Zum Hauptinhalt springen

Warum Hard- und Software so schlecht harmonieren

AnalyseWas haben Windows und Android gemeinsam? Beides sind Betriebssysteme, die auf Geräten unterschiedlicher Hersteller laufen. Microsoft stellt den PC-Herstellern das System auf Lizenz bereit. Android seinerseits ist für die Hersteller (in den allermeisten Fällen) sogar kostenlos.

Das klingt ideal: Der eine sorgt für perfekte Hardware, der andere für ein rundum gelungenes Software-Erlebnis für den Nutzer. Doch Windows beweist seit 30 Jahren, dass es mit der Harmonie nicht weit her ist.

Denn die Hardware verrichtet ihren Dienst im Hintergrund. Es ist die Software, mit der die Nutzer interagieren. Um auch auf dem Desktop präsent zu sein, reichern die Hersteller das System mit eigenen Programmen an. Diese Dreingaben werden auch Crapware genannt: softwaremässiger Mist, der oft nur geringen Nutzen bietet und manchmal auch Sicherheitslücken aufweist.

Willkommene Einnahmequelle

Die PC-Hersteller erschlossen sich obendrein eine zusätzliche Einnahmequelle: Sie installieren Programme von Drittherstellern, zum Beispiel Virenscanner, die nach einer kurzen Testphase von den Nutzern entweder deinstalliert oder gekauft werden müssen.

Natürlich ist es sinnvoll, wenn die Hersteller gewisse Einflussmöglichkeiten haben. Das ist sogar nötig, damit sie die Besonderheiten ihrer Hardware voll ausschöpfen können: Wenn ein Hardwarehersteller einen besonders tollen Sensor einbaut, dann muss die Kamera-App auch in der Lage sein, dessen Fähigkeiten voll auszuschöpfen.

Doch es bringt dem Nutzer nichts, wenn die Hersteller alle Möglichkeiten haben, das System zu verschlimmbessern: Und das tun sie – manchmal unter tätiger Mithilfe der Mobilfunkbetreiber: Sie verändern die Optik und Funktionsweise wesentlicher Systemfunktionen wie beispielsweise den Launcher (Homescreen). Sie installieren Zusatz-Apps, die den Gerätespeicher verstopfen. Unter Umständen blockieren sie auch Standard-Apps oder -Funktionen. Und sie sind schuld daran, dass sich das Betriebssystem nur mit viel Verspätung oder gar nicht aktualisieren lässt.

Dass Microsoft den Fehler gemacht hat, war seinerzeit verständlich. Doch dass Google nichts aus dem Crapware-Debakel gelernt hat, ist eine sträfliche Unterlassungssünde. Matthias Schüssler

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch