Zum Hauptinhalt springen

Kommentar zu LösegeldzahlungenLeuenbergers schlechter Stil

Der Alt-Bundesrat hat ohne Not Zweifel an der gängigen Praxis im Umgang mit Entführungen gesät. Damit nährt er Zweifel an der eigenen Aufrichtigkeit.

Er gibt gern den Politiker-Philosophen. Das bringt ihn jetzt ins Abseits: Moritz Leuenberger, 74.
Er gibt gern den Politiker-Philosophen. Das bringt ihn jetzt ins Abseits: Moritz Leuenberger, 74.
Foto: Dominique Meienberg

«Wir müssen dafür sorgen, dass Terroristen die Entführung unserer Bürgerinnen und Bürger nicht als wertvolle Einnahmequelle betrachten.» Die Botschaft des damaligen Aussenministers Didier Burkhalter war klar. «Wenn wir den Terrorismus bekämpfen wollen, müssen wir seine Finanzierung wirksam unterbinden», sagte er den 200 Abgeordneten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die sich im April 2014 in Interlaken versammelt hatten. Und: «Die Schweiz hat sich dem Prinzip verpflichtet, keine Lösegelder zu bezahlen.»

Der damalige Aussenminister Didier Burkhalter sagte 2014 vor 200 Diplomaten: «Die Schweiz zahlt keine Lösegelder.»
Der damalige Aussenminister Didier Burkhalter sagte 2014 vor 200 Diplomaten: «Die Schweiz zahlt keine Lösegelder.»
Foto: Dominique Meienberg

Das scheint lange her zu sein. Am Problem hat sich nichts geändert. Das «Wall Street Journal» berichtete unlängst, dass der besiegt geglaubte sogenannte Islamische Staat in Idlib «vor Geld strotzt». Zentral für die Finanzierung: Entführungen. Für einen Bauern mit Landbesitz löst die Terrororganisation 70’000 Franken, für einen Westler entsprechend mehr. Terroristen suchen sich ihre Opfer dort, wo es am meisten Erfolg verspricht.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.