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10 Spiele sieglosSchalke erneut desolat, Zuber trifft bei Hoffenheim-Sieg

Das Team von David Wagner wird nach hinten gereicht. Und vorne verpasst RB Leipzig den Sprung auf Rang 2.

Steven Zuber darf jubeln, gegen den 1. FC Köln erzielt er das zwischenzeitliche 3:0, vorbereitet von Kollege Baumgartner. Am Ende siegt Hoffenheim 3:1.
Steven Zuber darf jubeln, gegen den 1. FC Köln erzielt er das zwischenzeitliche 3:0, vorbereitet von Kollege Baumgartner. Am Ende siegt Hoffenheim 3:1.
keystone-sda.ch
Enttäuschter Timo Werner: Es hätte Platz 2 werden können, nun bleibt Leipzig weiterhin hinter Borussia Dortmund.
Enttäuschter Timo Werner: Es hätte Platz 2 werden können, nun bleibt Leipzig weiterhin hinter Borussia Dortmund.
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Neben Zuber durfte am Mittwochabend auch Ruben Vargas mittun. Der linke Flügel spielte gegen Paderborn (0:0) durch.
Neben Zuber durfte am Mittwochabend auch Ruben Vargas mittun. Der linke Flügel spielte gegen Paderborn (0:0) durch.
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Der freie Fall des seit nunmehr zehn Spielen sieglosen FC Schalke 04 geht ungebremst weiter. Mit 1:2 (0:0) beim Abstiegskandidaten Fortuna Düsseldorf verlor das Team von Trainer David Wagner am Mittwoch auch das dritte Spiel seit dem Bundesliga-Neustart. Dabei schien die destruktive Defensiv-Taktik der gebeutelten Gäste nach dem ersten Auswärtstor in diesem Jahr durch Weston McKennie (53. Minute) sogar aufzugehen. Doch mit grossen Kampf und dank altbekannter individueller Schalker Fehler drehte die Fortuna noch das Spiel. Rouwen Hennings und Kenan Karaman (68.) machten den Düsseldorfer Heimsieg perfekt.

Nach zuletzt vier teils sehr unglücklichen Unentschieden vergrösserten die Düsseldorfer auf dem Relegationsrang mit nun 27 Punkten wieder den Vorsprung auf Werder Bremen auf Rang 17 (22). Für Schalke rücken die internationalen Plätze hingegen immer weiter in Ferne. Nach dem 0:4 in Dortmund, dem 0:3 am Sonntag gegen Augsburg und der erneuten Pleite in Düsseldorf beträgt der Abstand auf einen sicheren Europa-League-Rang nun bereits fünf Zähler. 3:24 Tore aus zehn sieglosen Spielen lautet die katastrophale Bilanz der Schalker zuletzt.

Fortuna-Coach Röser hatte drei Tage nach dem enttäuschenden 2:2 nach 2:0-Führung im Derby beim 1. FC Köln das Spiel gegen Schalke zum «Must-Win-Game» erklärt: «Die Mannschaft weiss, wir müssen das Spiel gewinnen – egal wie.» Entsprechend traten die Düsseldorfer auch auf und waren zunächst spielbestimmend – auch weil sich die Gäste nach dem bitteren 0:3 gegen Augsburg weit zurückzogen und auf Sicherung bedacht waren. Teilweise mit fünf Mann auf einer Linie verteidigte Schalke.

Nach der Pause war Schalke zunächst etwas mutiger und ging durch eine Standardsituation und einem McKennie-Kopfball überraschend in Führung. Fortuna reagierte wütend und glich nach einem Patzer von Schalkes Keeper Markus Schubert, der einen 30-Meter-Freistoss von Kevin Stöger nach vorne abprallen liess, durch Hennings zwölftes Saisontor aus. Wenig später war es dann ein haarsträubender Defensivfehler, der Fortuna die Führung bescherte. Ozan Kabak bediente bei seinem ersten Spiel seit Ende Februar für Schalke Fortunas Karaman, der zum verdienten Sieg einköpfelte.

Leipzig verpasst Sprung auf Rang 2

RB Leipzig hat die Chance verpasst, wieder Bayern-Jäger Nummer eins zu werden. Die Sachsen erreichten am 28. Spieltag der Fussball-Bundesliga im eigenen Stadion gegen Hertha BSC nur ein 2:2 (1:1) und bleiben mit 55 Punkten in der Tabelle hinter Bayern München (64) und Borussia Dortmund (57) auf Rang drei.

Nach der 2:1-Führung der Gastgeber durch Patrik Schick (68.), die Hertha-Torwart Rune Jarstein durch einen Fehler ermöglichte, glichen die in Überzahl agierenden Berliner am Mittwoch durch einen verwandelten Elfmeter des Polen Krzysztof Piatek (82.) noch aus. Den Penalty hatte der eingewechselte Ademola Lookman an dem früheren Sittener Matheus Cunha verursacht. RB-Nationalspieler Marcel Halstenberg musste mit Gelb-Rot frühzeitig vom Platz (63.).

