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Viele Heime haben die Ausbildung vernachlässigt

Die Spitäler im Kanton Zürich kennen es bereits: Jedes Jahr erhalten sie eine Vorgabe der Gesundheitsdirektion, wie viele Ausbildungsplätze sie zur Verfügung stellen müssen. Erfüllen sie diese nicht, werden sie gebüsst. Die Vorgaben werden nach der Grösse und der Struktur des Betriebes berechnet und sukzessive erhöht. Dieses Jahr hat der Kanton auch eine Ausbildungspflicht für Pflegeheime und Spitexorganisationen eingeführt. Gestützt auf statistische Erhebungen von 2016, hat die Gesundheitsdirektion für jede Institution ausgerechnet, wie viele Pflege-Studierende, Fage- oder Fabe-Lehrlinge sowie Assistentinnen Gesundheit und Soziales sie ausbilden muss. Ziel ist, dass die Betriebe so viele Pflegende ausbilden, wie sie selber benötigen.

Wie die Zahlen zeigen, klaffen Istzustand und Zielvorgabe in vielen Pflegeheimen weit auseinander. 20 Heime bildeten bisher gar nicht aus. Zum Beispiel das private Alters- und Pflegeheim Abendruh in Uetikon am See. Geschäftsführer Martin Meier korrigiert: Seit einem Jahr hätten sie eine Fage, die die Ausbildung berufsbegleitend mache, im August starte eine zweite. Die Gesundheitsdirektion verlangt drei bis vier Fage-Lehrstellen in diesem Heim. Für Studierende liegt die Zielvorgabe bei drei, allerdings wird den Betrieben viel Zeit eingeräumt, dies zu erreichen. Geschäftsführer Meier sieht sich derzeit nicht in der Lage, eine Pflege-Studentin anzustellen: «Da können wir die nötige Ausbildungsqualität nicht bieten.» Er rechnet mit einer Busse, kann diese aber nicht beziffern.

Zu wenig Studierende

Generell ist festzustellen, dass die Heime recht viele Fage ausbilden, jedoch viel zu wenig Pflege-Studierende haben. Häufige Begründung: Man finde kaum Bewerberinnen, die jungen Leute wollten lieber ins Spital.

Auffällig wenig bilden zwei Privatunternehmen aus, die im Kanton Zürich Heime betreiben: das Tertianum und die Gruppe di Gallo. Eine Sprecherin von di Gallo bestätigt, dass die Gruppe im Bereich höhere Fachausbildung ein Problem habe. Man suche aber nach Wegen, um für Studierende attraktiver zu werden. Das Tertianum schreibt in einer Stellungnahme, die Zahlen von 2016 seien überholt. Inzwischen habe die Gruppe ein eigenes Weiterbildungszentrum. Sie sei bestrebt, dem ­wachsenden Bedarf an qualifiziertem Fach­personal aus den eigenen Reihen gerecht zu werden. Und man arbeite daran, die Vorgaben des Kantons Zürich erfüllen zu können. (an)

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