Baudepartement bremst Autos auf Hauptstrasse aus

Das Basler Baudepartement will auf dem Laupenring Tempo 30 einführen. Der Automobilclub befürchtet Ausweichsverkehr durch die Quartiere.

Wie hier an der Strassburgerallee beim Isaac Iselin Schulhaus soll auch auf dem Laupenring die Geschwindigkeit temporär gesenkt werden.

Wie hier an der Strassburgerallee beim Isaac Iselin Schulhaus soll auch auf dem Laupenring die Geschwindigkeit temporär gesenkt werden.

(Bild: Florian Bärtschiger)

Martin Regenass

Das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) will den Laupenring für Schüler und Kindergärtner sicherer machen. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, soll während der Schulwegzeiten Morgens, Mittags und Abends die Geschwindigkeit für die Autofahrer von 50 auf 30 Kilometer pro Stunde gesenkt werden. Ein Wechselsignal stellt künftig zwischen 7.30 und 8.30 Uhr, zwischen 11.45 bis 14.15 Uhr sowie 15.30 bis 18.15 Uhr auf 30 Kilometer pro Stunde. Betroffen ist ein rund 300 Meter langes Stück auf dem Laupenring zwischen Holee- und Neubadstrasse.

Neben den Kindern aus den Schulhäusern Neubad, Kaltbrunnen oder aus zwei Kindergärten oder einer Tagesstruktur, sollen auch Velofahrer und die übrigen Fussgänger bei den zahlreichen Übergängen von Tempo 30 profitieren. Die Lärmbelastung soll sinken.

Der Laupenring hat, wie es der Name sagt, als Ringstrasse eine verkehrsabführende Funktion. Als Verlängerung des Morgarten- und Wasgenrings ist er in der Strassenhierarchie als Hauptverkehrsachse gekennzeichnet. Aus diesem Grund kritisiert der Geschäftsführer des Automobilclubs beider Basel, Christian Greif, die temporäre Einführung von Tempo 30 auf dem Laupenring. «Es ist absolut unsinnig, Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen zu installieren, weil damit die wichtige Sammelfunktion dieser verkehrsableitenden Strassen zunichte gemacht wird.» Die Autofahrer würden die schnellste Variante wählen und dann nicht davor zurückschrecken, auch durch Quartierstrassen zu fahren. Greif: «Dadurch wird das anvisierte Ziel einer Verbesserung der Verkehrssicherheit ins Gegenteil gekehrt.»

Drei Unfälle in drei Jahren

Beim zuständigen BVD glaubt Romeo Di Nucci, Projektleiter Verkehrstechnik, nicht, dass sich die Autofahrer wegen der temporären Senkung plötzlich andere Wege durch die Quartierstrassen suchen werden. «Es wird nur während weniger Stunden Tempo 30 signalisiert. Zudem sind wir daran, für die Holeestrasse zwischen Neuweilerplatz und Laupenring ein Projekt mit Tempo 30 zu planen. Da lohnt sich ein Umweg um den Laupenring herum durch die Quartiere nicht.»

Obschon die Behörden von einer Verbesserung der Sicherheit für die Schulkinder schreiben: Um einen Unfallschwerpunkt handelt es beim Laupenring in diesem Abschnitt laut Di Nucci nicht. In der Zeit zwischen 2013 und 2017 hätten sich in besagter Sequenz sieben Unfälle ereignet. Drei davon mit Fussgängerbeteiligung. Bei einem davon sei ein Kind involviert gewesen.

Das Erziehungsdepartement zeigt sich erfreut über die Einführung der temporären Geschwindigkeitsbegrenzung. Sprecher Simon Thiriet: «Die Verkehrslage wird auf diese Weise zu einer gewissen Tageszeit beruhigt, die Kinder haben eine bessere Übersicht und alle – Verkehrsteilnehmer und Schulkinder - können Rücksicht aufeinander nehmen.»

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