SVP beschuldigt Juso des Vandalismus

Wahlkampf

In der Stadt sind viele Wahlplakate verunstaltet. Die SVP wittert dahinter die «linksradikale» BastA! sowie die Juso.

SVP-Nationalratskandidat Sebastian Frehner ist mit einem Juso-Kleber unkenntlich gemacht worden.

SVP-Nationalratskandidat Sebastian Frehner ist mit einem Juso-Kleber unkenntlich gemacht worden.

Martin Regenass

Überklebt, abgerissen, mit dickem Filzstift verunstaltet: So präsentieren sich derzeit viele Wahlplakate im Kanton Basel-Stadt. SP-Ständeratskandidatin Eva Herzog hat im Gundeli etwa ein Fragezeichen auf der Stirn. Besonders hart scheinen die Plakate der SVP von derartigen Vandaleakten betroffen zu sein. Wie die Partei in einer Mitteilung schreibt, seien noch nie «derart gehäuft» Plakate bei Wahlen zerstört worden wie in diesem Jahr. Derartige Akte seien ein «Angriff auf die Demokratie». Die SVP schreibt weiter, dass in Basel Stadt ein «demokratisches Miteinander» offenbar nicht mehr möglich sei.

Fast alle Plakate der SVP seien verschandelt, zerstört oder heruntergerissen worden. Dies sei im mehrheitlich bürgerlich dominierten Kanton Basel-Landschaft hingegen nicht der Fall. Dort seien derartige Vandaleakte eine Ausnahme.

Wie die Volkspartei schreibt, wittert sie die «linksradikale» BastA! und die Jungsozialisten (Juso) hinter den Anschlägen auf ihre Wahlplakate. Denn auf den meisten zerstörten SVP-Plakaten prangten Kleber von BastA!- und Jusokandidaten. Die SVP rufe die Verantwortlichen dieser Parteien dazu auf, diesem «Chaotentum» ein Ende zu bereiten. BastA! und Juso würden fremdes und nicht selber bezahltes Eigentum zerstören. «Diese Aktionen auf Kosten der Allgemeinheit respektive Anderer sind symptomatisch für die Politik dieser linksradikalen Kräfte», schreibt die SVP.

Kritisierte wiegeln ab

Um die Missetäter zu überführen, ruft die SVP die Leute dazu auf, die Vandalen während ihres Fehlverhaltens zu filmen und zu fotografieren und das Material der Parteileitung zuzuschicken. Allerdings warnt die SVP auch, sich während des Filmens nicht selber in Gefahr zu bringen. Die SVP hält sich rechtliche Schritte gegen die Täterschaft vor.

Juso-Präsident Nicolas Eichenberger bestätigt, dass seine Partei Kleber produziert und an die Mitglieder verteilt habe: «Wir haben unsere Mitglieder aber nicht dazu aufgerufen, Plakate anderer Parteien zu bekleben, weil das nichts bringt.» Kontrollieren könne der Juso-Vorstand am Schluss allerdings nicht, was die Mitglieder mit den Klebern machen würden.

Bei der BastA! weist die ehemalige Grossrätin und heutige Co-Präsidentin Heidi Mück die Vorwürfe der SVP zurück. Die Aussagen seien völlig absurd. Laut Mück würde die BastA! niemals Leute auffordern, Vandalismus zu betreiben. Bei der BastA! gäbe es ausserdem enorm viele engagierte Privatpersonen, die in ihrer Freizeit Kleinplakate in der Stadt verteilten. «Die grossen Wahlplakate können wir uns kaum leisten», sagt Mück. Eben genau ein solches Kleinplakat ist unter einem demolierten SVP-Wahlplakat zu sehen, das die Partei in Form einer Fotografie der Medienmitteilung angehängt hat. Heidi Mück: «Das ist gar nicht schlimm. Das Foto belegt, dass das Plakat auf eine freie Fläche geklebt worden ist.» Dabei sei keiner Partei ein Schaden entstanden.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt