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Warten auf die intelligente Swatch

Nick Hayek war ganz der selbst­bewusste Uhrmacher, als er von der NZZ im September nach seiner Meinung zur Tage zuvor präsentierten Apple Watch gefragt wurde. Am meisten habe ihn gefreut, dass die Uhr eine Krone habe, eine Erfindung, die Abraham-Louis Breguet, der grosse Erfinder der Uhrenindustrie und Namensgeber der legendären Uhrenmarke aus dem Vallée de Joux, bereits vor fast 200 Jahren gemacht habe. Zudem sei Apple die Antwort auf die entscheidende Frage nach der Batterielaufzeit schuldig geblieben. Eine Uhr, die jeden Tag geladen werden müsse, sei nicht attraktiv.

Die intelligente Uhr sei kein Grund zur Sorge, die Uhrenindustrie habe keinen Grund, ob den Minicomputern am Handgelenk in Panik zu geraten, lautet der Tenor aus dem Hause Swatch, seit Samsung vor gut einem Jahr mit der Präsentation ihrer Smartwatch vorpreschte. Die beruhigenden Worte sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die intelligente Uhr durchaus das Potenzial hat, der Schweizer Uhr in die Quere zu kommen.

Im Vordergrund steht dabei weniger die Frage, ob sie die mechanische Uhr verdrängen könnte. Die mechanische Armbanduhr ist heute weit mehr als ein Zeitmesser: Schmuckstück, Liebhaberobjekt. Die Geschichte der Siebzigerjahre dürfte sich also wohl kaum wiederholen, als mit dem Quarz plötzlich eine gleichzeitig preiswertere und präzisere Technologie zur Zeitmessung zur Verfügung stand und die Uhrenindustrie in eine existenzielle Krise stürzte. Die Frage dürfte vielmehr sein, ob es den Schweizern gelingen wird, am neu entstehenden Markt der Smartwatches zu partizipieren. Mit der Herstellung einzelner Bestandteile tut sie das bereits. Die Swatch-Tochter Renata produziert Batterien für Smartwatches, EM Microelectronic Prozessoren und Sensoren. Beobachter gehen deshalb davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis auch Swatch einen Minicomputer am Handgelenk auf den Markt bringen wird. Im Gespräch mit der NZZ hat Nick Hayek schon mal das Anforderungsprofil umrissen: Schön muss sie sein, klein, damit sie auch von Frauen und Asiaten getragen werden kann, und die Batterie soll einen Monat halten.

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