Papst macht Geld mit Porsche

Was gibt es im Vatikan Wertvolleres und Heiligeres als die Sixtinische Kapelle? Kein Grund offenbar, nicht damit einen kommerziellen Deal einzugehen.

Nicht zum ersten Mal für spezielle Anlässe genutzt, aber erstmals an eine Firma vermietet: Papst Benedikt XVI. führt eine spezielle Taufzeremonie in der Sixtinischen Kapelle durch. (13. Januar 2013)

Nicht zum ersten Mal für spezielle Anlässe genutzt, aber erstmals an eine Firma vermietet: Papst Benedikt XVI. führt eine spezielle Taufzeremonie in der Sixtinischen Kapelle durch. (13. Januar 2013)

(Bild: Reuters Osservatore Romano)

Sechs Millionen Menschen besuchen jedes Jahr die berühmte, aber relativ kleine Sixtinische Kapelle im Vatikan. An der Decke und den Wänden hat einer der grössten Renaissancemaler einige seiner Meisterwerke hinterlassen: Michelangelo Buonarroti.

Papst Franziskus will die Kulturschätze des Vatikans besser vermarkten – für einen guten Zweck. Erstmals wird die Sixtinische Kapelle deshalb für einen kommerziellen Anlass zur Verfügung stehen. Die Teilnehmer einer exklusiven Romreise, organisiert vom Autohersteller Porsche, werden hier in den Genuss eines Konzerts kommen.

Zusammen mit einem Galadiner in den Räumen des Vatikanmuseums soll das Konzert zum Höhepunkt der fünftägigen Reise werden, sagt eine Sprecherin des Porsche Travel Club gegenüber dem «Guardian». Rund 40 zahlende Touristen werden daran teilnehmen.

Hilfe für die Armen

Sie zahlen je 5000 Euro für die Reise. Wie viel der Vatikan für die Vermietung seiner Räumlichkeiten erhält, ist demnach nicht bekannt. Die Vereinbarung mit dem Kirchenstaat sieht vor, dass interessierte Unternehmen dem Vatikan eine Spende zukommen lassen. Der Papst entscheide dann, an welche katholischen Hilfswerke sie weitergeleitet würden, erklärt Monsignor Paolo Nicolini, der Direktor der Vatikanmuseen, gegenüber dem «Guardian».

So könnten die Kulturgüter für die Ärmsten nutzbar gemacht werden – ganz im Einklang mit dem Willen des Papstes, aus der katholischen Kirche eine «arme Kirche für die Armen» zu machen.

rub

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