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Literatur und Liebe«Lolita, Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden»

Ein kleines Plädoyer, sich von Vladimir Nabokovs Roman «Lolita» verführen zu lassen.

Stanley Kubrick hat «Lolita» 1962 mit Sue Lyon in der Hauptrolle verfilmt.
Stanley Kubrick hat «Lolita» 1962 mit Sue Lyon in der Hauptrolle verfilmt.

Am Anfang war der Skandal. Als Vladimir Nabokovs Roman «Lolita» erschien, war das Geschrei gross. Pornografie! Sex mit einer Minderjährigen! Exzesse eines perversen Kerls! Der Chefredaktor des «Sunday Express» stöhnte: «Zweifellos das dreckigste Buch, das ich je gelesen habe.» Das war Mitte der 1950er-Jahre. Zwanzig Jahre später, viele Tabus waren gefallen, galt «Lolita» als Klassiker. Ende des 20. Jahrhunderts wimmelte es von Lolitas. Mädchenkinder trugen vor der Kamera ihre Haut zu Markte, auch auf der Strasse, auch in Schulen.

Vater Kommerz hatte Mutter Moral besiegt. Scheinbar. Und dann das: Ausgelöst 2017 durch die #MeToo-Debatte, macht sich ein neuer Moralismus breit. Wer heute unterm Stichwort Lolita googelt, erhält als Erstes die Warnung: «Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern sind rechtswidrig.» Richtig so. Und auch die zwölfjährige Lolita wird vom 37-jährigen Humbert Humbert missbraucht. Aber unter welchen Umständen? Mit welchen schlimmen Konsequenzen, Selbstzweifeln und Einsichten?

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