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Entgegen dem StadtratLiestal soll Fair Trade Town werden

Der Einwohnerrat hat am Mittwochabend mit klarem Mehr ein entsprechendes Postulat überwiesen.

Nicht billig, dafür fair – auch Liestal soll Produkte aus gerechtem Handel fördern.
Nicht billig, dafür fair – auch Liestal soll Produkte aus gerechtem Handel fördern.
Foto: Adrian Moser

Der Liestaler Stadtrat zeigte sich wenig begeistert vom Postulat der beiden Einwohnerratsmitglieder Pascale Meschberger (SP) und Bruno Imsand (FDP). Doch nun muss er gleichwohl die Vor- und Nachteile der Auszeichnung «Fair Trade Town» für Liestal prüfen und die dafür notwendigen Massnahmen und Kosten aufzeigen. Mit 33 Ja gegen 3 Nein hat der Einwohnerrat den Vorstoss überwiesen.

Allerdings war der Stadtrat nicht wirklich dagegen. Nur wollte er das Postulat auch gleich abgeschrieben haben und das Anliegen im Rahmen eines bereits überwiesenen Nachhaltigkeitsvorstosses erfüllen. Dem aber widersetzte sich der Einwohnerrat mit 21 zu 13 Stimmen, bei zwei Enthaltungen. «Man überweist dann etwas und schreibt es gleichzeitig ab, wenn man es letztlich nicht will», sagte Bernhard Bonjour (SP).

Eine Auszeichnung

Bei «Fair Trade Town» handelt es sich laut Pascale Meschberger nicht um ein Label, wie seitens der SVP befürchtet wurde, sondern um eine Auszeichnung für die Stadt. Die Kosten blieben gering. Eine Arbeitsgruppe würde definieren, was unternommen werden müsste, «und viel fehlt nicht, dass Liestal die Auszeichnung erhält», sagte Meschberger. Konkret könnte die Auszeichnung etwa bewirken, so die beiden Postulanten in ihrer Begründung, dass in der Stadtverwaltung Kaffee und Tee aus fairem Handel getrunken und dass an den Mittagstischen der Schulen Reis aus gerechtem Handel gegessen werde. Ebenso könnte die Stadt zusammen mit dem lokalen Gewerbe eine Info-Kampagne darüber starten, wo und welche Produkte aus fairem Handel erhältlich sind.

Beat Gränicher befürchtet von der Auszeichnung neue Vorschriften und appellierte an die Eigenverantwortung: «Ich kaufe meine Eier seit Jahren beim Bauern. Dafür brauche ich weder ein zusätzliches Label noch eine Arbeitsgruppe», sagte der SVP-Einwohnerrat. Er blieb damit aber in der Minderheit.

Derzeit gibt es weltweit 2033 Fair Trade Towns in über 30 Ländern. In der Schweiz sind es gegenwärtig 12. Weitere zehn Orte, darunter Basel, sind auf dem Weg zu einer Mitgliedschaft.