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Coronavirus gefährdet EuropacupDas Duell der YB-Gegner wird zur Farce

In einer Woche starten die Young Boys in die Qualifikation zur Champions League. Auf wen sie treffen, erfahren sie nun erst am Freitag.

Im November 2014 traf YB auf Slovan Bratislava. Dass es in einer Woche in Bern zu einem Wiedersehen kommt, ist mittlerweile unwahrscheinlich.
Im November 2014 traf YB auf Slovan Bratislava. Dass es in einer Woche in Bern zu einem Wiedersehen kommt, ist mittlerweile unwahrscheinlich.
Foto: Thomas Hodel

Es ist ein Vorgeschmack darauf, wie kompliziert die Europacup-Saison werden könnte. Am Mittwochabend hätten Klaksvik und Slovan Bratislava den YB-Gegner in der zweiten Runde der Qualifikation zur Champions League ausmachen sollen. Ein Mitglied des Trainerstabs der Slowaken wurde aber bei der Einreise auf die Färöer positiv getestet, das Team mit den 18 aufgebotenen Spielern befindet sich seither in Quarantäne.

Bereits letzte Woche ereignete sich ein ähnlicher Fall. Da hätte der kosovarische Meister Drita in  Nyon gegen den nordirischen Club Linfield FC antreten sollen. Weil Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, musste Dritas Team in Quarantäne. Der Linfield FC zog mit einem Forfaitsieg in die nächste Runde ein, wo er am Dienstag ­Legia Warschau unterlag.

Diesmal soll das Spiel stattfinden. Anstatt am Mittwoch wird die Partie am Freitag auf den Färöern angepfiffen. Ursprünglich nicht nominierte Akteure ­sowie eine Handvoll Junioren werden nun aus Bratislava einfliegen, teilte Slovan auf seiner Website mit. Zudem hoffen die Clubverantwortlichen, dass zumindest einige der 18 sich in Quarantäne befindenden Spieler nach einem weiteren negativen Corona-Test doch noch mittun können.

Gleichzeitig macht Slovan den färöischen Behörden Vorwürfe. Clubchef Ivan Kmotrik meint, diese würden alles dafür tun, dass das Spiel nicht stattfinden könne. Und weiter: «Wir sind froh, dass wir doch noch eine Chance erhalten haben. Wir glauben, dass es im Sinne des Fairplays ist, wenn die Partie auf dem Platz entschieden wird.»

Färöer auf BAG-Liste

So weit, so umständlich. Doch damit nicht genug: Würde ­Slovan weiterkommen, müsste geklärt werden, ob jene Spieler, die nun in Quarantäne sind, überhaupt in die Schweiz fliegen dürften. Probleme würden sich aber auch ergeben, wenn Klaksvik das Duell am Freitag gewinnt. Die Färöer befinden sich auf der Quarantäneliste des Bundesamtes für Gesundheit (BAG). Will Klaksvik in die Schweiz reisen, braucht der Club eine Ausnahmebewilligung des Kantons Bern.

Sollte der Kanton keine Sonderbewilligung aussprechen, würde die Partie auf neutralen Boden verlegt. Diesen Entscheid fällte die Uefa Anfang August in einer Videokonferenz mit den 55 Mitgliedsverbänden. Der Austragungsort wäre entweder in Polen, Ungarn, Griechenland oder Zypern. Diese Länder erklärten sich dazu bereit, ihre Stadien an den vorgesehenen Terminen zur Verfügung zu stellen und die Teams ohne Einschränkungen einreisen zu lassen.

Es wäre eine absurde Konstellation. Allein, dass ein solches Szenario überhaupt möglich ist, zeigt, wie schwierig es werden dürfte, den Europacup über die Bühne zu bringen. Zumal die Wettbewerbe mit der Qualifikation gerade erst begonnen haben.