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Gemeindeversammlung Münchenstein sichert sich seine Trinkwasser-Unabhängigkeit

Für 2,8 Millionen Franken baut Münchenstein ein neues Grundwasserpumpwerk bei der Grün 80.

Trinkwasser entwickelt sich immer mehr zum wertvollen Gut.
Trinkwasser entwickelt sich immer mehr zum wertvollen Gut.
Foto: Urs Jaudas

Sauberes Trinkwasser ist ein hohes Gut. Und das darf auch etwas kosten. Das wurde an der Münchensteiner Gemeindeversammlung deutlich. Diese genehmigte einstimmig den Verpflichtungskredit über 2,8 Millionen Franken für den Neubau eines Grundwasserpumpwerks in der Brüglinger Ebene beim Park im Grünen. Keine der 27 anwesenden Versammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmer – das entspricht wohl einem Minusrekord – ergriff das Wort. 2,8 Millionen im Rekordtempo.

Mit dem neuen Grundwasserpumpwerk sichert sich Münchenstein für die nächsten Jahre seine Unabhängigkeit in der Trinkwasserversorgung. Durchschnittlich werden auf dem Gemeindegebiet 3300 Kubikmeter Wasser pro Tag verbraucht. An Spitzentagen im Sommer können es täglich bis zu knapp 5000 Kubikmeter sein.

Keine neuen Konzessionen

Aktuell gewinnt Münchenstein an drei Standorten mit Grundwasserpumpwerken Trinkwasser. Dazu kommt eine Verbindung mit dem Versorgungssystem der Nachbargemeinden zwecks Notversorgung. Das Pumpwerk Au an der südlichen Grenze der Reinacher Heide wurde erst gerade saniert und sollte noch längere Zeit einsetzbar sein. Für das Pumpwerk Hofmatt gilt die Konzession noch bis 2031, für das Pumpwerk Ehinger beim Gymnasium besteht aktuell gar keine Konzession.

Gemeinderätin Ursula Lüscher (SP) geht davon aus, dass die Konzession für das Pumpwerk Hofmatt nicht über 2031 hinaus verlängert werden kann und dass für das Pumpwerk Ehinger eine Konzession gar nicht erst erreicht werden kann. Wieso dafür bis heute keine Konzession besteht, kann sich Lüscher, die erst im Sommer ihr Amt angetreten hat, nicht erklären.

Schutzzonen als Herausforderung

Die Krux bei den Grundwasserpumpwerken ist die dafür nötige Grundwasserschutzzone. Im Vergleich zu früherem Recht, gemäss dem viele Pumpwerke gebaut wurden, müssen heute die Schutzzonen grossflächiger sein, was die Standortfrage zusätzlich erschwert. «Die Schutzzonen müssen heute auch die Strömungen im Grundwasser berücksichtigen», erklärte Lüscher. Denn je schneller das Grundwasser an einer Stelle fliesst, desto schneller kann sich ein Schadstoff im Grundwasser ausbreiten. «Dann muss die Schutzzone natürlich grossflächiger sein.» Für das Pumpwerk Hofmatt müsste demnach die Schutzzone für eine neue Konzession bis zum Bahnhof ausgedehnt werden, was so nicht möglich sei.

Eine Machbarkeitsstudie wies für das neue Grundwasserpumpwerk den optimalen Standort am Eingang zum Park im Grünen zu Beginn der Allee entlang der Fussballfelder bis zum St. Jakob in der Nähe des Dinosauriers aus. Dort stehen bereits drei Pumpwerke der Gemeinde Birsfelden auf Münchensteiner Boden. Die Schutzzone muss mit dem neuen Pumpwerk nur minim erweitert werden. Der Standort sei aus hydrologischer Sicht ideal, betonte Gemeinderätin Ursula Lüscher. «Die Fliessgeschwindigkeit des Grundwassers ist auch bei Niedrigwasser genügend, und die Wasserqualität ist gut.» Birswasser dringe keines ein. Das neue Grundwasserpumpwerk soll 2022 in Betrieb gehen.