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«So bin ich zum Mathe-Influencer geworden»

«Die Schüler sind sowieso da. Wenn es gut läuft, gucken sie auch Mathe», sagt Kai Schmidt über Youtube.

Herr Schmidt, morgens erklären Sie 30 Schülern Mathe, abends schauen Ihnen Tausende beim Lösen von Gleichungen zu. Wie ist aus dem Lehrer Schmidt der Youtuber «Lehrerschmidt» geworden?

Ihre Lernvideos waren also ausschliesslich für Ihre Schüler gedacht?

Was war passiert?

«Gerade von den älteren Kollegen habe ich richtig Haue bekommen.»

Wenn Ihre 165'000 Abonnenten und viele andere Ihre Videos gucken, sehen sie davor manchmal Werbung. Hatten Sie keine Gewissensbisse, als Lehrer eine kommerzielle Plattform zu nutzen?

Sie haben jetzt einen öffentlichen Youtubekanal. Youtube will Ihre Schüler so lange wie möglich auf der Plattform halten. Dem Unternehmen ist egal, ob sie Mathe oder Musikvideos gucken.

Verdienen Sie Geld mit dem Kanal?

Bekommen Ihre Schüler manchmal die Hausaufgabe, eines Ihrer Videos anzusehen?

Das Mädchen in Ihrem Beispiel trägt einen Namen, der vor allem mit der sozialen Unterschicht assoziiert wird. Und Ihre ersten Videos haben Sie für Ihre Hauptschüler gedreht. Ist das ein Zufall?

Auf Ihrem Kanal ist das komplette Mathewissen aus den niedersächsischen Lehrplänen von Klasse eins bis Klasse zehn zu finden. Sollten Grundschüler wirklich nachmittags am Computer suchen, was ihre Lehrer ihnen in der Schule nicht beibringen konnten?

Mit Geodreieck und Füller, ganz analog, erklärt Kai Schmidt seinen Zuschauern die Mathematik auf Youtube.

Kritisch betrachtet könnten Ihre Videos aber auch dazu führen, dass die Schüler im Unterricht erst gar nicht mehr aufpassen und mitschreiben. Das gibt es ja alles nochmal auf Youtube.

Was lernt der Lehrer Schmidt von Lehrerschmidt?

«Zu wissen, wie man sich Wissen besorgt, halte ich für eine wichtige Kompetenz.»

Sie sind ja nicht nur Mathelehrer und Influencer, sondern auch noch Rektor einer Oberschule. Kommt bei all Ihren Netzaktivitäten die Schule nicht zu kurz?