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Coronavirus weltweit+++ GlaxoSmithKline-Chefin erwartet Impfstoff 2021 +++ Berlin beschliesst Maskenpflicht im Büro +++

Die deutsche Kanzlerin zeigt sich besorgt über steigenden Fallzahlen in Deutschland. Auch in Frankreich kriegt man die Pandemie nicht in den Griff. Internationale News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Weltweit haben sich bisher mehr als 33 Millionen Menschen mit Covid-19 angesteckt.
  • Über eine Million Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben.
  • Die USA bleiben mit nunmehr über 7 Millionen bestätigten Fällen und über 200'000 Toten punkto Gesamtzahlen das am stärksten betroffene Land.
  • Zahlreiche Länder verschärfen ihre zuvor gelockerten Einschränkungen wieder.

LIVE TICKER

Italiens Wirtschaft schrumpft stärker als vorhergesagt

Die italienische Wirtschaft wird nach offizieller Schätzung stärker schrumpfen, als bisher angenommen worden war. Nunmehr werde ein Rückgang des Bruttoinlandprodukts BIP um neun Prozent vorhergesagt – nach einem Minus von acht Prozent im April.

Dies teilte das italienische Finanzministerium am Dienstagabend mit. Das Staatsdefizit werde mit 10,8 Prozent allerdings kleiner ausfallen als bisher mit 11,9 Prozent erwartet, hiess es weiter. Der Wert für das kommende Jahr wurde allerdings auf 7,0 Prozent des BIP erhöht – nach bisher 5,7 Prozent. Das Defizit 2022 dürfte dann bei 4,7 Prozent liegen und 2023 bei 3,0 Prozent, schrieben die italienischen Behörden weiter. Die italienische Wirtschaft leidet – wie fast alle Länder der Welt – unter der Coronavirus-Pandemie.

Die italienische Volkswirtschaft ist doch stärker negativ von der Coronavirus-Pandemie getroffen, als bisher angenommen worden war.
Die italienische Volkswirtschaft ist doch stärker negativ von der Coronavirus-Pandemie getroffen, als bisher angenommen worden war.
Foto: Angelo Carconi (Keystone/EPA)
GlaxoSmithKline-Chefin erwartet Impfstoff 2021

Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline zeigt sich zuversichtlich, dass 2021 ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen wird. «Ich teile den Optimismus, dass wir im nächsten Jahr eine Lösung haben werden.»

GlaxoSmithKline-Chefin Emma Walmsley (2. v. links). Bild: Keystone

Dies sagte GlaxoSmithKline-Konzernchefin Emma Walmsley am Dienstag. GlaxoSmithKline entwickelt derzeit einen Coronavirus-Impfstoff mit seinem französischen Partner Sanofi. Im Fall von positiven Ergebnissen bei einer klinischen Studie peilen sie nach früheren Angaben ein Zulassungsantrag für den Impfstoff im ersten Halbjahr 2021 an.

CureVac beginnt Impfstudie

Das Tübinger Biotechunternehmen CureVac hat den nächsten Schritt bei der Prüfung seines Impfstoffkandidaten CVnCoV bekanntgegeben. Der erste Teilnehmer an einer klinischen Phase-2a-Studie sei geimpft worden, hiess es in einer Pflichtmitteilung in der Nacht auf Mittwoch.

Die Coronavirus-Impfstudie werde mit insgesamt 690 gesunden Teilnehmern in Peru und Panama vorgenommen. Erste Daten würden im vierten Quartal erwartet, hiess es weiter.

Über 8000 neue Fälle in Frankreich

Frankreich meldet 8051 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle sei um 85 auf insgesamt 31'893 gestiegen, schreiben die Gesundheitsbehörden in Paris.

Maskenpflicht in Berliner Büros

Berlin geht mit seinen Massnahmen gegen die Pandemie über die Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels hinaus. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller kündigte am Dienstagabend nach einer Sondersitzung des Senats an, dass vom kommenden Samstag an Höchstgrenzen für private Zusammenkünfte wie etwa Partys gelten sollten. Dazu komme eine Maskenpflicht in Büros und in Verwaltungsgebäuden.

