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Christine Kaufmann lanciert Wahlkampf«Meine Kandidatur ist ernst gemeint»

Trotz eines Wähleranteils ihrer Partei von zwischen zwei und vier Prozent rechnet sich Christine Kaufmann (EVP) gute Chancen aus. Ihre Stimmen dürften letztlich dem bürgerlichen Viererblock fehlen und damit entscheidend sein.

Die EVP-Kandidatin Kaufmann (2. v. r.) lanciert ihren Wahlkampf für einen Sitz im Regierungsrat Basel-Stadt. Sekundiert wird sie dabei von Vertretern des hauptsächlich in Riehen rekrutierten Unterstützungskomitees: Daniele Agnolazza (links), Richard Widmer ( 2. v. l.) und Marianne Hazenkamp-von Arx (rechts).
Die EVP-Kandidatin Kaufmann (2. v. r.) lanciert ihren Wahlkampf für einen Sitz im Regierungsrat Basel-Stadt. Sekundiert wird sie dabei von Vertretern des hauptsächlich in Riehen rekrutierten Unterstützungskomitees: Daniele Agnolazza (links), Richard Widmer ( 2. v. l.) und Marianne Hazenkamp-von Arx (rechts).
Foto: Nicole Pont 

Es begann mit viel Lob : «Christine Kaufmann ist eine hervorragende Kandidatin mit all den nötigen Voraussetzungen. Als Riehener Einwohnerrätin, Basler Grossrätin und Riehener Gemeinderätin ist sie eine äussert erfahrene und unabhängige Politikerin», so Richard Widmer vom Unterstützungskomitee für die 51 Jahre alte Tierärztin.

Die Riehener Politikerin Christine Kaufmann von der Evangelischen Volkspartei (EVP) lancierte ihren Wahlkampf am Dienstagmorgen im Café Isaak am Münsterplatz im Herzen Basels. Ihr breit abgestütztes Unterstützungskomitee ist Riehen-lastig, genauso wie ihre Partei.

In der Landgemeinde ist die EVP seit einem Jahrhundert sehr gut verankert. 28 Jahre lang war der Vater von Christine Kaufmann, der EVP-Politiker Gerhard Kaufmann, Gemeindepräsident von Riehen. In den letzten Jahrzehnten verlor sie indes an Einfluss. Im Jahr 1970 war sie mit elf Sitzen im 40-köpfigen Einwohnerrat und mit zwei im siebenköpfigen Gemeinderat vertreten. Heute hält die Partei im Einwohnerrat noch fünf Sitze und im Gemeinderat mit Christine Kaufmann einen. Im Kanton Basel-Stadt erreicht die EVP einen Wähleranteil von zwischen zwei und vier Prozent. Im Grossen Rat verfügt sie über nur einen Sitz und bildet mit der CVP eine gemeinsame Fraktion.

Das alles ist eigentlich zu wenig, um einen Regierungsratssitz zu legitimieren. Ist die Kandidatur von Christine Kaufmann also ernst gemeint oder dient sie bloss dazu, den EVP-Grossratswahlkampf zu beflügeln? «Ich sagte von Anfang an, dass meine Kandidatur ernst gemeint ist», erklärt Christine Kaufmann gegenüber der BaZ. «Es ist aber schwierig zu sagen, wie gut meine Chancen sind. Die Qualifikationen für das Amt sind bei mir sicher vorhanden. Ich finde es gut, dass wir als EVP antreten und den Wählern das Angebot einer Mittepartei zwischen den Blöcken bieten können

Stimmen von allen Seiten

Egal, wie Kaufmann abschneiden wird, ihre Kandidatur bedeutet, dass andere Kandidaten Stimmen verlieren werden. So etwa ist schon zu hören, das bürgerliche Lager kannibalisiere sich mit ihrer Kandidatur und der Kandidatur von Stefan Suter (SVP) gleich selbst. Ist sie also eine Sprengkandidatin? Kaufmann verneint dies: «Wir nehmen allen Seiten Stimmen weg. So war es bei den Riehener Gemeinderatswahlen. Meine Stimmen kommen von überall.» Im Falle einer Wahl hat sie ein Wunschdepartement: «Wirtschaft, Soziales und Umwelt. Das ist ein sehr breites Ressort mit viel Gestaltungspotenzial.»
Die Liste der Themen, denen sich Christine Kaufmann dann widmen würde, ist lang und divers: Wohnraumförderung, ein Begrünungskonzept für die Stadt, mehr Sportanlagen bei Schulen und bessere Zusammenarbeit bei den Kantonen. Die Mobilität innerhalb des Kantons müsse zukünftig mit der Vernetzung von verschiedenen Verkehrsträgern flexibel gestaltet werden können. Es brauche ein «out of the box»-Denken, das zum Beispiel auch die Evaluation von Pneu-Trams zulasse. «Der Ärger mit den kaputtgefahrenen BVB-Schienen würde damit mal aufhören», so Kaufmann. Bei der Umsetzung des Energiegesetzes ist ihr die Sozial- und Wirtschaftsverträglichkeit wichtig. Am Sozialsystem, das sich in der Corona-Krise als tragfähig erwiesen habe, will Christine Kaufmann nicht schrauben. Die Massnahmen im Gefolge der Pandemie sollten regelmässig überprüft werden. Ziel ihrer Politik sei, dass das Lebensumfeld im Kanton für alle Generationen attraktiv bleibe.

3 Kommentare
    Leprechaun

    Tatsächlich, man kandidiert und meint es ernst? Wahnsinn....