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Düstere Aussichten für Katholiken Mit Steuervorlage und Covid in die roten Zahlen

Die Römisch-katholische Landeskirche Baselland muss den Gürtel enger schnallen. In den nächsten fünf Jahren fehlen ihr 5,7 Millionen Franken in der Kasse.

Am Sitz der Römisch-katholischen Landeskirche rechnet man mit Finanzrückgängen, die «wesentlich und von langer Dauer» sind.
Am Sitz der Römisch-katholischen Landeskirche rechnet man mit Finanzrückgängen, die «wesentlich und von langer Dauer» sind.
Foto: zVg

Noch einmal blickt die Römisch-katholische Landeskirche Baselland mit einem Ertragsüberschuss von rund 400’000 Franken auf ein gutes Rechnungsjahr zurück. Es dürfte das letzte für die nächsten fünf Jahre sein. An der Synode sprach Sergio Morelli, zuständig für das Ressort Finanzen, sogar von einer Zäsur, weil man in den Folgejahren mit Ertragsausfällen von durchschnittlich 1,15 Millionen Franken pro Jahr rechnet. Dies bei einem Jahresbudget von knapp elf Millionen Franken. Der Rückgang sei «wesentlich und von langer Dauer», sagt Morelli. Kumuliert betragen die Ertragsausfälle 5,7 Millionen Franken.

Verantwortlich dafür gemacht werden die Steuervorlage 17 und der wirtschaftliche Lockdown wegen Corona. Den Hochrechnungen zufolge zahlen die juristischen Personen (Gewerbe) aufgrund der beiden Faktoren bis zu 28 Prozent weniger Steuern ein. Steuererträge erhält die Landeskirche ausschliesslich von juristischen Personen, während die Kirchgemeinden mit den Steuern von natürlichen Personen alimentiert werden. Aber auch dort wird ein Rückgang von rund zehn Prozent erwartet. Auf die Mindereinnahmen wird die Kirche reagieren müssen. Man habe eine Arbeitsgruppe einberufen, die ein Entlastungsprogramm aufstellen und Ideen zusammentragen soll.

Aufgrund der Corona-Krise mussten auch Hilfsangebote wie «Tischlein deck Dich» vorübergehend schliessen. Ferner ist die Zahl Armutsbetroffener und -gefährdeter in der Region markant gestiegen. Auf Initiative des Landeskirchenrats und mit Unterstützung des Bischofsvikariats und des Fachbereiches Diakonie hat die Caritas beider Basel deshalb im April einen Lieferdienst von Produkten aus dem Caritas-Markt an die Baselbieter Pfarreien lanciert. Für den Lieferdienst, der durch die Römisch-katholische Landeskirche finanziert wird, sprach das Kirchenparlament einstimmig einen Nachtragskredit in Höhe von rund 60'000 Franken. Der Lieferdienst wird mindestens bis Ende September 2020 fortgesetzt.