Nach den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz sollen Höchstgrenzen erst gelten, wenn die Inzidenz – die Zahl der Neuinfektionen pro 100'000 in sieben Tagen – 35 erreicht. Dieser Wert liegt in Berlin derzeit unter 30. Der Senat beschloss jedoch, bereits jetzt die Einschränkungen in Kraft zu setzen.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop sagte, es gelte nun für private Feiern in Räumen eine Höchstgrenze von 25 Teilnehmer, für «draussen» von 50. «Wir sehen, dass sich die Leute in Parks überall in Gruppen zusammentun und dort die Abstände teilweise nicht mehr einhalten. Deswegen ziehen wir jetzt eine ganz ganz klare Grenze bei diesen privaten Feierlichkeiten.» Sollte die Inzidenz auf 50 steigen, dürften an Partys im Innenraum nur noch zehn Personen teilnehmen, unter freiem Himmel 25.

In Berlin herrscht bald Maskenpflicht in den Büros.
In Berlin herrscht bald Maskenpflicht in den Büros.
Foto. Sebastian Gollnow (Keystone/Symbolbild)
Beunruhigende Zahlen in Israel

Die Zahl der in der Pandemie-Krise schwer Erkrankten liegt in Israel nur noch knapp unterhalb einer kritischen Marke. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstagabend mitteilte, wurden zuletzt 778 solcher Fälle registriert. Als kritische Marke für eine Überlastung des Gesundheitssystems hatten Experten zuletzt 800 Schwerkranke genannt.

Israel steckt mitten in einer zweiten Corona-Welle. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte Ende vergangener Woche mit fast 8500 einen Rekordwert erreicht. Mit einem kompletten Lockdown will die Regierung die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems sichern.

Für den Montag wurden 1151 Neuinfektionen registriert. Die Zahl der Tests fiel am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur sehr gering aus, allerdings wurden davon 15 Prozent positiv getestet. Der Erreger Sars-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei insgesamt 235'465 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 1523 Menschen sind in Verbindung mit einer Corona-Infektion gestorben.

Rekordwert an einem Tag in Grossbritannien

In Grossbritannien sind am Dienstag zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie mehr als 7000 neue Corona-Fälle gezählt worden. Insgesamt gab es 7142 Neuinfektionen, wie die zuständige Regierungsbehörde mitteilte. Zudem verdoppelte sich die Zahl der neuen Todesfälle innerhalb einer Woche: Lag die Zahl der Todesfälle mit einer Corona-Infektion in der vergangenen Woche noch bei 37 Fällen an einem Tag, waren es am Dienstag 71. Auch die Zahl der Virus-Patienten in Krankenhäusern stieg merklich an.

Angesichts der stark steigenden Zahlen gelten in grossen Teilen des Landes wieder schärfere Schutzmassnahmen: So dürfen sich im Nordosten Englands, aber auch in Nordirland und Schottland bis auf wenige Ausnahmen keine Angehörige verschiedener Haushalte mehr treffen. In England müssen Pubs und Restaurants um 22 Uhr schliessen. Premier Boris Johnson wollte am Mittwoch mit führenden Gesundheitsberatern vor die Presse treten.

New York büsst Verweigerer von Masken

In New York liegt die Zahl der positiven Corona-Tests laut Bürgermeister Bill de Blasio das erste Mal seit Monaten über drei Prozent. In den vergangenen sieben Tagen lag der Schnitt bei 1,38 Prozent. De Blasio kündigt Geldstrafen für Menschen an, die keine Maske tragen.

