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Schweizer Digital-UmfrageHandynutzung steigt bei über 55-Jährigen stark an

Der Schweizer Digimonitor zeigt, dass Fernsehen und Radio bei Jung und Alt die Nase vorn haben. Spotify und Netflix holen aber auf und haben beide rund zwei Millionen Nutzer.

Starker Anstieg um 17 Prozent: Auch bei den über 55-Jährigen haben nun rund drei Viertel ein Handy.
Starker Anstieg um 17 Prozent: Auch bei den über 55-Jährigen haben nun rund drei Viertel ein Handy.
KEYSTONE

Die Digitalisierung ist nicht zu bremsen: Smartphones und Laptos werden von immer mehr Menschen in der Schweiz genutzt. Die Klassiker Radio und Fernsehen belegen jedoch auch dieses Jahr bei Jung und Alt Spitzenplätze. Wegen der Corona-Pandemie nimmt das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone rasant zu.

Der am Dienstag veröffentlichte Digimonitor der Interessengemeinschaft elektronische Medien (Igem) und der Werbemedienforschung Wemf zeigt die neuesten Trends der Mediennutzung auf.

Smartphones konnten ihren Marktanteil vor allem bei über 55-Jährigen steigern: von 54 Prozent im Vorjahr auf 71 Prozent. Insgesamt nutzen nun 5,6 Millionen Menschen ein solches Handy.

Auch bei den Laptops gibt es dank der Zunahme von Homeoffice einen deutlichen Zuwachs. Rund eine halbe Million Schweizerinnen und Schweizer nutzen neu mindestens gelegentlich einen Laptop. Erstmals gab es mehr Laptop- als PC-Nutzer (76 Prozent gegenüber 69 Prozent).

TV und Radio am beliebtesten

Das Fernsehen bleibt das meistgenutzte elektronische Gerät in der Schweiz. 95 Prozent der Gesamtbevölkerung schaut fern – davon 70 Prozent täglich. Auch bei den 15- bis 24-Jährigen schaltet rund die Hälfte jeden Tag «die Kiste» ein.

Das Radio bleibt beliebt, es hat fast dreimal so viele Hörerinnen und Hörer wie der Musikstreamingdienst Spotify (5,7 Millionen). Radio-Geräte werden somit von 82 Prozent der Bevölkerung genutzt. Von den unter 25-Jährigen schalten 80 Prozent das Radio ein, davon knapp die Hälfte täglich. Spotify gewann 300'000 neue User hinzu – rund ein Drittel der Schweizer hörtgelegentlich Musik über den Streamingdienst.

Netflix oder TV? Das klassische Fernsehen hat die Nase noch vorne, wie eine Befragung zeigt: 70 Prozent der Schweizer schauen täglich fern. Netflix holt aber auf und verfügt schon über 2,2 Millionen Nutzer in der Schweiz.
Netflix oder TV? Das klassische Fernsehen hat die Nase noch vorne, wie eine Befragung zeigt: 70 Prozent der Schweizer schauen täglich fern. Netflix holt aber auf und verfügt schon über 2,2 Millionen Nutzer in der Schweiz.
Foto: Keystone/Christophe Bott

Netflix gewinnt 400'000 Zuschauer dazu und verfügt über 2,2 Millionen Nutzer in der Schweiz. Corona habe das Wachstum von Netflix aber kaum beflügelt, heisst es – der Zuwachs liege im Trend der Vorjahre.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung war in den letzten 6 Monaten mindestens einmal im Kino. 70 Prozent der Personen unter 25 Jahren gehen pro Halbjahr mindestens einmal ins Kino, ein Grossteil davon mehrmals.

Twint an der Spitze

Kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone wird immer beliebter: Im «Corona-Jahr» entdeckten rund 650'000 Personen das bargeldlose Bezahlen mit dem Handy – 1,8 Millionen Personen in der Schweiz nutzen nun mobile Bezahlmöglichkeiten (2019: knapp 1,2 Millionen).

Ein Drittel der Bevölkerung bezahlt mindestens gelegentlich mit Apps wie Twint, Apple-, Google- oder Samsung-Pay, wobei die Schweizer App Twint am beliebtesten ist: Etwas mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung nutzt Twint (27 Prozent).

Auch Soziale Medien gewannen neue Nutzer dazu: Facebook und Instagram wuchsen im «Corona-Jahr» um je 350'000 User. Somit nutzt nicht ganz die Hälfte der Gesamtbevölkerung (46 Prozent) Facebook. Ein Drittel der Bevölkerung tummelt sich gelegentlich auf Instagram.

Bei den unter 25-Jährigen ist der Zuwachs bei der Video-App TikTok am grössten. Insgesamt verfünffachte sich die Anzahl Nutzer gegenüber dem Vorjahr auf 370'000, die meisten davon sind noch keine 25 Jahre alt, weiblich und in Ausbildung.

Für den repräsentative Igem-digiMonitor wurden im Auftrag der Igem telefonisch 1759 Personen ab 15 Jahren in der Deutsch- und Westschweiz befragt. Die Fehlerquote liegt bei 2,3 Prozent. Die Telefonbefragung fand von Anfang April bis Ende Mai 2020 statt.

anf/sda