Linksextreme «fahnden» nach Polizisten

Nachdem die Polizei zu Fahndungszwecken Bilder von gewalttätigen Demonstranten publiziert hat, reagieren Extremisten mit einer ähnlichen Aktion.

Linksextreme fahnden nach Polizisten: Ein Fahndungsplakat, das im Internet kursiert.(Personen von der BaZ-Redaktion unkenntlich gemacht).

Linksextreme fahnden nach Polizisten: Ein Fahndungsplakat, das im Internet kursiert.(Personen von der BaZ-Redaktion unkenntlich gemacht).

Serkan Abrecht

Die Antwort der gewaltextremistischen Linken liess nicht lange auf sich warten, als die Basler Polizei zensierte Bilder von Gewalttätern veröffentlichte. Linke Extremisten haben nun eine ähnliche Aktion gestartet. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr erhielt die rechtsextreme PNOS eine Bewilligung für eine Kundgebung in der Stadt. Knapp 2000 Gegendemonstranten marschierten zu einer unbewilligten Kundgebung auf, welche in Gewalt gegenüber den Polizeibeamten und den Teilnehmern der bewilligten Kundgebung ausartete. Bislang blieb von Seiten der Staatsanwaltschaft die Suche nach 22 Gewalttätern erfolglos, weshalb sie deren Bilder zensiert ins Internet stellte, um so nach Zeugen zu suchen. Mit der Option, die Bilder unzensiert zu veröffentlichen, sollten sich die Täter nicht freiwillig stellen.

Für die hiesigen Linksextremen keine hinzunehmende Aktion. Auf einschlägigen Websites publizierten Sympathisanten der Gewalttäter einen Fahndungsaufruf mit unzensierten Bildern von Polizistinnen und Polizisten der Basler, Zürcher, Berner und das Solothurnische Polizeikorps mit dem Titel: «Gesucht: Gewalttäter von der Polizei». Für die Linksradikalen scheint klar: «Während es keine Neuigkeit ist, dass die Polizei ein rassistischer Haufen ist und die Staatsanwaltschaft linke Bewegungen unter Beschuss nimmt, wollen wir diese öffentliche Denunziation nicht stillschweigend hinnehmen.»

Kein Polizei-Pranger

Von einer öffentlichen Denunziation oder gar einem «Pranger», will die Basler Polizei nichts wissen. Polizeisprecher Toprak Yerguz: «Der Pranger ist eine Form der Bestrafung durch öffentliche Demütigung. Die Öffentlichkeitsfahndung der Staatsanwaltschaft ist kein ‹Pranger›, wie es verschiedene Medien genannt haben. Die Staatsanwaltschaft sucht nach mutmasslichen Tätern in einem dreistufigen Verfahren (ohne Bilder, verpixelte Bilder, unverpixelte Bilder), weil sie die Rechte der Betroffenen auch während der Fahndung hoch gewichtet.» Die Veröffentlichung von Fahndungsbildern stütze sich auf Artikel 211 bzw. 74 der Strafprozessordnung. Bei den gesuchten Personen bestehe der dringende Verdacht einer Straftat.

«Die Öffentlichkeitsfahndung wird dann eingesetzt, wenn alle anderen polizeilichen Ermittlungs- und Fahndungsmassnahmen ausgeschöpft sind.» Die Polizei weiss von dieser Gegenaktion der Linksextremisten, will sich aber nicht weiter dazu äussern.

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