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Ja, Flipflops sind hässlich und machen schlimme Geräusche

Bettina Weber beantwortet jede Woche Fragen zu Mode und Stil. Heute geht es darum, wann Flipflops erlaubt sind.

Jeden Sommer sieht man sie noch häufiger als im Jahr zuvor, dabei sind Flipflops das Allerschlimmste überhaupt, ein modisches Verbrechen in PVC. Können Sie mir bitte den Gefallen tun und endlich darüber aufklären? Thomas H. aus D.

Lieber Herr H., Sie haben recht. Flipflops, wobei damit die Zehensandalen aus Plastik gemeint sind, sind allgegenwärtig. Schön sind sie in der Tat nicht, aber eben ein Auswuchs des «anything goes», eine Folge davon, dass sich heute kaum jemand mehr an modische Regeln hält, weil ja alle wahnsinnig tolerant und entspannt sind. Deshalb reicht die Begründung, dass etwas bequem sei, als anerkannte Rechtfertigung aus; und das erst recht, wenn es heiss ist und der Mensch bisweilen komplett seine Contenance verliert.

Deshalb muss festgehalten werden: Flipflops sind nur in der Badi erlaubt. Oder am See. Oder am Meer. Weil es ihnen nichts ausmacht, wenn man mit nassen Füssen reinschlüpft, darum sind sie ja aus Plastik. Damit hat sich ihr Daseinszweck aber auch schon erfüllt. Und darum gehören Flipflops nicht in den Alltag, nicht auf die Strasse, nicht ins Restaurant und schon gar nicht ins Büro. Sie machen ein hässliches Geräusch, und der Gang wird schlurfend. Und sie sind für den Alltag einfach zu salopp. Sie sollen wohl eine besonders lockere Attitüde ausstrahlen, aber sie wirken immer irgendwie ungepflegt, ein bisschen, wie wenn man immer noch die Finken trüge.

Dabei ist die Alternative ja ganz einfach: dasselbe Modell, aber aus Leder. Das wirkt sofort stilvoller, passender, erwachsener. Das schlappende Geräusch fällt weg, der Pantoffeleindruck ebenfalls. Weil aber dieses Modell genauso offenherzig ist, gilt auch in diesem Fall: Schöne Füsse sind Pflicht. Und zwar für beide Geschlechter. Ansonsten ist der Eindruck derselbe wie beim billigen Plastikmodell: himmeltraurig.

Tages-Anzeiger

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