Baselbieter Auktionshaus versteigert Aktien für deutsches Innenministerium

Bei der Hiwepa AG kommen chinesische Alt-Wertpapiere unter den Hammer. Es handelt sich um historische Bestände der ehemaligen deutschen Reichsbank.

Über 7000 chinesische Alt-Wertpapiere kommen bei der Hiwepa AG unter den Hammer. Foto: Hiwepa AG

Über 7000 chinesische Alt-Wertpapiere kommen bei der Hiwepa AG unter den Hammer. Foto: Hiwepa AG

Das Auktionshaus Hiwepa in Arlesheim hat einen einzigartigen Zuschlag bekommen: Es darf im Auftrag des Deutschen Ministerium des Innern über 7000 chinesische Anleihen und Aktien aus den Jahren zwischen 1895 und 1925 versteigern. Dies teilte das Unternehmen am Montag via Communiqué mit.

Unter den Alt-Wertpapieren seien verschiedene Gold- und andere Anleihen der kaiserlichen Regierung, aber auch von chinesischen Eisenbahnen und Banken, schreibt Hiwepa weiter. Die Papiere hätte eine bewegte Geschichte hinter sich. «Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden 1942 in Deutschland alle Wertpapiere in der Reichsbank in Berlin zentralisiert. Dort überlebten sie den Zweiten Weltkrieg unbeschadet im bombensicheren Safe und verblieben auch während der gesamten sowjetischen Besatzung- und DDR-Zeit von 1945 bis 1990 praktisch unberührt.»

Nach der Wiedervereinigung habe das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) die Klärung verbleibender Vermögensansprüche übernommen. Nachdem diese nun geregelt seien, habe das BADV die Arlesheimer Hiwepa AG mit der Vermarktung des historisch einzigartigen Bestandes beauftragt. Dem Entscheid sei eine strenges Auswahlverfahren vorausgegangen.

«Grossartiges Potenzial»

Der Verwaltungsratspräsident des Schweizer Auktionshauses, Philpp Stäuble, lässt sich im Communiqué wie folgt zitieren: «Wir bedanken uns beim BADV für den faszinierenden Auftrag zur Vermarktung dieser interessanten Wertpapiere aus China. Diese sind für den Sammlermarkt eine gewaltige Bereicherung.» Sie stellten vor allem für Händler und Sammler, aber auch für Investoren «eine einmalige und sicherlich nie mehr wiederkehrende Gelegenheit dar, vom grossartigen Potential des Sammlermarktes historischer Wertpapiere aus China zu profitieren.»

Der Nettoerlös des Verkaufss dieser Wertschriften soll vollumfänglich an den Entschädigungsfonds zur Wiedergutmachung von NS-Unrecht gehen.

Die Hiwepa-Auktion «Historische Wertpapiere China» findet am 12. Oktober ab 10.00 Uhr im Kloster Dornach statt. Kontakt: info@hiwepa.ch oder +4179 301 64 84.

bor

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