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Der Schlüssel zum ErfolgWieso teure Unis wenig bringen

Wie wird man zum Gewinner? Ein Physiker hat Tausende Biografien berühmter Persönlichkeiten studiert – und will die Antwort gefunden haben.

Talent und Fleiss am wichtigsten: Ob jemand nach dem abgeschlossenen Studium Erfolg hat, ist nicht unbedingt vom Ansehen der Uni abhängig. Studenten an der Abschlussfeier der renommierten Harvard University im Jahr 2018.
Talent und Fleiss am wichtigsten: Ob jemand nach dem abgeschlossenen Studium Erfolg hat, ist nicht unbedingt vom Ansehen der Uni abhängig. Studenten an der Abschlussfeier der renommierten Harvard University im Jahr 2018.
Foto: Paul Marotta (Getty Images)

Was entscheidet über den Erfolg im Berufsleben? Das Talent, das finanzielle Polster oder doch das vermeintlich alles entscheidende Quäntchen Glück? Die Frage nach der Formel des Erfolgs beschäftigt die Menschheit seit je. Nun will ein Physiker die Antwort darauf gefunden haben, wie der «Spiegel» schreibt.

Albert László Barabási, Physiker an der Northeastern University in Boston, hat dafür Tausende Publikationen von Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen und Aufsätze erfolgreicher Unternehmer ausgewertet sowie die Karrieren von fast einer halben Million Künstlern studiert.

Eine wohl besonders überraschende Erkenntnis seiner statistischen Analysen: Ob man an einer Eliteuni abgeschlossen hat oder an einer weniger bekannten Universität, spielt für den weiteren Karriereverlauf und damit verbunden: den Lohn grundsätzlich keine Rolle. Talent und Fleiss der Studenten zählten mehr als das Prestige der jeweiligen Hochschule, meint Barabási gegenüber der Zeitung. «Anscheinend machen nicht die Unis erfolgreiche Studenten, sondern kluge Studenten machen den Erfolg der Unis aus.»

Und einmal aus dem Studentenleben heraus entscheidet nicht nur die Bewerbungsmappe darüber, wer eine Stelle bekommt, sondern auch die Reihenfolge der Bewerbungsgespräche, wie der Physiker herausfand. Laut Barabási besteht für denjenigen, welcher das Gespräch direkt am Anfang hat, eine 50-prozentige Erfolgschance, während das Schlusslicht zu fast 75 Prozent für den Job ausgewählt werde ganz nach dem Motto: Die Letzten werden die Ersten sein.

Wer in der Kunst durchstarten möchte, der sollte bereits früh oben einsteigen, denn: Künstler, die in unbekannten Galerien ausstellen, haben nur eine Chance von 10 Prozent, in der Kunst gross herauszukommen. Das hat eine Analyse des Forscherteams rund um Barabási herausgefunden, das die Biografien von fast einer halben Million Künstlern ausgewertet hatte. Wie weit es ein Künstler in seinem Leben bringt, lasse sich schon anhand der ersten fünf Ausstellungsorte voraussagen. Erstmals durchgestartet, liege die Chance, dass die Karriere später doch noch erfolglos verlaufe, bei lediglich 0,2 Prozent, so Barabási.

«Brillante Ideen kennen kein Verfallsdatum»

Was hingegen keine Rolle für den Berufserfolg spielen dürfte, ist das Alter. «Brillante Ideen kennen kein Verfallsdatum», sagt Barabási. Wie eine Auswertung der Karrieren und Veröffentlichungen von mehr als 2800 Physikern aus mehreren Jahrzehnten ergab, gelang bei etlichen Gelehrten der Durchbruch erst nach Vollendung des 50. Lebensjahrs, bei einigen sogar erst mit über 70. «Entscheidend ist, dass man sein Leben lang fleissig weiter publiziert. Jede wissenschaftliche Arbeit ist wie ein Los, und jedes Los hat dieselbe Chance, egal, wie alt ich bin.»

Doch auch bei den Unternehmern scheint das Alter nur eine untergeordnete Rolle für den Erfolg zu spielen. Die meisten ökonomisch erfolgreichen Start-up-Gründer seien in Wahrheit schon über 50, die weniger erfolgreichen sogar schon über 40, so Barabási gegenüber dem «Spiegel».

Wer Erfolg haben wolle, müsse gut sein in dem, was er mache, und über ein gutes Netzwerk verfügen, so die laut Barabási wichtigste Erkenntnis seiner gross angelegten Datenanalyse. Dies zeige sich unter anderem bei der Verleihung des Nobelpreises, wo eher die Forschenden berücksichtigt würden, die in Forscherkreisen bereits einigermassen bekannt seien. Benachteiligt würden dabei vor allem Frauen, da ihre Chancen auf eine feste Professur statistisch gesehen viel tiefer lägen als bei ihren männlichen Kollegen. Frauen sollten deshalb eher solo auftreten oder selbstbewusst die eigenen Leistungen reklamieren, so der Rat des Physikers.

sho

20 Kommentare
    Dmitri Gorskine

    Ich wurde in Sibirien geboren, studierte an der Moskauer Universität. An drei anderen Universitäten beschäftigte er sich mit der Bibliothek, hörte Kostenlose Vorträge, wo er in Russland, Kanada erlaubt war.

    Ich habe es geschafft, das Rätsel der Navier-Stokes-Gleichung zu lösen (dies ist die Newton-Gleichung für eine Flüssigkeit ohne kapillarkräfte ). Ich habe genaue analytische Lösungen gefunden. Ich wollte mit McGill University Professor über diese Aufgabe sprechen. Er sagte mir, dass es unmöglich sei, eine Lösung zu finden.,. Es ist wie Perpetuum Mobile zu erstellen."

    Er fing an, mir zu erklären, warum das so war. Er hat an mehreren Universitäten studiert.Das fand ich lächerlich, weil ich ihm nicht gesagt habe, dass ich diese Aufgabe vor Jahren gelöst habe.

    Wenn Sie etwas entdeckt haben, dann ist es völlig neu.

    Es ist wie ein Biber,der 18 Bäume umgestürzt hat, den ich gestern zum ersten mal in meinem Leben in der Nähe des Flusses gesehen habe. Er war sehr nass und unartig.(Ich habe den Müll im Park nach den Touristen weggeräumt.) Und ich weiß nicht, wie ich ihn umsiedeln soll. Sonst knabbert er alle Weiden im Park.

    Niemand glaubt Ihnen, dass Sie das Problem lösen können, das Sie gemacht haben. Das sind zwei Voraussetzungen für eine große Eröffnung.

    Nicht Universitäten. Wenn meine Lösung Teil des Millenniums-Problems ist, wird es sehr lustig sein. der Physikprofessor der Universität muss seine Ansichten über die Natur ändern. Ich habe nirgendwo Deutsch gelernt.