäude soll zu keinem Personalabbau führen. Zudem steigt auch bei der UBS das Bedürfnis nach flexiblerer Heimarbeitszeit, und die Zahl der Beschäftigten ist in den letzten Jahren tendenziell leicht rückläufig.

Über die Höhe des Verkaufspreises wollte die UBS auf Anfrage keine Angaben machen. Sie bestätigte lediglich die Absicht, das Gebäude zu verkaufen. Ganz offensichtlich existieren bereits potenzielle Interessenten. Diese sollen von der Bank direkt angeschrieben werden.

Basel ist bei der Schliessung von Gebäuden keine Ausnahme. Seit zehn Jahren stellt die Bank ihr Immobilienportfolio auf den Prüfstand. In London wurde die Zahl der Standorte von über zehn auf einen verringert. In Singapur will man sich auf einen Standort fokussieren. Auch in der Schweiz, etwa in Lugano oder Genf, besonders aber in Zürich wurden nicht mehr benötigte Gebäude abgestossen.

Neben Basel läuft aktuell auch eine Konsolidierung in St. Gallen auf den Standort am Bahnhofplatz.

Das Flaggschiff der UBS in Basel in der Aeschenvorstadt.
Das Flaggschiff der UBS in Basel in der Aeschenvorstadt.
14 Kommentare
    Babette Schwarz

    Also, wenn niemand weiss was mit dem Hammering Man geschehen soll......

    ich stelle meinen Garten in Basel zur Verfügung, gratis und franko;)