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«Sterbehilfe für Demente ist fürchterlich»

In gut geführten Demenzabteilungen herrscht of eine angenehme Stimmung, die der in Grossfamilien entspricht.

BaZ: Herr Klesse, macht Ihnen eigentlich der Gedanke Angst, einst dement zu werden?

Sie behandeln Patienten, die eine Demenz diagnostiziert bekommen haben. Fürchten sich diese vor der Krankheit?

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Es muss doch schrecklich sein, wenn man die intellektuellen Fähigkeiten verliert und am Ende sogar seine Angehörigen nicht mehr erkennt?

Viele entwickeln eine Offenheit und Spontaneität, die ihnen vorher fremd war.

Fröhlich?

Kann man denn glücklich sein, wenn man sich kaum mehr mit den Angehörigen verständigen kann?

Kann die Zufriedenheit daher rühren, dass Demenzkranke loslassen können und zu nichts mehr verpflichtet sind?

Beim Personal in Demenzabteilungen ist von Bewohnern die Rede, die in grosser Unruhe leben, aggressiv sind und unter Wahnvorstellungen leiden.

Suizidwillige brauchen nicht Menschen, die ihnen den Giftbecher reichen.

In der Schweiz steigt die Zahl der Demenzkranken, die den begleiteten Suizid wählen.

Ist es für Sie nicht nachvollziehbar, dass sich etwa schwer Krebskranke den letzten Lebensabschnitt ersparen wollen und den begleiteten Suizid wählen?

Weil der begleitete Freitod nur im Zustand der Zurechnungsfähigkeit möglich ist, müssen sich Demenzkranke, die diesen Weg wählen, schon dann das Leben nehmen, wenn es ihnen noch relativ gut geht.

Wie reagieren Sie als Arzt, wenn Ihnen demenzkranke Patienten sagen, dass sie nicht mehr weiterleben möchten?

Wenn Sie einen Demenzkranken aber nicht vom Suizidwunsch abbringen können: Respektieren Sie das und begleiten ihn auf dem Weg in den Tod?

Es gibt keine Pflicht, zuzuschauen, wenn sich jemand das Leben nimmt.

Aber falls ein dementer Patient bereits einen Termin hat, an dem der begleitete Suizid stattfinden soll: Würden Sie ihn nicht unterstützen?

Aber jeder Mensch hat doch das Recht, selber über sein Ende zu bestimmen.

Dennoch: Die Gesellschaft hat die Pflicht, den Todeswunsch alter oder kranker Menschen anzuerkennen, wenn dieser unumstösslich ist.

Was empfehlen Sie einer Tochter, einem Sohn oder einem Ehepartner, wenn der Vater, die Mutter oder der Partner mitteilt, mittels begleitetem Suizid aus dem Leben scheiden zu wollen?

Wie schätzen Sie als Psychiater insbesondere die Möglichkeit ein, dass auch psychisch Kranke in der Schweiz den begleiteten Suizid wählen können?

Aber es gibt Fälle, wo alle Heilversuche bei psychisch Kranken nicht helfen.