Merkels Warnung an die Nation

Wie kann man angesichts steigender Infektionszahlen in Deutschland der Corona-Pandemie entgegenwirken? «Wir wollen regional spezifisch, zielgenau agieren», sagt Kanzlerin Angela Merkel nach Videoberatungen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer. Deutschland sei vergleichsweise gut über den Sommer gekommen, doch man sei sich bewusst, dass «vor uns die schwierigere Zeit liegt, nämlich die Herbst- und Wintermonate». Ein erneuter Shutdown für das gesamte Land müsse «unbedingt verhindert werden».

Falls die Dynamik der Neuinfektionen wie zuletzt weitergeht, könnte Deutschland nach den Worten von Merkel in drei Monaten 19'200 Ansteckungen pro Tag verzeichnen. Dies zeige die Dringlichkeit, mit der gegen die weitere Ausbreitung der Pandemie vorgegangen werden müsse. Steigen die Corona-Infektionen in einer Region stark an, sollen künftig die Teilnehmerzahlen bei privaten Feierlichkeiten begrenzt werden. «Wir sagen jetzt hier, dass in öffentlichen oder angemieteten Räumen bei einer Infektionshäufigkeit von 35 pro hunderttausend Einwohnern in sieben Tagen die Zahl (...) von maximal 50 Teilnehmern festgelegt werden soll», sagt die Bundeskanzlerin. «Und es wird dringlich empfohlen, Feierlichkeiten zuhause, in privaten Räumen, nicht mit mehr als 25 Teilnehmern durchzuführen.»

Was die Ferien betreffen, so könne man auch in Deutschland Ferien machen. «Es gibt auch Bereiche in Europa, das sind keine Risikogebiete. Wir haben zum Beispiel noch ein vergleichsweise geringes Infektionsrisiko in Italien.» (sz.de/reuters)

Angela Merkel informiert die Öffentlichkeit nach der Videokonferenz mit den Bundesländern.
Angela Merkel informiert die Öffentlichkeit nach der Videokonferenz mit den Bundesländern.
Foto: Kay Nietfled (Keystone/29. September 2020)
Anders Tegnell: «Wir gehen langsam, aber sicher in die falsche Richtung»

Noch sind die Corona-Fallzahlen in Schweden relativ stabil. Während viele Länder in Europa derzeit mit einem starken Anstieg der Fallzahlen konfrontiert sind, meldeten die schwedischen Behörden seit Anfang Juli regelmässig zwischen 200 und 400 Neuinfektionen pro Tag.

Am vergangenen Mittwoch meldete die Behörde für öffentliche Gesundheit in Schweden (FHM) jedoch 554 Neuansteckungen – so viele wie seit Anfang Juli nicht mehr. Zwar steigen die Zahlen in anderen Ländern Europas um einiges rasanter. Doch auch in Schweden ist ein leicht steigender Trend zu beobachten, was dem Chefepidemiologen Anders Tegnell Sorgen bereitet.

«Wir sehen einen leichten Aufwärtstrend über die letzten paar Wochen. Nicht annähernd so dramatisch wie in anderen europäischen Ländern, aber wir gehen langsam, aber sicher in die falsche Richtung», zitiert die schwedische Zeitung «The Local» den Epidemiologen.

Die FHM begründet diesen Anstieg unter anderem mit der Rückkehr der Menschen an ihren Arbeitsplatz nach den Sommerferien. Das sei einer der grossen Unterschiede zu früher, so Tegnell. In Schweden gilt die Empfehlung, falls möglich von zu Hause aus zu arbeiten. Gemäss «The Local» zeigen Pendlerdaten jedoch, dass unter der Woche immer mehr Menschen ihr Haus verlassen, um mit dem ÖV zur Arbeit zu fahren.

Warnt vor steigenden Fallzahlen in seinem Land: Schwedens Chefepidemiologe Anders Tegnell.
Warnt vor steigenden Fallzahlen in seinem Land: Schwedens Chefepidemiologe Anders Tegnell.
Foto: EPA/Keystone

Anders Tegnell erlangte insbesondere als Repräsentant des schwedischen Sonderwegs in der Corona-Krise auch ausserhalb der Landesgrenzen Berühmtheit. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern verhängte Schweden im Frühjahr keinen Lockdown und setzte verstärkt auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung.

