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Iran erwartet nach Sanktionsende «Tsunami an Touristen»

Der Iran hätte Touristen einiges zu bieten, dennoch bleiben Reisende in dem Land weitgehend aus. Ein Massnahmenpaket mit über Tausend Projekten soll dies nun ändern.

Will Investoren und Touristen anlocken: Irans Vize-Präsident Massud Soltanifar in seinem Büro in Teheran.
Will Investoren und Touristen anlocken: Irans Vize-Präsident Massud Soltanifar in seinem Büro in Teheran.
Vahid Salemi, Keystone
Im Iran befinden sich 19 von der Uesco aufgenommene Stätte. Daneben gibt es historische und kulturelle Schätze zu besichtigen.
Im Iran befinden sich 19 von der Uesco aufgenommene Stätte. Daneben gibt es historische und kulturelle Schätze zu besichtigen.
Atta Kenare, AFP
US-Präsident Barack Obama hat seine Regierung angewiesen, die Sanktionen gegen den Iran zu lockern.
US-Präsident Barack Obama hat seine Regierung angewiesen, die Sanktionen gegen den Iran zu lockern.
Atta Kenare, AFP
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Der Iran erwartet im Zuge der Umsetzung des Atomabkommens einen künftigen Touristenansturm. Sein Land bereite sich auf einen «Tsunami» ausländischer Besucher vor, sagte der iranische Vizepräsident Massud Soltanifar in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. Durch das mit den Weltmächten geschlossene Abkommen sollen Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden. Im Gegenzug hat der Iran gelobt, sein Atomprogramm zurückzufahren.

Die moderate Politik von Präsident Hassan Rohani und die Lockerung der Visa-Richtlinien öffneten die Tür für die Rückkehr ausländischer Touristen in den Iran, sagte Soltanifar der AP. In der Ära nach den Sanktionen sei der Tourismus eine Industrie, die wie keine andere einen Auftrieb erleben dürfte, so der Vizepräsident, der gleichzeitig das Amt des für Kulturerbe, Handwerk und Tourismus zuständigen Organisationschefs innehat.

Tourismus als treibender Motor

«Tourismus wird sicherlich der treibende Motor sein, um die iranische Wirtschaft aus der Rezession zu bekommen», sagte Soltanifar. «Irans Tourismussektor ist ein florierender Markt für Investoren. Wir erwarten einen Tsunami an Touristen, nachdem die Sanktionen aufgehoben worden sind.» Die Islamische Republik will in den kommenden Tagen ein Paket mit 1300 Projekten bekanntgegeben, die ausländische Investoren anlocken und die schwer angeschlagene Tourismusindustrie stärken sollen.

Im Land befinden sich 19 von der Unesco aufgenommene Stätten. Trotzdem ist der Iran mit seinen historischen und kulturellen Schätzen im Westen alles andere als ein beliebtes Reiseziel. Doch bereits vor dem geplanten Aufheben der Sanktionen ist die Zahl der Ausländer im Land in den vergangenen zwei Jahren um jeweils zwölf Prozent gestiegen. Im Jahr 2014 kamen mehr als fünf Millionen Touristen, davon knapp die Hälfte schiitische Muslime. Das spülte rund 7,5 Milliarden Dollar ins Land.

Mehr Hotels, modernere Flugzeuge

Der Iran hofft auf 20 Millionen Touristen im Jahr 2025 und ein Wachstum der Tourismusbranche auf dann knapp 30 Milliarden Dollar. Zurzeit fehlt es im Land jedoch an ausreichenden Übernachtungs- und Transportmöglichkeiten. Es gibt 1100 Hotels und Gästehäuser in der Islamischen Republik. 130 davon sind Vier- oder Fünfsternehotels.

Diese Zahl müsse in den nächsten zehn Jahren auf 400 ansteigen, so Soltanifar. Auch die Zahl der Passagierflugzeuge soll steigen und die bisherigen Maschinen modernisiert werden.

Der «Grosse Satan» als willkommener Investor

Der iranische Wächterrat hatte das Gesetz zu dem internationalen Atomvertrag Mitte vergangener Woche gebilligt. Damit nahm das Abkommen die letzte Hürde in Teheran. Der UN-Sicherheitsrat billigte die Einigung bereits am 20. Juli. Gegner versuchten allerdings sowohl in den USA als auch im Iran, die Umsetzung zu stoppen. Doch konnten sie sich letztlich nicht durchsetzen. Die Republikaner im US-Kongress scheiterten bereits Mitte September mit dem Ansinnen.

Soltanifar warb auch um Touristen aus den USA – einem Land, das bei iranischen Hardlinern gern als der «Grosse Satan» bezeichnet wird. «Amerikanische Touristen und Investoren sind willkommen», sagte der Vizepräsident. «Es gibt keine Hürde oder Restriktionen für sie, den Iran zu besuchen oder im Land zu investieren.»

SDA/bee

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