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Sauberkeits-Erziehung«Menschen sind erstaunlich resistent gegen Hygiene-Empfehlungen»

Historiker Peter Ward über die Bedeutung reinlicher Körper, warum saubere Unterwäsche früher viel wichtiger war als persönliche Hygiene und ob wir uns an die neuen Standards gewöhnen werden.

Keine menschlichen Gerüche mehr: Rush Hour in New York – und nur frisch duftende Körper.
Keine menschlichen Gerüche mehr: Rush Hour in New York – und nur frisch duftende Körper.
REUTERS/Shannon Stapleton

Die Pandemie hat eine Art neuen Gesundheits-Furor hervorgebracht: Staaten mahnen ihre Bürger zum Händewaschen und Abstandhalten. Gab es jemals zuvor eine solch massierte Anstrengung, die Bürger zu Sauberkeit zu erziehen?

Das globale Ausmass dieser Krise und die Gleichzeitigkeit ihrer Bekämpfung ist historisch einmalig. Davon abgesehen gibt es eine lange Tradition staatlicher Bemühungen, das Volk vor gesundheitlichen Krisen zu schützen, und einer der wichtigsten Punkte dabei war immer, die Menschen dazu zu bringen, ihre Hände zu waschen.

In der gegenwärtigen Pandemie scheint es den meisten Menschen schwerzufallen, ihre Gewohnheiten zu verändern.

Auch das hat Tradition. Als man Ende des 19. Jahrhunderts begann, für mehr Hygiene und häufigeres Baden zu werben, erwiesen sich weite Teile der Bevölkerung lange als erstaunlich resistent dagegen, vor allem wenn die Empfehlungen ihren Gewohnheiten zuwiderliefen. Historisch gesehen hatten solche Bemühungen Erfolg, wenn sich letztlich die Zustände und das Leben der Menschen verbesserte. In der heutigen Situation nutzen die Verantwortlichen die Angst vor dem Virus, um das Verhalten zu beeinflussen. Ein Dinner mit Freunden kann tödlich sein. Allerdings wird das Leben nicht besser, wenn man nur noch zu Hause bleibt.

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