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Mit den Affen Aug in Aug

Auf diesem Tagesausflug ins Elsass sind die Affen los: Im Park «Montagne des Singes» bei Kintzheim kann man 280 frei lebende Berberaffen beobachten und füttern.

Handzahm: Die Besucher erhalten eine Handvoll Popcorn, das sie den Affen verfüttern können.
Handzahm: Die Besucher erhalten eine Handvoll Popcorn, das sie den Affen verfüttern können.
Esther Ugolini

Dieser Affe macht kein Theater. Träge sitzt das Berberaffenmännchen am Rand des Weges und beäugt das Futter, das wir ihm als Gastgeschenk entgegenhalten. Nein danke, signalisiert sein Blick. Sein junger Artgenosse sieht das anders. Keck setzt er sich mitten auf den Weg und fordert seinen Wegzoll in Form von Popcorn. Wir gewähren ihm das gern – auf ausgestreckter Hand und mit gebührendem Sicherheitsabstand, wie uns das die Parkwächter am Eingang des Affenbergs erklärt haben.

Rund 280 Berberaffen leben auf dem «Montagne des Singes» bei der elsässischen Gemeinde Kintzheim in einem 24 Hektar grossen Freilaufgehege. Am liebsten möchte man jedem Einzelnen eine Leckerei entgegenhalten: Wer sich vom sprichwörtlichen Hundeblick erweichen lässt, wird auch gegen diese flehenden Affenmienen kaum immun sein. In regelmässigen Abständen sitzen die Bittsteller am Wegrand und strecken die Hände aus.

Begegnungen der ganz besonderen Art

Das Salamisandwich mit den kleinen Affen zu teilen, ist aber keine gute Idee: Aufmerksame Wärter patrouillieren überall im Park und beaufsichtigen das Benehmen von Affen und Menschen. Denn auch wenn die Tiere Besuch gewohnt sind und entsprechend gelassen auf die Begegnung mit dem Menschen reagieren, sind die Äffchen keine Kuscheltiere. Streicheln ist nicht erlaubt, als Futter gibts ausschliesslich Affenpopcorn, und wenn dem eigenen Nachwuchs gerade nach lautem Schreien und wildem Toben ist, müssen sie das auf dem Spielplatz jenseits der Parkabschrankung tun. Klettern und rennen dürfen hier nur die Berberaffen, die Menschen sollen sich im Affenpark ganz wie Gäste verhalten.

Gelegenheit zu Begegnungen der ganz besonderen Art bietet sich auf dem Affenberg allerdings auch auf dem vorgegebenen Weg genug. Bei der Rast auf einem der Bänke etwa, wenn ein neugieriger Parkbewohner etwas schüchtern nebenan auf dem Sitz Platz nimmt und Mensch und Affe einander neugierig betrachten. Und plötzlich verschieben sich die Rollen: Wer beobachtet hier eigentlich wen? Das Popcorn, von dem jeder Besucher am Eingang genau eine Handvoll erhält, ist bei so vielen ausgestreckten Händen rasch verfüttert. Wer den durchwegs kinderwagengängigen 800 Meter langen Weg durch den Park zügig abmarschiert, ist bald beim Ausgang. Das Gelände mit affenartiger Geschwindigkeit zu durchqueren, wäre aber wirklich schade. Denn die Berberaffen ohne Gitter oder Glasscheibe dazwischen zu beobachten, ist genauso spektakulär wie das Füttern der Tiere.

Schloss und Adlerburg

Berberaffen sind die einzige Affenart Europas und die einzige Makakenart, die nicht in Asien lebt. Im Park spielt sich der Affenalltag in der simulierten Wildnis ab. Unterwerfungsgesten, Rangordnung und Dominanzverhalten bieten ebenso spannende Unterhaltung wie wilde Sprünge durchs dichte Grün der Bäume oder eine übermütige Affenhatz auf dem Waldboden. Und vielleicht versteht man am Schluss ein paar Brocken Affensprache.

Testen lassen sich die beobachteten Affenspiele sofort ausserhalb des Geheges: Ein grosszügiger Picknickplatz mit Spielwiese und Kletterbäumen bietet wilden Kerlen und quirligen Mädchen Platz zum Austoben nach dem Turnverbot im Affenpark. Und wer das Picknick vergessen hat, kann sich im Selbstbedienungsrestaurant verpflegen. Oder aber die zwei Kilometer Weg zur elsässischen Weinstrasse unter die Füsse oder Räder nehmen und mit einem Gläschen Crémant auf den gelungenen Sonntagsausflug anstossen.

Elsässische Spezialitäten lassen sich aber auch direkt im schmucken Städtchen Kintzheim degustieren – für die eigene Affenbande gibts dann statt Pizza eben Flammenkuchen. Wer noch nicht genug der Attraktionen hat, dem empfiehlt sich ein Besuch des nur gerade fünf Kilometer vom Affenpark entfernt imposant auf dem Hügel thronenden Château du Haut-Kœnigsbourg oder der ebenfalls nah gelegenen Adlerburg «Volière des Aigles», wo sich verschiedene Greifvögel bei Flugvorführungen bestaunen lassen. Zahmere Vögel – nämlich Störche – und andere Tiere bietet der kleine Vergnügungspark «Cigoland» am Ortseingang von Kintzheim.

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