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War es ein Anschlag?Lörracher Rathaus evakuiert – wegen weissem Pulver

Am Dienstagmorgen kam es in der Lörracher Innenstadt zu einem Grosseinsatz von Polizei und Feuerwehr. Grund war eine unbekannte Substanz, die sich in der Ratshaus-Post befand.

Noch ist nicht genau klar, um was für ein Pulver es sich handelt. Offenbar aber nicht um den gefährlichen Stoff Anthrax.
Noch ist nicht genau klar, um was für ein Pulver es sich handelt. Offenbar aber nicht um den gefährlichen Stoff Anthrax.
Foto: KEYSTONE

Bei der routinemässigen Leerung des Ratshausbriefkastens fanden Mitarbeiter am Dienstagmorgen, um 7.30 Uhr, ein weissliches Pulver. «Nach der Leerung und Entnahme der Briefe kam es dann in der Poststelle zu den Augen- und Atemwegsreizungen bei den drei Mitarbeitern», sagt Jörg Kiefer vom Polizeipräsidium Freiburg.

Die Feuerwehr liess das Pulver analysieren. Erste Vermutungen, es könnte sich um eine stark giftige Substanz wie Milzbrand – auch Anthrax genannt – handeln, bestätigten sich nicht. «Wir haben inzwischen Hinweise, dass es sich um Kalziumkarbonat handelt, ein Basisstoff, wie man ihn etwa in Düngemittel oder Stoffen für die Bauindustrie findet», so Kiefer.

Weil das Pulver nicht so gefährlich ist und es sich auch nicht in einem Briefumschlag befand, geht die Polizei zurzeit nicht von einem versuchten Anschlag auf Beamte aus. Es könnte sich aber um grober Unfug handeln, sagt Kiefer. Die Polizei ermittelt deshalb wegen Verdacht auf fahrlässige Körperverletzung, da man ja wisse, dass es beim Einatmen von solchen Stoffen zu Reizungen der Augen und Schleimhäute sowie zu Problemen mit der Lunge kommen kann.

Die Feuerwehr und der Rettungsdienst waren mit etwa 70 Einsatzkräften und etwa 20 Fahrzeugen im Einsatz. Durch die Werksfeuerwehr der Roche aus Basel wurde zudem ein Spezialmessgerät eingesetzt.

Das Lörracher Stadthaus.
Das Lörracher Stadthaus.
Foto: GoogleMap