Droht die nächste Absage in der St.-Jakobs-Halle?

Die Hans-Zimmer-Show am Donnerstag hängt an einem seidenen Faden. Der Veranstalter hat für das Trauerspiel um die Halle klare Worte übrig.

Am Donnerstag, 28. November, soll The World of Hans Zimmer in der St. Jakobshalle aufgeführt werden. Ob die Show stattfinden kann, war am Montag noch nicht klar.

Am Donnerstag, 28. November, soll The World of Hans Zimmer in der St. Jakobshalle aufgeführt werden. Ob die Show stattfinden kann, war am Montag noch nicht klar.

(Bild: Frank Embacher)

Thomas Dürr ist bestürzt über die Ereignisse rund um die St. Jakobshalle. «Das ist ein Skandal», sagt der Geschäftsführer der Basler Act Entertainment zu «20 Minuten». Am Freitag sagte das Basler Erziehungsdepartement, das die Eventhalle betreibt, kurzfristig das Konzert von RAF Camora ab. Grund: Die erforderlichen Brandschutznachweise lagen nicht vor.

Zwei Tage nach dem «Supergau», wie es der zuständige Departementssprecher Simon Thiriet nannte, ist immer noch alles unklar. «Es geht um mehr als ein fehlendes Papier», sagt Sven Cattelan, Direktor der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung, die die Abnahme der Halle verantwortet. Cattelan betont auch, dass Konzerte durchaus stattfinden können, «wenn die obersten 17 Sitzreihen geschlossen bleiben».

Veranstalter wurde nicht informiert

Von dieser Auflage betroffen ist auch Dürr, der am Donnerstag eine Hans-Zimmer-Tribute-Show in der Halle veranstaltet. Wobei am Montag noch nicht klar war, ob das Orchester-Spektakel des bekannten Filmmusik-Komponisten die Bewilligung erhält. «Die Durchführung dieses Konzerts hat für uns oberste Priorität», sagte Thiriet auf Anfrage. Veranstalter Dürr wurde bis dahin aber nicht informiert. Er habe selbst bei der Gebäudeversicherung angerufen, um zu erfahren, was Sache sei.

«Der Ball liegt eindeutig bei den Basler Behörden», sagt BGV-Direktor Cattelan. «Eigentlich hätten alle gewusst, was zu tun ist», stellt er klar. Die BGV hatte das Nutzungsverbot der obersten 17 Sitzreihen aus gleichem Grund schon im Juni 2018 verhängt und eine Ausnahmebewilligung bis Ende September 2019 erteilt, in der die Mängel hätten behoben werden können. Allerdings sei bis heute nichts passiert.

Am Montag fanden intensive Gespräche zwischen allen involvierten Stellen statt. Offenbar ist aber nicht ganz klar, was fehlt. Cattelan sagt, es fehle einiges und das könne auch Auswirkungen auf bauliche Massnahmen haben. Zur Erinnerung: Die Halle wurde im Sommer 2018 nach einer 107-Millionen-Franken-Aufrüstung wiedereröffnet und als modernste Event-Halle der Schweiz angepriesen.

«Unfähigkeit lässt sich nicht versichern»

Für Veranstalter Dürr ist die Situation höchst unangenehm. Wenn seine Zimmer-Show nicht stattfinden kann, zieht er klare Konsequenzen. «Dann veranstalte ich nie mehr in der Halle», sagt er klipp und klar. Wäre er in so einem Fall versichert? Dürr winkt ab: «Eine Versicherung für die Unfähigkeit Anderer gibt es nicht.»

Der Schaden, der durch die Absagen entstehe, trage letztlich aber der Steuerzahler. Er schätzt, dass der Kanton mit Forderungen im Bereich zwischen einer halben und einer Million Franken konfrontiert sein wird. «Wenn man erst am Abend vorher absagt, muss man alle bezahlen und hat den grösstmöglichen Schaden», so Dürr. Diese Zahlen kommentiert Thiriet nicht. Er gehe aber davon aus, dass Forderungen auf den Kanton zukommen werden.

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