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Der Beste gegen XamaxMit Stocker kommt der Erfolg zurück

FC Basel / Der Captain ist beim 2:1 in Neuenburg einer der Aktivposten in den Reihen von Rotblau.

Captain Valentin Stocker bringt gegen Xamax Emotionen ins Spiel.
Captain Valentin Stocker bringt gegen Xamax Emotionen ins Spiel.
Foto: Keystone

Es laufen die letzten Minuten der Nachspielzeit auf der Maladière. Valentin Stocker sitzt zu diesem Zeitpunkt auf dem Kunstrasen des Neuenburger Fussballstadions. Zwischen Ersatzbank und Seitenauslinie. Sein Arbeitstag ist zu Ende, nach 90 Minuten wird er durch den Brasilianer Eric Ramires ersetzt. Marcel Koller geht es einerseits darum, beim Spielstand von 2:1 einige wertvolle Sekunden rauszuholen. Andererseits ist der Captain mit seinen Kräften an diesem heissen Sommerabend am Neuenburgersee aber auch am Ende. Und vor allem schmerzt die Wade, die nun gekühlt werden muss. «Krämpfe», sagt Stocker, habe er gehabt, «ich bin froh, dass ich nach dieser langen Pause ohne Ernstkampf fast bis zum Schluss spielen konnte». Und froh ist er natürlich auch darüber, dass seine Farben bei Xamax zum zweiten Mal in dieser Saison drei Zähler geholt haben.

Denn es ist eine harte zweite Super-League-Partie, die der FCB in der Romandie erlebt. Eine Partie, die von ihrer Gangart her einem Cupspiel ähnelt. Das abstiegsgefährdete Xamax läuft unzählige Kilometer und versucht damit, den spielerisch besseren FCB in die Enge zu treiben. Anders als bei der Liga-Wiederaufnahme am Sonntag in Luzern nimmt Basel diesmal den Kampf an.

Das hat auch damit zu tun, dass Stocker erstmals nach Corona wieder auf dem Feld steht. War er im Cup beim unterklassigen Lausanne noch verletzt, fehlte er zuletzt gegen Luzern gesperrt. Verständlich, ist er gegen Neuchâtel in der Startelf. «Er hatte richtig Mumm, wieder zu spielen», sagt Koller nach dem Abpfiff.Das ist dem Flügelspieler von Beginn an anzumerken. 19 Minuten sind gespielt, da er eine Vorlage Kemal Ademis aus rund 20 Metern wunderschön ins hohe Eck schlenzt. Es ist nicht irgendein Tor, es ist das 1:1, und deshalb ein ganz wichtiger Treffer. Einer, der den FCB zurück ins Spiel bringt. «Wie er das gemacht hat, war Extraklasse», sagt auch Silvan Widmer. Stocker erzählt, dass er eigentlich erst überhastet abschliessen wollte. Doch dann habe er sich den Ball nochmals hingelegt und weniger scharf als geplant geschossen. Dafür umso präziser, Xamax-Goalie Laurent Walthert hat keine Chance.

Die Rolle nach dem 2:1

Nicht nur bei diesem Treffer hat Stocker seine ganze Erfahrung gezeigt. Auch als Arthur Cabral eine Viertelstunde vor dem Ende auf 2:1 erhöht, ist es Stocker, der als Leader vorangeht und seine Mitspieler antreibt, diesen Vorsprung kontrolliert über die Zeit zu bringen. «Wir haben viele Junge mit Potenzial im Team», sagt Stocker, «diese brauchen in solchen Momenten Unterstützung.»

Und so lobt Stocker etwa Jasper van der Werff, der in dieser Spielphase Ruhe bewahrt und viele Zweikämpfe gewonnen hat. Den Rest erledigen auf der Maladière die Arrivierten. «Es ist eine andere Mannschaft als in Luzern angetreten», sagt Stocker. Und meint damit nicht nur die Bereitschaft, die gezeigt worden ist. Er meint vor allem, dass mit ihm und Raoul Petretta nicht nur zwei klassische Flügelspieler, sondern auch viel Erfahrung ins Team gekommen ist. «Wir sind eingespielt, das zahlt sich in solch kampfbetonten Spielen aus», ist der Captain überzeugt.

Mit dem Glanzauftritt des Innerschweizers ist nun nach dem biederen Auftritt in Luzern der Erfolg bei Rotblau zurückgekehrt. «Ein Schritt in die richtige Richtung», sei es gewesen, findet Stocker. Doch auf die Tabelle schauen mag er nicht, es ändere sich bei diesem dicht gedrängten Spielplan so oft so vieles. Vielmehr geht es Stocker nach dem Spiel darum, nach vorne zu schauen. Am Sonntag kommt der FC Sion ins Joggeli. Ein nächster Gegner, der in den Abstiegskampf involviert ist. Ein nächster Gegner, gegen den der FCB die ganze Erfahrung seines Antreibers im Mittelfeld benötigen wird.