Schwedens Sonderweg forderte jedoch einen vergleichsweise hohen Tribut: Bisher starben im Land mit zehn Millionen Einwohnern gemäss Behördenangaben 5880 Personen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung, 2599 Personen lagen bislang auf der Intensivstation. Insgesamt verzeichnete Schweden seit dem Corona-Ausbruch 90'923 laborbestätigte Infektionen.

Über eine Million Corona-Tote weltweit

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit bereits mehr als eine Million Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Montagabend (Ortszeit) aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Mehr als 33,2 Millionen Infektionen wurden nachgewiesen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Rund ein Fünftel aller erfassten Todesfälle beklagt die USA, wo mehr als 205'000 Menschen starben. In Brasilien sind mehr als 142'000, in Indien mehr als 95'000 Menschen gestorben.

Mehr dazu lesen Sie hier.

Private Feste in Deutschland sollen begrenzt werden

Die Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge beim Bund-Länder-Gipfel strengere Regeln für Feiern im privaten Raum durchsetzen. Das berichtet bild.de unter Berufung auf eine Telefonschaltung zwischen dem Bundeskanzleramt und den Chefs der Staatskanzleien.

Demnach sollen private Feiern nur noch mit maximal 25 Personen stattfinden, im öffentlichen Raum soll die Anzahl auf maximal 50 Personen reduziert werden, dort soll zudem ein Alkoholverbot durchgesetzt werden. Diese Regeln sollen überall dort gelten, wo der Inzidenzwert grösser als 50 ist.

Die Kanzlerin ist besorgt: Angela Merkel am Montag in Berlin.
Die Kanzlerin ist besorgt: Angela Merkel am Montag in Berlin.
Foto: Michael Kappeler (Keystone/28. September 2020)
Tschechien plant erneut Ausnahmezustand

Angesichts steigender Corona-Zahlen will Tschechien wieder den Ausnahmezustand verhängen. Das sei sicherlich notwendig, sagte Regierungschef Andrej Babis von der populistischen Partei ANO am Montagabend im Fernsehsender Nova. Er gehe davon aus, dass das Kabinett am Mittwoch in Prag zu einer Sondersitzung zusammenkommen werde, um diesen Schritt zu beschliessen.

Der Ausnahmezustand galt bereits im Frühjahr für zwei Monate und war Ende Mai ausgelaufen. Er ermöglicht es der Regierung unter anderem, Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Zudem können die Gerichte höhere Strafen verhängen.

Tschechien hatte in den letzten 14 Tagen die höchste Zahl an Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in Europa nach Spanien und Frankreich. Am Sonntag kamen 1305 Fälle hinzu, wie aus Behördendaten hervorging. Das war der höchste Zuwachs an einem Sonntag seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung überstieg die Schwelle von 600.

Über 36'000 neue Fälle in den USA

In den USA sind binnen 24 Stunden 36'335 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt hätten sich damit 7,095 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilte. Die Zahl der Todesopfer sei um 295 auf 204'328 gestiegen. Die Zahlen der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) spiegeln nicht unbedingt die Daten wider, die die einzelnen Bundesstaaten melden.

Die Zahlen pro 100'000 Einwohner sind natürlich geringer (2144). Untenstehend der grafische Vergleich mit der Schweiz.

Neue Regeln: Pariser Gastronomen verärgert

Bei Pariser Gastronomen wächst der Ärger über die neuen Corona-Massnahmen. Das Schliessen von Bars ab 22 Uhr sei ungerechtfertigt, diskriminierend und kontraproduktiv, prangerte der Hotel- und Gastroverband GNI am Montag an.

