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Giftanschlag auf KremlkritikerMoskau friert Nawalnys Konten ein

Während Regierungskritiker Alexei Nawalny sich vom Giftanschlag erholt, gehen russische Behörden offenbar gegen seine Besitztümer vor; trotzdem will der 44-Jährige wieder zurück in die Heimat.

Rasten auf einer Bank: Dieses Foto hat Nawalny auf seinem Instagram-Konto veröffentlicht.
Rasten auf einer Bank: Dieses Foto hat Nawalny auf seinem Instagram-Konto veröffentlicht.
Foto: Navalny Instagram (AP/Keystone)

Die russischen Behörden haben die Bankkonten des Oppositionspolitikers Alexei Nawalny nach Angaben seiner Sprecherin eingefroren. Zudem sei die Moskauer Wohnung Nawalnys beschlagnahmt worden, sagte Sprecherin Kira Jarmish in einem am Donnerstag auf Twitter geposteten Video.

Nawalny hält sich nach wie vor in Deutschland auf und erholt sich von einem Giftanschlag. Der Nawalny nahe stehende Aktivist Jaka Bizilj hatte zuvor bekannt gegeben, dass der Kremlkritiker nach Russland zurückkehren wolle. Der 44-Jährige brauche aber noch mindestens einen Monat, um sich zu erholen.

«Er ist immer noch nicht wieder zu hundert Prozent wie vorher», sagte der Filmproduzent und Gründer der Organisation Cinema for Peace in Berlin. Nawalnys Team habe deutlich gemacht, dass der Oppositionspolitiker nach Russland zurückkehren und sein Engagement dort fortsetzen werde. Biziljs Organisation hatte massgeblich dabei geholfen, Nawalny nach der Vergiftung aus Russland zur Behandlung in die Berliner Charité zu bringen. Inzwischen hat Nawalny das Spital verlassen.

Nach langem Hin und Her durfte Kremlkritiker Nawalny in Berlin behandelt werden.
Video: AP & Storyful

Er war am 20. August auf einem russischen Inlandsflug zusammengebrochen und nach einer Notlandung zunächst im sibirischen Omsk behandelt worden (wir berichteten). Am 22. August wurde er zur Behandlung in der Charité nach Berlin ausgeflogen. Die Bundesregierung erklärte nach Tests in einem Speziallabor der Bundeswehr, Nawalny sei einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet worden. Er wurde 32 Tage in der Klinik behandelt, 24 Tage lag er auf der Intensivstation.

Nach seiner Entlassung am Dienstag erklärte Nawalny, er werde jetzt täglich zur Krankengymnastik gehen und womöglich ein Rehabilitationszentrum aufsuchen. Er lerne wieder, Gleichgewicht zu halten, indem er auf einem Bein stehe. Seine linke Hand sei noch teilweise gelähmt.

Lesetipp: Giftanschlag auf Nawalny – Warum wird Russland nicht angeklagt?

SDA/Reuters

24 Kommentare
    andi jung

    Die Konten von Nawalny wurden schon vor ein paar Monaten eingefroren und die Wohnung ist immer noch sein eigen er darf diese einfach nicht veräussern, so ähnlich wie das bei der Familie Erb war.

    Was mich interessiert warum wird in diesem Artikel nicht erwähnt weshalb es zu diesen Massnahmen gekommen ist, mit dieser Nowitschok.Geschichte hat das ganze nämlich nichts zu tun.

    Die NZZ hat dazu einen Artikel gebracht am 21.07.2020 "Nawalny liquidiert seine Stiftung – zumindest auf dem Papier".