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Der beste Nachwuchszeichner BaselsNiemand kanns so gut wie der Alessio Schnell

Ein Röschenzer gewinnt den Titel «Lehrling des Jahres» 2020.

Alessio Schnell, der Lehrling des Jahres, an seinem Architektur-Arbeitsplatz.
Alessio Schnell, der Lehrling des Jahres, an seinem Architektur-Arbeitsplatz.
Foto: Nicole Pont (Tamedia)

Die Auszeichnung zum «Lehrling des Jahres», die in der Dreispitzhalle verliehen wurde, sei eine grosse Ehre für ihn, sagt der angehende Zeichner EFZ Architekten Alessio Schnell aus Röschenz zur BaZ. Besonders stolz ist er, da es anfänglich schulisch etwas harzte, bevor «der Knopf aufgegangen» sei und er gegen Ende seiner Schulzeit den Schritt vom Niveau A ins Niveau E schaffte.

Die Berufswahl des Zwanzigjährigen zum Zeichner war gut überlegt. «Zeichnen hat mein bisheriges Leben immer begleitet.» Bereits als Dreikäsehoch zeichnete er zu Hause viel – beispielsweise Traktoren. «Das hat mir mein Vater beigebracht», von dem er viel gelernt habe. Er zeichnete vor allem Maschinen, später auch in der Schule. Als er sich für einen Beruf entscheiden musste, schnupperte der handwerklich begabte Jugendliche als Polygraf, als Zimmermann und als Industriedesigner. «Der Beruf des Zimmermanns gefiel mir sehr gut.» Er erhielt die Lehrstelle auch zugesprochen. Trotzdem praktizierte er noch einige Tage im Beruf des Zeichners. «Das hat mir anfänglich gar nicht so sehr gefallen.» Die Entscheidung fiel erst, als er in einem weiteren Betrieb schnupperte. «Dort gefiel es mir dann sehr gut.»

Die Lehre zum Zimmermann sagte er ab. Ebenso den Vorkurs an der Schule für Gestaltung, wofür er sich ebenfalls beworben hatte und aufgenommen worden wäre. Er wählte jedoch einen anderen Weg: Schnell absolvierte das zehnte Schuljahr im Niveau E – dies mit gutem Abschluss. Es schaffe bessere Möglichkeiten, so Schnell, bewerbe man sich mit einem E-Abschluss für eine Lehrstelle. Schnell suchte und fand er eine Lehrstelle als Zeichner. Heute befindet er sich bei Esszett Architekten in Basel im vierten Lehrjahr und sieht dem Ende der Ausbildung entgegen.

Zuerst die Handskizze

An seinem Beruf gefallen Schnell vor allem die vielfältigen Aufgaben, die damit verbunden sind: Kommunikation mit Unternehmern und Architekten; Zeichnen und Konstruieren am Computer; Besprechungen von Konstruktionen; Besprechungen und Dokumentationen auf der Baustelle; der Bau von Modellen; das Erschaffen eines Gebäudes von
der Skizze bis zum fertigen Bau. Und: Dem angehenden Zeichner gefällt es, dass man mit Architektur «die Welt neu
gestalten» und damit zur Errichtung besserer Bauten beitragen kann.

Obwohl der Beruf heute weitgehend digital unterwegs ist, hat die Handskizze noch immer eine wichtige Bedeutung. «Das macht mir am meisten Spass. Wir skizzieren zunächst alle Details von Hand», bevor sie digital ausgestaltet werden.

Für die nähere Zukunft hat Schnell bereits konkrete Pläne: Nach Abschluss der Lehre möchte er noch ein halbes Jahr auf dem Beruf arbeiten und anschliessend den Militär- oder Zivildienst leisten.

Am Anschluss daran beabsichtigt er, die einjährige Berufsmatur nachzuholen, um anschliessend Architektur zu studieren. In der Freizeit spielt Schnell Schlagzeug, am liebsten Rock, mit grosser Freude an AC/DC. «Ich höre jedoch auch andere Musik.»

Seine musikalischen sportlichen Aktivitäten im Turnverein Röschenz sind derzeit grösstenteils auf Eis gelegt. Die berufliche Beanspruchung und seine ambitionierten Pläne nehmen derzeit viel Platz ein. Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben. «Ich kann derzeit einfach nicht alles machen», zumal er immer wieder auch kleine Zeichnungsaufträge für Freunde erledigt.

Nebst Alessio Schnell schaffte es Saskia Keller, Sanitärinstallateurin EFZ bei Bouygues E&S InTec Schweiz AG, auf den zweiten Platz. Der dritte Podestplatz ging an Annina Jenzer, Fleischfachfrau EFZ, Jenzer Fleisch und Feinkost AG in Arlesheim. Der erstmals 2009 durchgeführte Wettbewerb «Lehrling des Jahres» ist eine Initiative des Gewerbeverbandes Basel-Stadt, der UBS Schweiz, der Suva, des Kulturprozents von Migros, von UBS Schweiz und der «Basler Zeitung».

1 Kommentar
    Albina Salvadore

    Gratuliere herzlich alle diesen jungen Lehrlingen die mit viel Fleiss und Ausdauer beweisen wie man es schafft die eigene Zukunft in die eigenen Händen zu nehmen, wünschen ihnen viel Erfolg und Glück.