Der Verband betonte, dass Restaurants und Bars strenge Hygienemassnahmen einhalten würden. Die Regierung hatte in der vergangenen Woche angeordnet, dass in Paris und anderen grösseren Städten wie Toulouse oder Lille ab Montag Bars zwischen 22 und 6 Uhr geschlossen bleiben müssen. Für Grossveranstaltungen gilt nun ausserdem eine Begrenzung von 1000 Personen – im öffentlichen Raum dürfen sich nicht mehr als zehn Menschen treffen. Sporthallen müssen geschlossen bleiben.

Frust über den Regierungsentscheid: In Paris und anderen grösseren Städten wie Toulouse müssen Bars ab 22 Uhr geschlossen werden.
Frust über den Regierungsentscheid: In Paris und anderen grösseren Städten wie Toulouse müssen Bars ab 22 Uhr geschlossen werden.
Foto: Chesnot (Getty Images)

Paris ordnete an, dass der Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen und der Konsum auf öffentlichen Plätzen ab 22 Uhr verboten ist. In dieser Zeit sei auch das Abspielen von Musik auf der Strasse nicht erlaubt, so die Stadt. Restaurants dürfen auch nach 22 Uhr geöffnet bleiben – Alkohol darf allerdings nur zusammen mit einer Mahlzeit verkauft werden.

In Marseille mussten Bars und Restaurants aufgrund der angespannten Corona-Lage komplett schliessen. Gastronomen hatten am Wochenende in der südfranzösischen Hafenmetropole dagegen demonstriert. Die örtlichen Behörden warfen der Regierung in Paris vor, ohne Absprache über ihre Köpfe hinweg entschieden zu haben. Sie konnten durchsetzen, dass die Schliessungen vorerst nur 7 statt 15 Tage andauern sollen.

Frankreich meldete am Montag 4070 Neuinfektionen. Den vierten Tag in Folge liege dabei der Sieben-Tages-Durchschnitt über 12'000 Fälle. Die Zahl der Toten sei um 81 auf 31'808 gestiegen, teilt das Gesundheitsministerium weiter mit.

Über 30'000 neue Fälle übers Wochenende in Spanien

In Spanien steigt die Zahl der Neuinfektionen von Freitag bis Montag um 31'785 auf knapp 750'000.

Lesen Sie auch unsere Reportage zum neuen Teil-Lockdown: Diese Strasse teilt Madrid.

Nur eines von acht Ländern schützt Frauen in Corona-Krise

Weltweit haben Frauen nach einem Bericht der Vereinten Nationen durchschnittlich nur in einem von acht Ländern besonderen Schutz vor den sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Für den Bericht seien Beschlüsse in 206 Ländern und Territorien ausgewertet worden, teilte die UN-Organisation für Geschlechtergerechtigkeit am Montag in New York mit. 42 davon hätten seit Beginn des Pandemie gar keinen Schutz für Frauen verabschiedet. Nur in 25 gebe es Massnahmen, die zum Beispiel Gewalt gegen Frauen und Mädchen zum Thema machen oder deren finanzielle Absicherung stärken.

Der Grossteil aller neuen Beschlüsse – etwa 70 Prozent – soll Frauen und Mädchen vor Gewalt schützen, beispielsweise mit speziellen Zufluchtsorten oder Not-Telefonnummern. Die meisten seien in Europa verabschiedet worden. Nicht alle Pläne seien aber ausreichend finanziert, kritisierte UN Women.

Verschärfte Massnahmen in den Niederlanden

Angesichts steigender Fallzahlen führen die Niederlange strengere Massnahmen ein. Für zunächst drei Wochen müssen Gaststätten und Bars um 22 Uhr schliessen und bei Sportveranstaltungen sind keine Zuschauer erlaubt. Ministerpräsident Mark Rutte rief zudem dazu auf, möglichst wenig zu reisen und bevorzugt von zu Hause aus zu arbeiten. Nach seinen Angaben könnte die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf 5000 steigen nach gegenwärtig etwa 3000.

