So alt ist Ihr Hund wirklich in Menschenjahren

Genetiker haben eine neue Formel entwickelt. Sie bricht mit der Vorstellung, ein Hundejahr liesse sich mit sieben Menschenjahren vergleichen.

Ein Hundejahr mit sieben Menschenjahren vergleichen? Die Wahrheit ist offenbar komplizierter.

Ein Hundejahr mit sieben Menschenjahren vergleichen? Die Wahrheit ist offenbar komplizierter.

(Bild: Keystone)

Wer damit angefangen hat, ein Hundejahr mit sieben Menschenjahren zu vergleichen, ist schwer zu sagen. Vielleicht kam diese Person auf die Idee, weil Hunde in der Regel um die zehn Jahre alt werden, während die weltweite Lebenserwartung für den Menschen bei etwa 70 Jahren liegt. Wissenschaftlich gesehen ist der Vergleich jedenfalls Unsinn.

Doch nun haben amerikanische Genetiker von der University of California in San Diego eine Formel aufgestellt, mit der sich das wahre Äquivalent vom Hunde- zum Menschenalter berechnen lässt.

Demnach ist ein sieben Wochen alter Labrador-Retriever-Welpe mit einem neun Monate alten Menschenbaby vergleichbar; nach ungefähr zehn Monaten kommt er in die Pubertät, und feiert der Hund irgendwann seinen zwölften Geburtstag, dann entspricht das in Menschenjahren einem runden 70er.

Das Forscherteam um Tina Wang veröffentlichte seine Studie zunächst auf dem Pre-Print-Server bioRxiv. Darin greifen die Genetiker auf neue Erkenntnisse in der Altersforschung zurück: Im Laufe des Lebens verändert sich nämlich die chemische Struktur der DNA mancher Säugetiere, darunter nicht nur Menschen und Hunde, sondern auch Mäuse, Schimpansen und Wölfe.

Genetiker bezeichnen dieses Phänomen als epigenetische Uhr. Ein langes Leben mit Krankheiten und ungesunden Gewohnheiten geht nämlich nicht spurlos am Erbgut vorbei. So lagern sich mit der Zeit Methylgruppen an bestimmten DNA-Sequenzen an, die Rückschlüsse auf das Alter eines Menschen oder Hundes erlauben.

Anhaltspunkte in der Hunde-Pubertät

Konkret untersuchten Wang und ihre Kollegen die DNA-Methylierung von 104 Labrador-Retrievern, die zwischen vier Wochen und 16 Jahre alt waren. Sie stellten fest, dass sich die Methylgruppen bei den Hunden je nach Alter an charakteristischen Genomabschnitten anlagerten wie beim Menschen. Besonders hoch war die Korrelation bei beiden Arten immer dann, wenn sich der Körper gerade grundlegend veränderte, wie während des Zahnens oder in der Pubertät.

Das könnte unter anderem auch daran liegen, dass Hunde in einer ähnlichen Umgebung aufwachsen wie der Mensch und bei Krankheiten mit den selben Methoden behandelt werden. Herausgekommen ist schliesslich eine Formel, die etwas komplexer ist, als das Hundealter einfach mit sieben zu multiplizieren: Ausserdem braucht es dazu einen Taschenrechner mit Logarithmus-Taste (ln). Nehmen Sie das Alter des Hundes und drücken Sie ln. Das Ergebnis multiplizieren Sie mit 16 und addieren 31. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Tiere älter als ein Jahr sind. Ein Beispiel: Ein elfjähriger Hund ist in Menschenjahren nun 69 - und nicht mehr 77 Jahre alt.

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