Marko Grujic hatte die Gäste, die mit dem Remis nach zwei Siegen unter Neu-Trainer Bruno Labbadia weiter ungeschlagen sind, in Führung gebracht (9. Minute). Lukas Klostermann (24.) glich für die Gastgeber zunächst zum 1:1 aus. Beide Treffer fielen nach Eckbällen.

Hoffenheim schlägt Köln – Zuber trifft

Dank des überragenden Christoph Baumgartner hat die TSG 1899 Hoffenheim ihre Serie von sieben sieglosen Spielen beendet. Der junge Österreicher erzielte beim 3:1 (1:0) der Kraichgauer gegen den 1. FC Köln am Mittwoch zwei Tore (11./46. Minute) und bereitete den dritten Treffer durch den Schweizer Nationalspieler Steven Zuber (48.) vor. Die Kölner verpassten damit die Chance, in der Tabelle an Hoffenheim vorbeizuziehen.

Für die Gäste traf in Florian Kainz (60.) ebenfalls ein Österreicher. Genau wie beim 2:2 gegen Düsseldorf am Sonntag vergab Kölns Mark Uth (76.) einen Foulelfmeter, er scheiterte an Hoffenheims Keeper Oliver Baumann. Die am Ende stark abbauenden Hoffenheimer dürfen sich damit weiter Hoffnungen auf einen Europa-League-Platz machen. Dabei spielten die Kölner von der 26. Minute an zu Zehnt, da Sebastiaan Bornauw nach einem üblen Tritt gegen den Torschützen Baumgartner Rot sah. Kurz nach der vermeintlichen Entscheidung durch Zuber musste TSG-Kapitän Benjamin Hübner in der knüppelharten Partie mit Gelb-Rot vom Platz, nachdem er Dominick Drexler gefoult hatte.

Auch Union holt Punkt in Unterzahl

Der 1. FC Union hat die erhoffte Wiedergutmachung für die bittere Berliner Derby-Pleite verpasst, aber immerhin den ersten Punkt nach der Corona-Zwangspause erkämpft. Gegen den 1. FSV Mainz 05 kam der Aufsteiger am Mittwochabend trotz mehr als 50 Minuten Unterzahl zu einem 1:1 (1:1) und hielt den direkten Mitkonkurrenten im Abstiegskampf der Fussball-Bundesliga damit auf Distanz.

Auf den Tag genau ein Jahr nach dem umjubelten Aufstieg erzielte Marcus Ingvartsen (33. Minute) im diesmal leeren Stadion an der Alten Försterei den wichtigen Ausgleich für die Eisernen. Mainz war durch das erste Saisontor von Ridle Baku (13.) früh in Führung gegangen. Seit Ende Januar warten die Berliner nun auf einen Heimsieg.

Nach den deftigen Schlappen gegen Hertha BSC (0:4) und RB Leipzig (0:5) änderten Union-Trainer Urs Fischer und sein Mainzer Kollege Achim Beierlorzer ihre Teams gleich auf jeweils vier Positionen. Zumindest Fischers Konzept fiel schnell auseinander: Nach Andrichs harten Einsteigen gegen Leandro Barreiro war die Partie für den 25-Jährigen schon in der 41. Minute vorbei – ein Bärendienst für die Eisernen.

Nach grossen Anfangsproblemen hatte sich Union nämlich gerade ins Spiel gekämpft. Der Ausgleich fiel dann dennoch unter gütiger Mithilfe von 05-Schlussmann Florian Müller, der bei Ingvartsens Freistoss falsch auf einen Heber über die Mauer spekulierte. Es war der erste Berliner Schuss auf das Mainzer Tor überhaupt.

Paderborns Abstieg rückt näher

Der FC Augsburg hat in seinem Bundesliga-Jubiläumsspiel einen grossen Schritt zum vorzeitigen Klassenerhalt verpasst. Beim verspäteten Heim-Debüt auf der Trainerbank von Heiko Herrlich kamen die bayerischen Schwaben am Mittwochabend gegen den Tabellenletzten SC Paderborn nicht über ein torloses Remis hinaus. Für die tapferen Gäste rückt dagegen der direkte Abstieg immer näher. Die Augsburger mussten sich in ihrem 300. Auftritt in der deutschen Eliteklasse bei Torwart Andreas Luthe bedanken, der von den Ostwestfalen nicht zu überwinden war.

Der Abstieg rückt für Paderborn näher – und ein unrühmlicher Rekord. Klaus Gjasula sah am Mittwochabend die 15. Gelbe Karte im 25. Liga-Spiel. Die Bestmarke von Tomasz Hajto aus der Saison 1998/99 im Trikot des MSV Duisburg von 16 Verwarnungen ist nah. Bei Augsburg kam der Schweizer Nationalspieler Ruben Vargas wie gewohnt auf dem linken Flügel zum Einsatz. Der frühere Luzerner spielte durch.

(dpa)