EU will Reisewarnungen besser abstimmen

Die EU will dem Tourismusbeauftragten der deutschen Regierung zufolge Grenzschliessungen in der Corona-Krise künftig vermeiden. Regionale Massnahmen sollten ergriffen werden, wenn die Infektionszahlen wie zuletzt deutlich anstiegen, wie es in Berlin nach dreistündigen Beratungen mit den Tourismusministern der EU hiess.

Ausserdem solle es eine engere Abstimmung bei Reisewarnungen, Corona-Tests und Quarantänevorschriften geben. Und der von der Pandemie besonders hart getroffenen Tourismusbranche solle mit staatlichen Hilfen eine Perspektive gegeben werden. Dadurch solle auch der Strukturwandel vorangetrieben werden, beispielsweise mit Hilfen bei der Digitalisierung. Konkrete Beschlüsse zu den gemeinsamen Zielen wurden bei den informellen Beratungen der Regierungsvertreter aber nicht gefällt.

Geschäftsreisen sollen gefördert werden, indem Quarantänevorschriften nach negativen Schnelltests wegfallen könnten. Schnelltests seien daher ein wichtiger Baustein, um wieder mehr Normalität zu bekommen.

Zwölf Crew-Mitglieder auf Kreuzfahrtschiff infiziert

Nur einen Tag nach Abreise musste «Mein Schiff 6» bereits wieder an Land. Der Grund: Zwölf der 666 Mitarbeiter an Bord wurden positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Das Kreuzfahrtschiff harrt derzeit vor der Insel Milos aus und wartet auf weitere Instruktionen. Nebst den Mitarbeitern befinden sich 922 Passagiere an Bord.

Das Schiff war unter maltesischer Flagge am Sonntagabend von Iraklio bei Kreta in Richtung des Hafens von Piräus gestartet. «Am Montag früh haben wir von einem externen Labor positive Testergebnisse von zwölf Crew-Mitgliedern der ‹Mein Schiff 6› erhalten», erklärte eine Sprecherin der Reederei Tui Cruises gegenüber dem deutschen Fernsehsender «RTL». Von den Passagieren seien bisher noch keine Ansteckungen bekannt.

An Bord des Kreuzfahrtschiffs «Mein Schiff 6» haben sich zwölf Besatzungsmitglieder mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. (Archivbild)
An Bord des Kreuzfahrtschiffs «Mein Schiff 6» haben sich zwölf Besatzungsmitglieder mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. (Archivbild)
Foto: Markus Scholz (DPA/Keystone)

Im Rahmen regelmässigen Corona-Tests bei den Besatzungsmitgliedern waren 150 Personen getestet worden. Die Passagiere waren nach Angaben der Nachrichtenagentur AP vor dem Boarding bereits einem Test unterzogen worden. «Die gesamte Besatzung ist in den letzten 14 Tagen nicht auffällig geworden. Keines der 12 Crew-Mitglieder hat Symptome», meinte die TUI-Sprecherin gegenüber «RTL». Die positiv getesteten Besatzungsmitglieder seien isoliert worden. Der Betrieb an Bord gehe weiter wie vorher, so die Sprecherin.

Noch ist unklar, ob das Schiff ohne Weiteres nach Piräus weiterfahren darf. «Gern möchten wir am ursprünglichen Fahrplan festhalten und sind dazu mit den griechischen Behörden im Austausch. Möglicherweise müssen wir aber nach Iraklio, dem Starthafen unserer Reise, zurückkehren.»

Bei der «Mein Schiff 6» handelt es sich nach Angaben der örtlichen Behörden um das erste Kreuzfahrtschiff in griechischen Gewässern seit Ausrufung des Lockdowns im März. Die Kreuzfahrtbranche war wie wie viele touristische Branchen besonders stark von den Corona-Massnahmen betroffen. Vor wenigen Wochen haben einzelne Reedereien ihren Betrieb unter der Einhaltung strenger Sicherheitsstandards wieder aufgenommen.

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Eindrucksvolle Kulisse: Vor den Hochhäusern der Metropole Miami reihten sich die Kreuzfahrtschiffe während des Lockdowns aneinander.

sda/reuters/red