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75 Jahre Nürnberger Prozesse«Meinem Vater habe ich die Todesstrafe gegönnt»

Niklas Frank ist der Sohn des «Schlächters von Polen», Hans Frank. Sein Vater wurde nach dem Krieg verurteilt. Im Gespräch schildert er die Gefühle von damals und die Wut von heute.

«Der Schlächter von Polen»: Hans Frank, Hitlers Generalgouverneur im besetzten Polen, musste sich vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal rechtfertigen. Das Bild stammt vom März 1946.
«Der Schlächter von Polen»: Hans Frank, Hitlers Generalgouverneur im besetzten Polen, musste sich vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal rechtfertigen. Das Bild stammt vom März 1946.
Foto: Mondadori/Getty Images

Herr Frank, Sie waren sechs, sieben Jahre alt, als Ihr Vater verhaftet und als einer der 24 Hauptkriegsverbrecher des Naziregimes angeklagt wurde. Wie haben Sie die Nürnberger Prozesse erlebt?

Die Verhaftung meines Vaters am 4. Mai 1945 am Schliersee in den bayerischen Alpen habe ich nicht miterlebt. Er wohnte damals drei Kilometer entfernt, weil er eine Geliebte hatte, seine alte Jugendliebe. In seiner Wohnung gab es einen «Andachtsraum», in dem Leonardo da Vincis «Dame mit dem Hermelin» hing, dazu noch zwei Rembrandts und ein Raffael.

Gemälde, die Ihr Vater als Hitlers Generalgouverneur in Polen geraubt hatte.

Ja. Meine ältesten Geschwister Sigrid und Norman sahen offenbar noch, wie der Jeep der Amerikaner vorfuhr. Mein Vater hatte ihnen gesagt, dass er bestimmt der letzte Reichsminister sei, der noch in Freiheit Kuchen verteile.

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