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Zeugin ermordet – 20 Jahre Haft für IV-Betrüger

Der heute 55-jährige Mann bestreitet, in Thunstetten eine Praxisassistentin getötet zu haben. Das Gericht hat ihn trotzdem wegen Mordes verurteilt.

Zu 20 Jahren Haft verurteilt: Der serbische Beschuldigte vor dem Regionalgericht 2016.
Zu 20 Jahren Haft verurteilt: Der serbische Beschuldigte vor dem Regionalgericht 2016.
Res Zinniker
Am 1. Oktober 2013 ist in Thunstetten eine Frau tot aufgefunden worden. Verdächtigt wird ein mutmasslicher IV-Betrüger, der nun vor dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau steht.
Am 1. Oktober 2013 ist in Thunstetten eine Frau tot aufgefunden worden. Verdächtigt wird ein mutmasslicher IV-Betrüger, der nun vor dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau steht.
Markus Heinzer, newspictures
Die Getötete hätte am 10. Oktober des gleichen Jahres als Zeugin in einem den Mann betreffenden Betrugsfall aussagen sollen.
Die Getötete hätte am 10. Oktober des gleichen Jahres als Zeugin in einem den Mann betreffenden Betrugsfall aussagen sollen.
Markus Heinzer, newspictures
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Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau hat am Donnerstag einen heute 55-jährigen Serben wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt. Der IV-Betrüger soll im Oktober 2013 eine 38-jährige Praxisassistentin kaltblütig erstochen haben.

Das Opfer hätte wenige Tage nach der Tat in einem Strafverfahren wegen missbräuchlich bezogener IV-Gelder gegen den Mann aussagen sollen. Dazu kam es aber nicht. Am 1. Oktober 2013 wurde die Frau an ihrer Wohnungstüre in Thunstetten BE überfallen und mit mehreren Messerstichen getötet.

Blut an den Schuhen

Der Angeklagte wies von sich, für die Bluttat verantwortlich zu sein. Die Indizien wogen aber schwer: Am Tatmesser, das der Täter am Tatort versteckte, fand sich DNA des Serben. Auch wurden Blutspuren des Opfers an seinen Schuhen gefunden.

Die Praxisassistentin hatte den Stein 2010 ins Rollen gebracht, als sie in ihrer Freizeit zufällig beobachtete, wie der angeblich invalide Patient alleine einkaufen ging und dabei problemlos gehen konnte.

Diese Beobachtung, welche die Frau ihrem Chef meldete, führte zu einer Überprüfung durch die Behörden. Observationen von IV-Detektiven bestätigten, dass der Mann in unbeobachteten Momenten ohne fremde Hilfe unterwegs war.

Beschwerden vorgetäuscht

Ein ärztliches Gutachten kam zum Schluss, dass der IV-Rentner seine Beschwerden vortäuschte, worauf die IV-Stelle die Rente widerrief und Strafanzeige wegen Betrugs und Urkundenfälschung einreichte.

Der Mann war 2002 bei einem Arbeitsunfall gestürzt und meldete sich wegen chronischen Schmerzen und Depressionen bei der Invalidenversicherung. Ab 2003 wurde ihm eine volle Rente zugesprochen, später gar eine Hilflosenentschädigung.

SDA/woz

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