Ein edles, aber unerwünschtes Gas aus der Natur

Radon erhöht das Risiko für Lungenkrebs. In Risikogebieten lohnt sich die Überprüfung des eigenen Kellers.

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Das Edelgas Radon steigt aus dem Erdinnern an die Oberfläche und gelangt über Ritzen im Beton oder naturbelassene Böden in die Keller. Im Winter, wenn die Häuser beheizt werden, gelangt das Gas dann durch die Sogwirkung der aufsteigenden Luft bis in die Wohnräume. Dort zerfällt das Radon in radioaktive Atome wie Polonium, Blei oder Wismut. Werden diese eingeatmet, kommt es zu einer Bestrahlung der Lunge, was längerfristig unter Umständen Krebs verursachen kann.

Jährlich erkranken gemäss Schätzungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) 240 Menschen durch Radon an Lungenkrebs. «Wir schätzen, dass in der Schweiz derzeit in rund 5000 Häusern der Radon-Grenzwert von 1000 Bq/m³ überschritten wird», so Martha Gruson, Radon-Expertin beim BAG. Bisher konnten aber erst 1500 der betroffenen Häuser gefunden werden. Negative Messergebnisse in Häusern der Nachbarschaft sind keinesfalls ein Zeichen für Entwarnung: Eine unterschiedliche Bauweise des Kellers oder ein anderer Baugrund können in der eigenen Liegenschaft ganz andere Resultate bringen.

Bei Neubauten schlägt das BAG vor, dass Bauherren im Rahmen des Baubewilligungverfahren auf die Problematik hingewiesen werden und vom Architekten oder Generalunternehmer schriftlich eine Garantie für die Einhaltung strenger Radon-Messwerte einfordern. Wer in einem Radon-Gebiet wohnt oder einfach auf Nummer sicher gehen will, kann den Radon-Gehalt in den Wohnräumen im Erdgeschoss messen. Dazu bezieht man bei einer anerkannten Messstelle ein Dosimeter, stellt dieses für drei Monate auf und lässt es auswerten. In einigen Kantonen ist die Messung im Rahmen von Radon-Kampagnen gratis.

Tages-Anzeiger

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