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AustralienMann rettet Walkalb aus Netz und wird verzeigt

Ein australischer Hobbytaucher rettete ein Walkalb aus einem Hainetz. Die Behörden hatten jedoch keine Freude an der selbstlosen Aktion.

Ob der Mann tatsächlich gebüsst wird für seine Rettungsaktion, ist noch unklar.
Video: Tamedia

Ein Australier war mit seinem Boot vor der Gold Coast unterwegs, als ihm ein Walkalb auffiel, das sich in einem Hainetz verfangen hatte. Kurzerhand sprang der Hobbytaucher ins Wasser und befreite das Tier. «Ich habe einfach versucht, das Netz zu entwirren. Ich hatte zwar ein Messer dabei, aber das brauchte ich gar nicht», so der Hobbytaucher gegenüber ABC News.

Auf dem Rückweg zur Küste wurde der Walretter jedoch von Beamten des Fischereiinspektorats angehalten, welche die Rettungsaktion beobachtet hatten. Diese hätten ihn noch vor Ort gebüsst, erzählte der Mann gegenüber Medien. Dem widersprachen die Behörden kurz darauf, bestätigten jedoch, dass eine Untersuchung gegen den Mann eingeleitet worden sei. Sie wiesen in einem Tweet zudem darauf hin, dass «man Tierrettung den ausgebildeten Experten überlassen solle».

Netze: Schutz für Menschen, Gefahr für Walkälber

Vor der australischen Gold Coast sind im Meer an vielen Orten Netze ausgelegt. Diese sollen die Strandbesucher vor Haiangriffen schützen. Sich an den Netzen zu schaffen zu machen, ist deshalb illegal. Es drohen Bussen von bis zu 25’000 australischen Dollar.

Doch während die Netze für Menschen Schutz bedeuten, werden sie für Meeresbewohner zur tödlichen Falle. Gerade junge, unerfahrene Walkälber verheddern sich immer wieder in den Netzen und verenden darin. Tierschützer und Meeresbiologen fordern deshalb schon länger, dass die Netze durch andere Massnahmen ersetzt werden.

ap