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Vom Gefangenenlager bis zum Atombombentestgebiet

Die Liste der neuen Weltkulturerbe-Stätten umfasst einen alten Handelsweg, ein Testgelände oder ein herrliches Hochland. Alles äusserst sehenswerte Plätze.

Das Welterbekomitee setzte auf seiner diesjährigen Tagung in Brasilia insgesamt 21 Stätten neu auf die Liste. Neu dazu kommt auch der Amsterdamer Grachtengürtel. Die Kanäle wurden im 17. Jahrhundert als Fliessbänder des Warenverkehrs angelegt - Boote transportierten Gewürze, Wein oder Porzellan direkt zu den Speicherhäusern.

In Frankreich wurde der Welterbestatus der Bischofsstadt Albi zuerkannt, die ihr mittelalterliches Stadtbild noch unangetastet bewahrt hat. Über dem Zentrum thront die festungsartige Kathedrale Sainte-Cécile, eines der grössten Backsteingebäude der Welt.

Gebiet beim Monte San Giorgio erweitert

Neu zum Welterbe erklärt wurde auch das russische Putorana-Plateau. Die in Sibirien gelegene Naturlandschaft beheimatet eine Vielzahl arktischer und subarktischer Ökosysteme.

Die in der Schweiz gelegene Naturerbestätte Monte San Giorgio wurde zudem um den italienischen Teil des Berges im Süden des Lago die Lugano erweitert. Der Monte San Giorgio steht bereits seit 2003 auf der Welterbeliste.

Insgesamt stehen nun 911 Stätten auf der Unesco-Welterbeliste: 704 Kulturerbestätten und 180 Naturerbestätten. 27 Stätten sind sowohl Kultur- als auch Naturerbe. Der Status erleichtert den Zugang zu Fördergeldern und gilt als Touristenmagnet.

Ausserdem soll dadurch die Erhaltung bedeutender Stätten gewährleistet werden, denn wenn eine Stadt nicht genug dafür tut, kann sie den Status auch wieder verlieren.

Muss nicht schön sein

Nicht immer ist Schönheit das ausschlaggebende Kriterium bei der Vergabe: Es geht auch um die Einzigartigkeit eines Ortes. So gehört in den Niederlanden eine eingepolderte Insel, die jetzt nicht mehr vom Wasser, sondern vom Land umgeben ist, zum Weltkulturerbe.

Das Welterbekomitee hatte auf seiner Sitzung auch die Harzer Wasserwirtschaft zum Kulturwelterbe erklärt, ein ausgeklügeltes System kleiner Stauseen, Gräben und Stollen, das den Bergleuten zur Energieerzeugung diente.

Dies gilt aber nicht als neue Welterbestätte, sondern als Erweiterung der Welterbestätte «Bergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar», die bereits seit 1992 zum UNESCO-Welterbe gehört.

SDA/sam

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