«Manchmal reicht die schlechte Laune eines Funktionärs aus»
Der Westschweizer Anthropologe David Bozzini hat zwei Jahre in Eritrea geforscht. Er sagt, was die Menschen in die Flucht treibt.

Sie haben von 2005 bis 2007 zwei Jahre in Eritrea gelebt. Wie muss man sich das vorstellen?
Ich lebte in der Hauptstadt Asmara mit einer jungen Familie und einem Mann zusammen, der sich als Wehrdienstverweigerer vor der Polizei versteckte. Daneben verbrachte ich viel Zeit in Dörfern, wo es weder Strom noch fliessend Wasser gab. Dort lebten ehemalige Unabhängigkeitskämpfer. Zudem traf ich auf ehemalige Soldaten, die im Grenzkrieg gegen Äthiopien gekämpft hatten und nun im zivilen Nationaldienst als Lehrer arbeiten mussten. Diese Menschen haben mir Einblick in ihr Leben und das System des eritreischen Regimes gegeben und dadurch viel riskiert. Zudem habe ich an der Universität in Asmara unterrichtet, bis diese 2006 geschlossen wurde.















