Mutter darf ohne Angst in die Schweiz einreisen

Grosse Kehrtwende bei den Behörden: Die Kesb Basel-Stadt nimmt Abstand vom ­angekündigten Baby-Entzug.

Fahran Bichsel mit ihrem Baby.

Fahran Bichsel mit ihrem Baby.

Daniel Wahl

Wie stark musste sich die damals hochschwangere Faharan Bichsel*, Schweizerin mit Wurzeln in Oman, vor der Kesb Basel-Stadt gefürchtet haben: Während einer Untersuchung im Spital nahm ihr die Behörde mit einem Polizeieinsatz den siebenjährigen Sohn weg. Darauf brachte sich die Frau mithilfe der Behördenschutzorganisation Kesv im Ausland in Sicherheit und liess ihren Sohn im Heim zurück, weil sie annehmen musste, man werde später auch gleich ihr Neu­geborenes «entführen».

Sie fürchtete sich offensichtlich nicht zu Unrecht. Noch bevor die Kesb nur einen Beleg dafür auf dem Tisch hatte, ob Bichsel ihren Säugling adäquat versorgen könne, leitete Tina Lendi, Leiterin des Kesb-Abklärungsteams 1, bereits den Kindsentzug ein. Sie wies die Spitäler der Umgebung an, «das Neugeborene in Obhut zu nehmen bzw. Frau Bichsel nicht zusammen mit dem Kind aus der Klinik zu entlassen». Ihren in der Schweiz zurückgelassenen Sohn getraute sich Bichsel nicht mehr zu besuchen.

Nachdem die BaZ den Fall öffentlich gemacht hat, hat die Kesb ihre Haltung geändert. Lendi hat sich an die geflohene Mutter gewendet und schreibt: «Die Kesb bestätigt, dass Sie keinerlei behördliche Zwangsmassnahmen gegenüber Ihnen und Ihrem Baby zu befürchten haben, wenn Sie Ihren ersten Sohn in der Schweiz besuchen wollen. Wir garantieren Ihnen ebenfalls, dass Sie mit ihrem Baby wieder abreisen dürfen.»

Ob Bichsel zurückkehrt, ist unklar. «Aufgrund der vielen Erfahrungen, die ich mit der Kesb gemacht habe, weiss ich nicht, ob ich der Behörde trauen kann», sagt sie im Urner Dialekt.

*Name geändert

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