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GrossprojekteNeue Bauten werten Liestal auf

Die 76,4-Millionen-Überbauung Grammet war ein Schlüsselprojekt der Liestaler Bürgergemeinde. Weitere teure Wohnungen werden die Bevölkerungsstruktur der Gemeinde verändern.

Grammet soll mit Spielplätzen im Innenhof und zwei Kindergärten für Familien attraktiv sein.
Grammet soll mit Spielplätzen im Innenhof und zwei Kindergärten für Familien attraktiv sein.
Foto: zvg

168 hochpreisige Wohnungen, ein Doppelkindergarten und Kosten von 76,4 Millionen Franken. Das sind die Eckdaten der neuen Überbauung Grammet in Liestal. 40 Jahre lang reihten sich auf dem Grundstück der Bürgergemeinde zwischen der Autobahn A22 und dem Sigmund-Wald Schrebergärten aneinander, bis im Frühling 2018 der Spatenstich erfolgte. Die Transformation des Schrebergarten-Areals zu einer Wohnsiedlung sei dank guter Kommunikation «absolut einvernehmlich» verlaufen, sagt Gerhard Läuchli von der Basler First Site Invest AG, die mit der Arealentwicklung beauftragt wurde. Sowohl die Bürgergemeinde Liestal als auch die Credit Suisse haben die Bauherrschaft über jeweils eines der beiden Häuser.

Kein 08/15-Bau

Die Vertreter aller beteiligten Parteien betonen die herausragende Bedeutung des Grossprojekts, auf das die Bürgergemeinde bereits seit 2011 hingearbeitet hatte. Das Wohnquartier «für jeden Lebensstil» sollte eine eigene Identität erhalten, was sich bereits an der architektonischen Ausgestaltung zeigt. Bewusst wurde auf allzu repetitive Elemente verzichtet und wurden die Grundrisse verspielt und nicht rechtwinklig gewählt, wie Architekt Andri Seipel erklärt. Die Fassaden aus Klinkersteinen wirken warm, und Detailverliebtheit wird in den Treppenhäusern ersichtlich, deren sechseckiger Grundriss in den Verankerungen des Geländers aufgegriffen wird.

Ein Höhepunkt sind die begrünten und für alle Bewohner begehbaren Dachterrassen. Die Wohnungen haben Balkone, sie sind modern ausgebaut und verfügen über ein Smart-Home-System, mit dem Licht, Heizung oder Storen gesteuert werden können. Allerdings sammeln sich damit Daten über das Verhalten der Mieter an.

Aufwertung ist das Ziel

Nach der Überbauung Grammet sind in Liestal bereits zahlreiche weitere hochwertige Wohnbauprojekte geplant. Will die Bürgergemeinde damit die Bevölkerungsstruktur verändern und das unrühmliche Etikett als Baselbieter Gemeinde mit der höchsten Sozialhilfequote von 6,4 Prozent loswerden? «Wir haben das Gefühl, dass wir mit qualitativ hochstehendem Wohnraum Leute anziehen können, die das zahlen können und wollen», sagt Stadtrat Daniel Muri.

Sein Ratskollege Lukas Felix fügt an: «Wir wollen Sozialhilfeempfänger nicht verdrängen, das darf man nicht so verstehen.» Läge Liestal bei der Sozialhilfequote im Baselbieter Durchschnitt von 3 Prozent, könnte man genau das budgetierte Defizit von 5,7 Millionen Franken im nächsten Jahr einsparen, sagt er.

1 Kommentar
    Alf

    Es ist notwendig dass Liestal aus seiner negativen Spirale rauskommt. Dazu braucht es Einwohner die auch etwas an die Stadt beisteuern und nicht nur Sozialhilfe beziehen. Deshalb ist dieses Projekt zu begrüssen.